Autozulieferer

Leoni-Aktie weiterhin im Aufwärtstrend

13. Februar 2007 Deutschlands Automobilzulieferer sind meist solide Unternehmen, die keine großen Worte mögen, sondern sich lieber auf die Arbeit konzentrieren. Ein bisschen Stolz darf hin und wieder aber doch sein, deshalb kann Leoni mit Fug und Recht von den „besten Zahlen in der Firmengeschichte“ sprechen. Die Anleger hatten wohl mehr erwartet: Die im MDax notierte Aktie verlor in den ersten Handelsminuten knapp ein Prozent auf 31,80 Euro (Isin DE0005408884).

Der Nürnberger Autozulieferer konnte im Vorjahr seinen Gewinn um gut 40 Prozent steigern. Unterstützt durch einen Steuereffekt von 4,8 Millionen Euro kletterte der Überschuss auf 79,3 Millionen Euro. Vor Zinsen und Steuern verdiente der Produzent von Autokabeln 130,2 Millionen Euro, ein Plus von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Umsatz legte nach vorläufigen Zahlen um gut ein Drittel auf 2,1 Milliarden Euro zu, wie Leoni am Dienstag mitteilte.

Höheren Kupferpreis weitergegeben

Besonders profitiert habe Leoni 2006 von dem Bereich Draht & Kabel, wo der Konzern den Umsatz um 73 Prozent auf 1,154 (0,669) Milliarden Euro steigerte. Ein Teil des Umsatzanstiegs sei auf den gestiegenen Kupferpreis sowie auf Akquisitionen zurückzuführen.

Leoni: Durchblick im Auto-Kabelgewirr

Der Unternehmensbereich Bordnetz-Systeme habe seinen Wachstumskurs 2006 ebenfalls fortgesetzt und erzielte Umsätze von 954,2 (879,4) Millionen Euro. Dieser Anstieg resultiere im Wesentlichen aus höheren Abnahmemengen bei Bordnetz-Systemen sowie einer hochwertigen Ausstattung - und damit komplexeren Kabelsätzen - bei Fahrzeugen der Premium-Klasse. Den vollständigen Jahresabschluss will Leoni am 21. März 2007 anlässlich der Bilanzpressekonferenz vorlegen.

Langfristiger Aufwärtstrend nach wie vor intakt

Die Aktie hat eine ansehnliche Rally hinter sich. Sie begann 2002 bei einem Kurs von etwa 7,50 Euro und fand ihr - vorläufiges - Ende im Mai vergangenen Jahres bei 34,20 Euro. Danach korrigierten die Titel deutlich und fielen bis auf gut 26 Euro.

Der steile mittelfristige Aufwärtstrend wurde während dieser Korrektur gebrochen, der langfristige, etwas weniger steile Aufwärtstrend blieb allerdings intakt. Aus charttechnischer Sicht ist das ohne Zweifel ein gutes Zeichen.

Aktie noch nicht zu teuer

Treffen die Analystenschätzungen zu, ist die Aktie noch nicht zu teuer: Auf Basis der durchschnittlichen Gewinnschätzung beträgt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) 10,9 für dieses und 10,1 für das kommende Jahr. Die für die genannten Jahre erwarteten Dividendenrenditen betragen 2,7 und 2,9 Prozent - auch das ist nicht das schlechteste Argument für die Aktie.

In den vergangenen fünf Jahren konnte das Unternehmen den Umsatz um etwa 90 Prozent und die operativen Gewinn (vor Zinsen und Steuern) um mehr als 80 Prozent steigern. Selbst wenn diese Entwicklung nicht in diesem Tempo weitergehen sollte, dürfte die Aktie noch Potential haben. Absicherungsstrategien können freilich nie schaden. Die Kursreaktion auf die Geschäftszahlen vom Dienstag zeigt, dass die Erwartungen an das Unternehmen inzwischen sehr hoch sind.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @bemi
Bildmaterial: dpa, FAZ.NET, Leoni AG

 
NamePunkteProzent
Dax 6.440,70 -1,46
TecDax 721,58 -3,36
DowJones 11.425,98 -1,77
Nasdaq 2.296,42 -1,27
STOXX 50 3.354,58 -0,97
Nikkei 225 13.603,31 +2,18
Euro/Dollar 1,57 -0,18
Bund Future 110,96 +0,77
Gold 925,33 +0,39
Öl 124,98 -1,22
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