Rohstoffe

Alcoa: Die Zahlen müssen einfach gut sein

07. April 2008 Der amerikanische Aluminiumkonzern Alcoa eröffnet am heutigen Montag die Quartalssaison an der New Yorker Börse. Eines gilt schon als ausgemacht: Es dürfte relativ gleichgültig sein, wie gut die Zahlen tatsächlich ausfallen, die der ehemalige Siemens-Vorstandsvorsitzende Klaus Kleinfeld nun als Alcoa-Vorstand präsentieren wird. Die Akteure an den Aktienmärkten sind offenbar der Finanzkrise und der Kursverluste an den Börsen überdrüssig geworden und haben Lust auf ein absehbares Ende der Krise zu spekulieren.

Insofern stehen die Chancen gut, dass die Anleger in den Zahlen des ersten Quartals von Alcoa vor allem die positiven Aspekte herauslesen werden, auch wenn die Analysten einen verhaltenen Ausblick auf die Zahlen der im Aktienindex S&P 500 enthaltenen Unternehmen geben. Zu Beginn des ersten Quartals hatten sie noch einen Gewinnanstieg von durchschnittlich 4,7 Prozent erwartet. Nun rechnen sie mit einem Rückgang von 8,1 Prozent.

Alcoa zählt zu den drei größten Herstellern

Mit einem Umsatz von 30,7 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr ist das Unternehmen hinter dem russischen Weltmarktführer Rusal der zweigrößte Aluminiumerzeuger der Welt, dicht gefolgt von dem kanadischen Hersteller Alcan, den Alcoa im vergangenen Jahr noch übernehmen wollte.

Dabei deckt Alcoa, das den Konzernsitz in Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania hat, wohl sämtliche Anwendungsmöglichkeiten von Aluminium ab: Alcoa arbeitet für die Flugzeugindustrie, die Autoherstellung, die Verpackungsbranche, aber auch für den Bau und das Transportwesen.

6,7 Prozent Plus seit Jahresanfang

Zwar zählt die Aktie mit einem Kursgewinn von 6,7 Prozent in diesem Jahr zu den besseren Standardwerten an der Wall Street, aber insgesamt wurde der Titel in einem engen Band gehandelt, das wenig Raum für größere Kursphantasie lässt. Aus technischer Sicht weist der mittelfristige Kurstrend allerdings eher nach unten.

Dennoch zeigen sich die Analysten überwiegend optimistisch, was den Aluminiumtitel angeht. Zwei Drittel von ihnen empfehlen die Alcoa-Aktie zum Kauf. Mark Liinamaa von Morgan Stanley beispielsweise setzt sein Kursziel bei 44 Dollar. Das wäre angesichts eines aktuellen Aktienkurses von 39 Dollar ein Kurspotential von knapp 13 Prozent. Lloyd O'Carroll von Davenport setzt sein Kursziel bei 49 Dollar - das ließe Raum für einen Kursanstieg um mehr als 25 Prozent.

Die Durchschnittsprognose für das bereinigte Quartalsergebnis liegt bei 0,531 Dollar je Aktie und wurde in den vergangenen vier Wochen um 0,032 Dollar gesenkt. Dass der Gewinn je Aktie nicht stärker sinkt - daran wird sich Kleinfeld bei der Vorlage der Alcoa-Zahlen messen müssen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @hlr
Bildmaterial: F.A.Z., Reuters

 
Tops & Flops+/-Prozent
VOLKSWAGEN AG STAMMA +38,83 +11,03
FRESENIUS MEDICAL CA +0,31 +0,91
HENKEL AG & CO. KGAA +0,07 +0,30
SIEMENS AG NAMENS - -7,56 -14,04
INFINEON TECHNOLOGIE -0,35 -12,59
DEUTSCHE BANK AG NAM -4,84 -12,48
NamePunkteProzent
Dax 4.861,63 -6,49
TecDax 553,00 -5,63
DowJones 8.577,91 -7,87
Nasdaq 1.628,33 -8,47
STOXX 50 2.578,06 -6,48
Nikkei 225 9.547,47 +1,06
S&P 500 Zert. 9,83 -2,58
Euro/Dollar 1,35 +0,28
Bund Future 114,06 +0,13
Gold 846,70 +0,55
Öl 70,31 -8,34
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