20. März 2006 Manchmal zahlt sich Geduld eben aus, wenn man auf den Erfolg des richtigen Schritts wartet. Als Ericsson vor über fünf Jahren die Handy-Produktion aufgab, sahen einige dies als den Anfang vom Ende für den schwedischen Telekommunikationskonzern an.
Unbeliebt war die Aktie ohnehin schon länger. Von ihrem Hoch bei 27,47 Euro im Frühjahr 2000 war das Papier damals schon auf 13 Euro abgerutscht. Und es sollte nicht das Ende sein. In den Folgejahren jagte ein schlechtes Jahr das nächste. Bis 2003 sanken die Umsätze sanken nahezu auf die Hälfte von 117,7 Milliarden schwedische Kronen. Gleichzeitig verbuchte der Konzern Verluste.
2005 ein Jahr der Rekorde
Das nagte am Aktienkurs, der im Oktober bei 39 Cent schließlich auf den Boden des Tals der Tränen sank. Indes konnte das Unternehmen schon damals darauf verweisen, daß die Verluste sich verringerten. 2004 gelang dann wieder ein satter Gewinn, der im vergangenen Jahr noch einmal überboten wurde.
Der schwedische Mobilfunkausrüster erzielte 2005 den besten Jahresertrag der Unternehmensgeschichte. Der Reingewinn stieg um 29 Prozent auf 24,3 Milliarden Kronen (2,6 Milliarden Euro), während der Umsatz von 132 auf 151,8 Milliarden Kronen (16,5 Milliarden Euro) kletterte. Wir haben ein weiteres gutes Jahr mit starken Umsätzen, Gewinnen und Cash Flow abgeschlossen, zog Vorstandschef Carl-Henric Svanberg, Bilanz.
Zudem verzeichnete Ericsson im vierten Quartal den höchsten Quartalsgewinn seiner Geschichte. Der Nettogewinn stieg gegenüber dem Vorjahr um 52 Prozent auf 8,5 Milliarden Kronen (921 Millionen Euro). Der Umsatz stieg im vierten Quartal um 16 Prozent auf 45,7 Milliarden Kronen (4,9 Milliarden Euro). Ericsson hat seinen Marktanteil bei Mobilnetzen im vergangenen Jahr in praktisch allen Segmenten gesteigert und bedient nun 35 Prozent des Marktes. Für 2006 erwartet der Ericsson-Chef indes nur ein mäßiges Branchenwachstum.
Erfolgsmeldungen treiben Kurs
Seinerzeit war dies den Anlegern aber nicht genug. Die Ericsson-Aktie verlor leicht, weil der Gewinn im vierten Quartal leicht hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren. Mittlerweile aber haben sie es sich wohl anders überlegt. Am Montag hat die Aktie beim aktuellen Kurs von 3,17 Euro ein 47-Monats-Hoch erklommen und damit das im Oktober erreichte Jahreshoch bei 3,10 Euro hinter sich gelassen.
Verantwortlich dafür werden verschiedene positive Unternehmensmeldungen gemacht. Bereits am Wochenende wurde bekannt, daß sich Ericsson beim Bietergefecht um das Vermögen des zahlungsunfähigen Router-Herstellers Riverstone mit einem Angebot von 178 Millionen Dollar gegen den Rivalen Lucent durchgesetzt hat.
Auch ein Zeitungsinterview Svanbergs sorgt für gute Stimmung. Der Ericsson-Chef sagte der Dagens Industri, er reche damit, weitere Marktanteile hinzuzugewinnen. Obendrein bezeichnete Svanberg den vor einer Woche erhaltenen Auftrag von E-Mobile, einer Tochter von Japans drittgrößtem Internet-Service-Provider E-Access, für den Aufbau eines Hochgeschwindigkeits-Mobilfunk-Netzwerks als nahezu den größten Auftrag, den Ericsson je erhalten habe. Zudem sicherte sich das Unternehmen einen auf 21 Jahre laufenden Vertrag für den Betrieb des Funknetzwerks der Neuseeländischen Polizei.
Vernünftige Bewertung, charttechnisches Signal
Besonderen Antrieb bekam die Aktie nach dem Dafürhalten von Analysten jedoch durch einen Verkauf von Unternehmensteilen des Gemeinschaftsunternehmens Sony-Ericsson. Der französische Hersteller von Komponenten zur drahtlosen Übertragung Wavecom erwirbt die Komponentenbau-Sparte von Sony-Ericsson für 32,5 Millionen Euro in bar.
Was der Aktie letztlich geholfen hat, dürfte einfach eine Gemengelage positiver Nachrichten sein und eine für einen Telekommunikationsausrüster mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 18,2 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und 16,4 für das kommende Jahr vergleichsweise noch günstige Bewertung.
Charttechnisch hat Ericsson wieder Anschluß an den 2003 eingeschlagenen Aufwärtstrend gewonnen, der im vergangenen Sommer an Schwung verloren hatte und im Oktober endgültig in einen Seitwärtstrend gekippt war. Insofern besteht berichtigte Hoffnung auf weitere Kurssteigerungen.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @mho
Bildmaterial: Ericsson, FAZ.NET
| Tops & Flops | Kurs | in % |
| Infineon | 3,39 € | +6,95% |
| Dt. Boerse | 57,85 € | +2,94% |
| Adidas | 35,88 € | +2,34% |
| ThyssenKrupp | 23,70 € | +2,02% |
| SAP | 32,01 € | +1,89% |
| Allianz | 82,85 € | −0,16% |
| Henkel Vz | 32,25 € | −0,46% |
| FMC | 35,36 € | −0,87% |
| Lufthansa | 11,02 € | −0,99% |
| K+S | 37,85 € | −1,94% |
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.668,35 | +0,98% |
| TecDAX | 760,46 | +1,02% |
| MDAX | 7.282,47 | +1,34% |
| SDAX | 3.484,15 | −0,02% |
| REX | 373,56 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.881,01 | +0,86% |
| Dow Jones | 10.291,30 | +0,43% |
| Nasdaq 100 | 1.782,95 | +0,55% |
| S&P500 | 1.098,51 | +0,50% |
| Nikkei225 | 9.804,49 | −0,68% |
| EUR/USD | 1,4995 | +0,08% |
| Rohöl Brent Crude | 78,15 $ | +0,32% |
| Gold | 1.115,25 $ | +1,25% |
| Bund Future | 121,85 € | +0,23% |
| Gesamt- Index |
Durchschnitt 90 Tage |
Durchschnitt 200 Tage |
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|---|---|---|---|
Aktien-Index11.11.2009 13:00 |
1361,31 | 1326,77 | 1262,56 |
Performance-Index11.11.2009 17:35 |
299,29 | 293,27 | 274,66 |
Euro-Aktien-Index11.11.2009 17:35 |
143,13 | 137,00 | 125,21 |