
Sehr geehrter Herr Jessen
1.
Journalismus entsteht immer perspektivisch. Journalismus trägt zur Meinungsbildung bei und beinhaltet die Meinungsabbildung. Die Perspektive des Journalisten (Subjekt) auf den zu betrachtenden Gegenstand (Objekt) hängt vom geplanten Ziel der journalistischen Kommunikation ab. Viele Leserkommentare auf dieser Netzseite zeigen, dass Kommunikation immer beim Empfänger entsteht. Der Autor des Artikels nutzt mehrere unterschiedliche Perspektiven. Wenn Sie nur eine sehen, liegt das an Ihnen.
2.
Was ist an den für Ihren Kommentar aus dem Artikel heraus genommenen Informationen nicht neutral? Etwa die von Ihnen verwendeten Zahlen?
3.
Als Volkswirt kennen Sie die Gesetze, die zur Nachfrage führen. Aus meiner Sicht beschreibe ich zusätzlich die Bedingung einer sog. win - win Situation. Als Interessent einer Teilnahme am Xing habe ich durch den Artikel hilfreiche Informationen erhalten. Weltweit knapp 300.000 Premium Mitglieder, aha. Alleine die Handwerkkammer in Niedersachsen vertritt knapp 170.000 Unternehmen.
Tun Sie nicht so, als würden Sie Fehler im Journalismus der FAZ entdeckt haben, wenn Sie nur Ihre Sympathie für Xing aus drücken wollen. Mich stört also nur Ihr erster Satz!

Wenn der BasisNutzer von XING werbefrei leben will, kommt er jetzt vielleicht in die Überlegung ein PremiumAccount zu erwerben. Das könnte die Nutzerzahlen im Premiumsegment erhöhen und damit der Aktie des Unternehmens den nötigen Schwung verleihen. Zumindest kommt dadurch mehr Basis in den Aktienwert.

sieht anders aus. Mir ist bei der FAZ noch nie ein dermaßen einseitig formulierter Artikel aufgefallen, der unverholen Meinung macht, ohne Informationen zu liefern. Nur mal zum Nachdenken: Wenn von 4.2 Mio Mitgliedern 0.3 Mio Premiummitglieder sind, dann dürfter der Ausfall dieser Profile als Werbeplattform doch keinen großen Einfluß haben, und auf der anderen Seite die Kundenbindung der Premiummitglieder erhöhen, und ein Anreiz sein, für die Nutzung der Seite auch zu bezahlen.

Zitat: "...Auch XING investiert kontinuierlich in die Weiterentwicklung, Sicherheit und den Ausbau der Plattform, um Sie dabei effektiv zu unterstützen. Die Mehreinnahmen aus Werbung versetzen uns zusätzlich in die Lage, die Plattform noch schneller weiterzuentwickeln und Ihnen so noch mehr neue und innovative Features und Services anzubieten. Davon werden alle Mitglieder profitieren."
Mit so einem dümmlichen Marketinggelaber kann man vielleicht Klingelton-Abonnenten bequatschen, aber nicht die üblichen Xing-Mitglieder, die genau wissen, daß Xing noch auf dem Geld vom Börsengang sitzt, wie im Artikel richtig dargestellt. Der Bedarf nach "neuen und innovativen Features" ist bei den beruflich häufig sehr engagierten Xing-Benutzern eher gering. Die haben sich angemeldet, weil die Plattform bisher eine akzeptable Kontaktpflegemöglichkeit war und werden schnell wieder weg sein, wenn daraus eine weitere Spam- und Chatseite wird.