22. März 2004 Auch wenn die Auslöser und die Nachhaltigkeit umstritten sein mögen, die Konjunktur in Amerika hat sich von ihrem Tief erholt und zeigt deutliche Lebenszeichen. Auch in Asien brummt der Laden, vor allem angetrieben vom beinahe schon sagenhaften Wirtschaftswachstum in China. Selbst Japan scheint sich langsam aus seiner Strukturkrise lösen und wieder dynamischer werden zu können.
Während die Börsen diese Entwicklung schon eine Zeit lang mit deutlichen Kursgewinnen vorweggenommen haben und weiterhin auf steigende Unternehmensgewinne setzen, scheint der Rentenmarkt bisher nicht so richtig an das optimistische Szenario zu glauben. Im Gegenteil, in den vergangenen Wochen haben zumindest die Staatsanleihen in Amerika und Europa noch einmal deutlich zugelegt, die Renditen nähern sich in der Tendenz wieder den Rekordtiefs des vergangenen Jahres.
Rohstoffpreise steigen zum Teil dramatisch
Auf der eine Seite mögen Argumente eine Rolle spielen, nach denen manche institutionellen Anleger in diesem Bereich untergewichtet seien. Angesichts eines anhaltend schwachen Arbeitsmarktes in Amerika und der zumindest bisher geringen Preissetzungsmacht der Unternehmen scheinen in Verbindung mit den mit Madrid neu in Erinnerung gekommenen geopolitischen Risiken die deflationären Sorgen wieder aufgekommen sein und die Anleger in die Defensive gedrängt zu haben.
Auf der anderen Seite spielen manche Preise - zum Beispiel die für den maritimen Transport und für Rohstoffe - richtiggehend verrückt nach oben (zum Beispiel: Die Rally am Rohstoffmarkt hält an oder Preise für Materialien zur Stahlherstellung gehen vertikal nach oben) und zeigen auf diese Weise zum Teil schon deutliche Knappheitssymptome an. Auch die Entwicklung an den Börsen und manchen Immobilienmärkten könnte zu denken geben. Die Frage ist, ob die Inflationsindizes, an welchen sich die Öffentlichkeit orientiert, die inflationäre Entwicklungen richtig wiedergeben. Sollten einerseits umfassendere Indizes mit detaillierteren Untersegmenten eingeführt werden, so könnte sich unter Einbezug der oben genannten Effekte eine stärkere Preisentwicklung feststellen lassen als bisher gedacht.
Zinserhöhung schlecht für Rentenmarkt - gut für manche Branchen
Gleichzeitig dürfte sich auch zeigen, daß in Europa die Güter des täglichen Lebens mit der Euroeinführung teurer geworden sind als zuvor. Trotz aller deflationärer Impulse aus dem wirtschaftlich und preislich extrem wettbewerbsfähigen Asien könnte in Amerika bald der schwächer gewordene Dollar eine größere Rolle für die Preisentwicklung spielen. Denn früher oder später werden längerfristige Lieferkontrakte für Rohstoffe und Güter, die in der Vergangenheit noch zu günstigeren Konditionen abgeschlossen wurden, auf Basis der zum Teil massiv höheren Preise erneuert werden müssen. Und das dürfte sich früher oder später auch bei den Produktpreisen niederschlagen und die Notenbank möglicherweise zwingen, vorbeugend an der Zinsschraube nach oben zu drehen.
Es gibt Berichte, nach denen sich die Diskussion im zinsentscheidenden Gremium der amerikanischen Notenbank bei der jüngsten Sitzung schon um diese Punkte drehten. Die Notenbanker könnten nur vom bisher schwachen Arbeitsmarkt abgehalten worden sein, ihren Blick nach vorne zinspolitisch restriktiver zu formulieren. Aufgeschoben ist jedoch noch aufgehoben. Sollte es demnächst zur entsprechenden Änderung kommen, könnten die Rentenmärkte deutlich unter Druck geraten. Aber auch an den Börsen wird es sehr wahrscheinlich zu deutlicheren Umschichtungen kommen. Ed Yardeni von Prudential Financial Research hat untersucht, welche Branchen in der Vergangenheit wie auf Zinserhöhungen reagiert haben. Die folgende Tabelle zeigt, welche Folgerungen er aus seiner Analyse gezogen hat.
Text: @cri
Bildmaterial: FAZ.NET
| Tops & Flops | Kurs | in % |
| ThyssenKrupp | 24,90 € | +4,45% |
| Daimler | 35,81 € | +4,40% |
| Salzgitter | 64,75 € | +4,38% |
| BMW | 34,59 € | +3,36% |
| Infineon | 3,50 € | +3,25% |
| Lufthansa | 11,31 € | +0,89% |
| E.ON | 26,88 € | +0,75% |
| Münchener Rück. | 107,87 € | +0,73% |
| FMC | 35,89 € | −0,19% |
| K+S | 38,41 € | −1,01% |
US-Anleihen im späten Handel mit Aufschlägen
22:47Wall Street schließt fest - Indizes mit neuen Jahreshochs
22:20EUREX/Renten-Futures schließen knapp unter Tageshoch
22:13EUREX/DAX-Futures schließen sehr fest - Unter 5.800 Punkten
22:07XETRA-NACHBÖRSE/XDAX (22 Uhr): 5.790 (XETRA-Schluss: 5.805) Pkt
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.804,82 | +2,07% |
| TecDAX | 781,92 | +2,69% |
| MDAX | 7.439,81 | +1,76% |
| SDAX | 3.555,77 | +1,50% |
| REX | 374,56 | +0,17% |
| Eurostoxx 50 | 2.926,15 | +1,50% |
| Dow Jones | 10.407,00 | +1,33% |
| Nasdaq 100 | 1.807,56 | +1,06% |
| S&P500 | 1.109,30 | +1,45% |
| Nikkei225 | 9.791,18 | +0,21% |
| EUR/USD | 1,4981 | +0,09% |
| Rohöl Brent Crude | 78,75 $ | +2,27% |
| Gold | 1.130,00 $ | +2,03% |
| Bund Future | 122,06 € | +0,53% |
| Gesamt- Index |
Durchschnitt 90 Tage |
Durchschnitt 200 Tage |
|
|---|---|---|---|
Aktien-Index16.11.2009 13:00 |
1370,44 | 1332,51 | 1265,03 |
Performance-Index16.11.2009 17:35 |
305,36 | 294,53 | 275,36 |
Euro-Aktien-Index16.11.2009 17:35 |
145,12 | 137,85 | 125,63 |
Die Gesellschaft muss akzeptieren können....
21:41 21:34 21:26@Rabe wg Inflation von Vermögenswerten
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