Erklär mir die Welt (79)

Warum steigt nach Entlassungen der Aktienkurs?

Wenn ein Unternehmen Personal entlässt, steigt der Aktienkurs. Und Börsen sind schuld an der Arbeitslosigkeit. So lauten die gängigen Klischees. In letzter Konsequenz kann das nicht stimmen. Was sagt die Wissenschaft? Von Winand von Petersdorff

Lesermeinungen zum Beitrag

25. Dezember 2007 13:12

Zu meinem Vorredner

Martin Seyfarth (Martin.Seyfarth)

Eine höchst erheiternde Anektode, die Sie dort erwähnen, stellt diese doch unter Beweis, dass ebend auch sehr kurzfristige Operationen der bösartiken Erzkapitalisten (auch bekannt als Manager) grundlegenden Gewinn erwirtschaften können. Der Gewinn stammt zum allergrößten Teil aus Beteiligungen an Volkswagen, hier in der Form von Optionen und damit auch noch gehebelt.

Frohes Fest

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19. Dezember 2007 03:08

Es geht doch ohne Personal.

Engelbert Kühlwetter (wallibelli)

Den Beweis,daß mit man Kapital mehr Gewinn als mit Personal erzielen kann,hat doch gerade erst das deutsche Vorzeigeunternehmen Porsche wieder erbracht. Ca. 4,5 Millarden durch Beteiligungen, Kapitalanlagen, Lizenzen,die man mit einem Team von höchstens einem Dutzend Leute managen kann. Auf der anderen Seite stehen "nur" ca. 1.3-1.4 Millarden Gewinn aus dem operativen Bereich, für den man 10.000 -12.000 Mitarbeiter beschäftigt. Wertschöpfung durch Arbeit ist auf dem Rückzug. Kapital regiert die Welt. Um Kapital arbeiten zu lassen, braucht man Computer,aber kaum Personal.

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18. Dezember 2007 14:09

Sozialromantische Vereinfachungen

Karsten Cascais (karstencascais)

Der Artikel simplifiziert die Zusammenhänge m.E. doch allzu stark. Anleger (genauer Analysten) reagieren natürlich auf Unternehmensnachrichten wie Personalabbau (übrigens auch bei Personalaufbau), immerhin machen Personalkosten einen erheblichen Teil der Kosten aus. Ob indessen nach oben (wenn ein gesundes Unternehmen zuviel Personal beschäftigt, vgl. Deutsche Bank) oder nach unten (wenn ein angeschlagenes Unternehmen Personal entlassen muss, vgl. Conergy) hängt eben von den Gründen ab. Dass Serviceunternehmen infolge der Informationstechnologie Personal abbauen müssen, ist selbstverständlich und geschieht seit Jahren. Ein Unternehmen, das sich trotz der erwarteten öffentlichen Kritik aus Biertisch- und Milchmädchenperspektive dieser Restrukturierung nicht entzieht, wird natürlich höher bewertet als entscheidungsschwache Unternehmen, die sich solchen Maßnahmen nicht zutrauen. Probleme haben damit nur populistische Sozialromantiker, die glauben auf dem Weltmarkt herrsche das Gute und die Gerechtigkeit, eine Einstellung, die deutsche Unternehmen schon aus sehr vielen Wachstumsmärkten verdrängt hat.

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18. Dezember 2007 10:44

Ergänzung zu meinem Vorschreiber...

Arne Soldat (tribute2me)

Zwar ist es richtig, dass der Aktienkurs der DB in 2007 maximal 118 € (statt den im Artikel angegebenen 160 €) betragen hat, die abgesetzte Information einer beinahen Verdopplung des Aktienkurses seit 2005 ist dennoch richtig. Geübte Kritik sollte sich doch auf Themen von Bedeutung beziehen und nicht, ob die Verdopplung des Aktienkurses in Dollar oder in Euro angegeben wird.

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18. Dezember 2007 08:59

Meiner Meinung

Michael Fichtner (ebaristo)

Das Börsengänge und Aktiendotierte Unternehmen das schlechteste für die Volkswirtschaft sind, habe ich auch schon während meines Studiums gewusst, da es nie gut sein kann, wenn Manager kurzfristige Entscheidungen treffen, um die Aktienkurse in die Höhe zu treiben und natürlich auch ihr Gehalt. Im Gegenzug zu Unternehmern haben Manager keine Verantwortung für das Unternehmen, da nur kurzfristige Entscheidungen zur Gewinnmaximierung zählen und nicht das Wohlergehen des Unternehmens ( Betriebsklima, Belegschaft und anderes). Manager agieren für die Investoren, sie maximieren kurzfristig den Gewinn für die Investoren und danach werden die Aktien abgestoßen, um dem Gewinn zu realisieren und somit fällt der Kurs wieder. Das ist das was am Kapitalismus bzw. der Marktwirtschaft kritisiert wird. Hierbei geht es nicht um das Verhalten von Unternehmern, sondern das der Manager, die mit Hilfe von Berater das Unternehmen "optimieren", meist geht es um Kostenreduzierung - aus Kosten der Belegschaft, da es das einfachste ist, Leute zu entlassen. Gewinner hierbei sind die Manager, die Investoren und die Berater, welche alle auf Kosten der Mitarbeiter und auch der Volkswirtschaft abkasieren!

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18. Dezember 2007 08:51

Markus Teuber (arathorn)

Ob dieser Artikel auch von den Besserwissern gelesen wird,die landauf landab in sämtlichen Talkshows die Mär vom "Entlassungsaktienkurs" rezitieren ?
Wünschenwert wäre es , aber leider ein Wunschtraum.
Leute wie Norbert Blüm,die schon lange nicht mehr in der Wirklichkeit, sondern in selbstgebastelten Traumwelten verharren, sind für Wahrheiten unzugänglich.
Wenn deren Auftritte wenigstens als Pausen-Klamauk begriffen würde,und die Zuseher deswegen klatschten und nicht, weil sie vermeintliche Weisheiten in "Nobis" oder "Heiners" (Geisler) Platitüden vermuten.
Sowohl die vielen "Nobis" als auch deren Zuhörer haben gar begriffen, daß die Börse nur der Spiegel der Wirtschaft ist und nicht irgendwelches Teufelszeug einer kleinen Kaste "neoliberaler" Weltverschwörer.
Leider bedienen Nobi & Co. ausschließlich das Gefühl ,nicht den Verstand.
Und das wird Folgen haben.

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17. Dezember 2007 20:54

Wer in der Faz schreibt , sollte Dollar und Euro unterscheiden!

Carlo Sartorius (sartorius2)

Nach meiner Vermutung ist die Ursache für das Klischee, dass bei der Ankündigung von Entlassungen der Kurs steigt, psychologischer Natur. Vielleicht wird es stärker, skandalträchtiger wahrgenommen, wenn tatsächlich nach einer solchen Ankündigung, also Gewinneinbruch, Massenentlassung der Kurs steigt.
Im Zusammenhang mit der Wahrnehmung des Börsengeschehens wird zudem viel Missbrauch getrieben. Es wird mitunter skandalisiert, wenn die Börsen neue Höchststände erreichen. Dabei ist dies lediglich Ausdruck einer langfristig positiven Wirtschaftsentwicklung. Wenn die Wirtschaft wächst, sollten Börsen steigen und müssen daher zwangsläufig neue Höchststände erklimmen.
Zudem haben sich zahlreiche deutsche Aktien über Jahrzehnte nicht sehr erheblich verteuert (vgl. Daimler, Deutsche Telekom, Commerzbank). Dazu zählt übrigens auch die Deutsche Bank. Man braucht nur die Höchstkurse Anfang der 90er Jahre mit dem heutigen Kurs zu vergleichen und stellt fest, dass der Kursanstieg insbesondere in Anbetracht der Volatilität und der Inflation nicht sehr hoch gewesen ist. Fehlinformationen, z.B. wird im Artikel geschrieben, die Deutsche Bank habe im Jahr 2007 ca. 160 € gekostet, tragen zu diesen Missverständnissen bei. DB 2007 max. 118 €

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