Aktien-Analyse

Daimler könnte 2008 zu den besseren Dax-Aktien zählen

21. Dezember 2007 Die Produktion des Autokonzerns Daimler ist derzeit zwar in mehreren Werken lahm gelegt, weil sich die Lieferung von Gussteilen verzögert. Aber das ist nur ein temporäres und kleineres Problem. Ansonsten läuft es trotz der Diskussionen über allgemein strengere Umweltvorschriften für die Autobauer ganz rund bei den Stuttgartern. Ablesen lässt sich das auch am Chart. Denn der zeigt, dass die Daimler-Aktie für 2007 eine gute Jahresbilanz vorweisen kann.

Und die Chancen stehen nicht schlecht, dass dieses Fazit auch Ende 2008 wieder gezogen werden kann. Denn nach der Trennung von dem teuren Expansionsexperiment Chrysler konzentrieren sich die Stuttgarter wieder auf die Geschäftsfelder, in denen sie zu Hause sind. Von den Börsianern wurde dieser Schnitt, auch wenn er zunächst noch einmal richtig Geld kostete, mit überwältigender Mehrheit begrüßt.

Börsianer sehen Trennung von Chrysler als Befreiungsschlag

Die Hoffnung lautet, dass die Trennung von Chrysler auch der Rendite gut tun wird. Die Chancen, dass die zwischen 2002 und 2006 durchschnittlich nur 5,4 Prozent betragende Umsatzrendite mittel- und langfristig klar verbessert werden kann, sind dadurch nun jedenfalls besser als mit Chrysler. Für 2009 wurde intern die Messlatte für die Umsatzrendite auf neun Prozent gelegt und wenn dieses Niveau erreicht wird, dürfte der Aktienkurs bis dahin dann deutlich höher notieren als aktuell. Allerdings bleibt nur zu hoffen, dass die vor allem im Lastwagen-Bereich, dem Service- und Versicherungsgeschäft sowie zum Thema Abgasreduzierung angedachten neuen Akquisitionen mehr Erfolg zeitigen als das Engagement bei Chrysler.

Daimler-Chef Dieter Zetsche, der gerade vom Kfz-Handel zum „Automanager des Jahres 2007“ gewählt wurde, hat aber bereits versprochen, nur zu investieren, wenn das Geschäft Aussicht auf Profit und einen strategischen Mehrwert biete und einen nochmaligen Zukauf im Pkw-Bereich als in hohem Maße unwahrscheinlich bezeichnet. Geld für Zukäufe ist angesichts einer Nettoliquidität von zuletzt knapp 14 Milliarden Euro so oder so vorhanden und vielleicht fließt ein Teil davon sogar in Dividendenform an die Aktionäre zurück.

Aktie erscheint unterbewertet

Zieht man die Konsensschätzungen der Analysten zu Grunde, dann würde sich die derzeit optisch auf KGV-Basis noch anspruchsvoll anmutende Bewertung schon 2008 (erwartet wird hier im Schnitt ein Gewinn je Aktie von 6,32 Euro) auf unter elf ermäßigen. Für einen im gehobenen Segment tätigen Autobauer wie Daimler wäre das dann ein niedriger Wert. Hätte der Konzern in den vergangenen Jahren nicht viel von seinem Image verspielt, dann würde ihm mit Sicherheit ein höherer Börsenwert als die aktuell zu Buche stehenden rund 71 Mrd. Euro zugebilligt.

Charttechnisch gesehen hat sich zwar ein mittel- und kurzfristiger Abwärtstrend ausgebildet, wenn die Verantwortlichen aber ihre Hausaufgaben machen, dürfte es gelingen, den langfristigen Aufwärtstrend zu retten. Erholt sich die Notiz von derzeit rund 66 Euro wieder auf Kurse von 70 Euro, wäre das charttechnisch ein positives Zeichen und der Titel könnte sich dann auf den Weg machen, mittelfristig wieder das Jahreshoch von rund 78 Euro in Angriff zu nehmen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @JüB
Bildmaterial: FAZ.NET

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