07. Oktober 2003 Das Öl ist das Schmiermittel für die Wirtschaftsentwicklung, lautet ein Spruch unter Ökonomen. Damit wird Ölpreis mitbestimmend über das Wohl und Wehe der globalen Konjunktur. Je teurer der Rohstoff ist, desto schwieriger wird es für die Wirtschaft, damit umzugehen. Die Marke von 30 Dollar wird oft als kritisch betrachtet - und der aktuelle Preise nähert sich deutlich daran an.
Und diese Marke wurde vor dem Golfkrieg mit Preisen von bis zu 34,55 Dollar je Barrel Öl schon einmal deutlich überschritten. Aber nur um Mitte März abrupt auf bis zu etwas mehr als 23 Dollar zu fallen, als absehbar wurde, daß die Amerikaner die kriegerische Auseinandersetzung rasch und deutlich gewinnen würden. Wer allerdings dachte, das sei es gewesen, sah sich bald getäuscht.
Ölkartell hat Quoten gesenkt
Denn schnell stellte sich heraus, daß der Irakkonflikt keine kurzfristige Angelegenheit werden würde und daß die ikarische Ölproduktion nicht sehr schnell wieder anlaufen würde. Das ließ den Preis wieder auf etwas mehr als 30 Dollar ansteigen. Nach einer abermaligen Zwischenkorrektur ist nun die Marke wieder in die Nähe gerückt, die OPEC-Preisobergrenze von 28 Dollar je Faß Öl wird mit Kursen von 28,5 Dollar je Faß Brent überschritten. Sollte das nachhaltig der Fall sein, müßte das Kartell nach den eigenen Statuten die Produktion anheben. Dabei hat es erst vor wenigen Tagen die Quoten reduziert.
Für die steigenden Preise - ein Plus von zwölf Prozent in gerade einmal zehn Tagen - wird nicht ein zu schwaches Angebot an sich verantwortlich gemacht, sondern die Unsicherheiten in mehreren produzierenden Ländern. Das sind einmal die Sabotageaktionen im Irak, drohende Streiks in Nigeria und nicht zuletzt die Unzugänglichkeit russischer Ölhäfen auf Grund starker Winde. Zumindest Letztere aber scheinen vorübergehender Natur zu sein. In Nigeria zeichnen sich ebenfalls Verhandlungen ab, die zu einer Vermeidung der für Mittwochmorgen angekündigten, zweiwöchigen Streiks führen könnten.
Der längerfristige Trend zeigt nach oben
Aus diesem Grund blicken die Ölhändler vor allem auch auf die Entwicklung der Lagerbestände in Amerika, für die am Mittwoch neue Daten veröffentlicht werden. Die Reserven sollen ausgehend von 280,8 Millionen Barrel in der vergangenen Woche nur leicht zunehmen, da einige Raffinerien auf Grund von Wartungsarbeiten nicht in Betrieb waren.
Sollten sich die Streiks in Nigeria vermeiden lassen, sollte sich die Produktion in Venezuela wieder an das Niveau vor der Krise annähern und sollte auch die Produktion im Irak nach und nach doch wieder anlaufen, müßte der Anstieg des Ölpreises eigentlich gedämpft werden. Allerdings ist der Markt für spekulative Ausreißer anfällig, so daß kurzfristige Preisschübe nicht völlig auszuschließen sind.
Sollte die Weltkonjunktur allerdings deutlicher anziehen, wird damit auch die Nachfrage - ähnlich wie bei anderen Rohstoffen, die vielfach steigende Preise verzeichnen - zunehmen. Damit dürfte sich zumindest längerfristig möglicherweise der Trend fortsetzen, der sich charttechnisch abzeichnet - und der zeigt nach oben.
Text: @cri
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| VOLKSWAGEN AG STAMMA | +13,53 | +6,90 |
| DEUTSCHE BANK AG NAM | +3,59 | +6,32 |
| COMMERZBANK AG INHAB | +1,32 | +6,26 |
| MERCK KGAA INHABER - | -5,80 | -7,17 |
| RWE AG STAMMAKTIEN O | -1,57 | -2,03 |
| FRESENIUS MEDICAL CA | -0,37 | -1,05 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.536,09 | +1,45 |
| TecDax | 746,70 | +2,21 |
| DowJones | 11.632,38 | +0,26 |
| Nasdaq | 2.325,88 | +0,95 |
| STOXX 50 | 3.387,50 | +1,84 |
| Nikkei 225 | 13.312,93 | +0,97 |
| S&P 500 Zert. | 12,80 | +2,40 |
| Euro/Dollar | 1,57 | +0,10 |
| Bund Future | 110,11 | +0,03 |
| Gold | 923,15 | +0,16 |
| Öl | 126,52 | -4,27 |
