11. Mai 2007 Die Hausse in Vietnam hat im Laufe der vergangenen 20 Monate viele Interessenten angelockt. Das hat inzwischen mitunter auch zu Übertreibungen bei der Kursbildung geführt. Bisher noch weitgehend unentdeckt geblieben ist der vietnamesische Rohstoffsektor. Diese bislang vom Staat geprägte Branche wurde jahrelang kaum gefördert, nicht zuletzt aufgrund des Fehlens von Kapital. Die Ausgangslage aus Investorensicht ist in diesem Bereich ähnlich wie vor einigen Jahren am damals noch allgemein vor sich hinschlummernden Aktienmarkt .
Die Missachtung des Bergbausektors ist deshalb erstaunlich, weil Vietnam ein rohstoffreiches Land ist. Das Land ist Ölexporteur und verfügt 5.000 bekannte Fundstätten, die mehr als 60 verschiedene Mineralien enthalten. Erwähnenswert sind insbesondere Bauxit, Eisenerz, Wolfram, seltenes Erdmetall, Chrom und natürlich Gold sowie Öl. Trotz dieser Vorkommnisse gibt es bisher keine moderne Minenindustrie. Dies lässt sich unter anderem mit der Geschichte erklären. Während des Vietnamkriegs und des anschließenden Embargo gab es wichtigeres zu tun, als den Rohstoffsektor zu erschließen.
Vietnams Rohstoffsektor ist noch unterentwickelt
Große ausländische Player sind bis heute noch nicht im Markt vertreten, was auch auf eine lange Zeit fehlende Minengesetzgebung zurückzuführen sein dürfte. Als dann eigentlich die Zeit reif gewesen wäre, etwas in Angriff zu nehmen, sorgte der Skandal um die letztlich nur fiktiven Goldfunde der kanadischen Firma Bre-X in Borneo dafür, dass Länder wie Vietnam von der Rohstoffindustrie links liegen gelassen wurden.
Doch das dürfte sich bald ändern. Das glauben auch die Experten von Dragon Capital. Deren Urteil hat Gewicht, verwalten sie doch den VEIL-Fund, einem Produkt, das es im Vorjahr mit einem Anstieg des Nettoinventarwerts um 156 Prozent zum besten Vietnam-Fonds gebracht hat. Wie FAZ.NET vor Ort in Erfahrung gebracht hat, ist diese Fondsgesellschaft gerade dabei einen VRI-Rohstoff-Fonds aufzulegen.
Im Portfolio dieses Fonds wird vermutlich auch Asian Minerals Resources enthalten sein, weil Dragon daran bereits Anteile hält. Dahinter steckt ein in Toronto gelisteter Nickelproduzent mit australischem Management, der versucht, sich als ein führender Branchenvertreter in Südostasien zu etablieren. Noch ist die Abbaulizenz für das erste Nickelprojekt in Vietnam zwar noch nicht erteilt. Aber das Unternehmen ist bereits seit 1993 in Vietnam präsent und verfügt über gute politische Verbindungen. Das lässt erwarten, dass die Zuteilung der Lizenz erfolgen wird. Die internen Planungen sehen jedenfalls schon für Ende 2008 die Aufnahme der Produktion vor. Wenn alles glatt läuft, könnte die Abbaugenehmigung in den kommenden zwei bis drei Monaten erteilt werden.
Im Branchenvergleich deutlich unterbewertet
Das Abbaugebiet gilt als erstklassig und die unerschlossene Nickel-Reserve wurde bisher auf 24.000 Tonnen Nickel und 11.000 Tonnen Kupfer beziffert. Vor zwölf Monaten wurde eine Machbarkeitsstudie abgeschlossen, die zu dem Ergebnis kam, dass bei einer Produktion von jährlich 4.000 Tonnen Nickel und einem Nickelpreis von fünf Dollar soiwe einem Kupferpreis von 1,15 Dollar ein freier Cashflow von 64 Millionen Dollar erwirtschaftet werden kann.
Die seinerzeit veranschlagten Nickel-Produktionskosten von drei Dollar und die Baukosten für die Anlage müssen wegen deutlich gestiegener Kosten zwar inzwischen deutlich höher angesetzt werden, indes ist mittlerweile besonders der Nickelpreis förmlich in die Höhe geschossen. Preise in der aktuellen Größenordnung dürfte es für Asian Minerals lohnend machen, auch weniger gehaltvolle Nickelvorkommen abzubauen. Das Vorkommen könnten sich dann auch auf 200.000 Tonnen Nickel belaufen. Für einen kleinen Wert wie Asian Minerals wäre das natürlich gigantisch.
Die derzeitige Marktkapitalisierung von gut 63 Millionen Euro wird aus unserer Sicht dem wahren Wert von Asian Minerals nicht gerecht. Zum besseren Vergleich sei dazu auch auf das Unternehmen Mirabela Nickel verwiesen. Diese Gesellschaft hat in Brasilien ebenfalls nur eine Ressource mit geringen Nickelgehalt von 0,6 Prozent zu bieten. Bei einem Nickelvorkommen von rund 300.000 Tonnen wird dieser Aktie aber eine Marktkapitalisierung von fast 473 Millionen Euro zugestanden.
Der Titel wird auch an deutschen Börsen gelistet, wer kann, kauft aber besser an der Heimatbörse in Toronto. Aber auch dort müssen Aufträge wegen der dünnen Umsätze unbedingt strikt limitiert werden.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @JüB
Bildmaterial: Bloomberg, FAZ.NET
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22:12EUREX/DAX-Futures schließen etwas fester
22:06XETRA-NACHBÖRSE/XDAX (22 Uhr): 5.862 (XETRA-Schluss: 5.831) Pkt
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