Von Stewart Scharf , Analyst bei S&P-Market Scope
04. Februar 2003 S&P setzt in dieser Woche auf Jacobs Engineering. Die Unternehmensgruppe kann auch weiterhin ihre beständige Gewinnwachstumsrate von 15 Prozent erzielen. Denn Jacobs Engineering ist gut positioniert, um von seiner breiten Kundenbasis und geographischen Präsenz profitieren zu können.
Zudem sind bei Verteidigung, Mineralöl, Infrastruktur, staatlichen Programmen, Bauwesen und biopharmazeutischen Produkten positive Entwicklungstrends zu beobachten. Die Aktie wurde mit dem höchsten S&P-Investmentranking von fünf Sternen (klarer Kauf) ausgezeichnet.
Langfristige Kooperationsverträge mindern Geschäftsrisiken
Jacobs erwirtschaftet über 85 Prozent der Umsätze über sein bevorzugtes Geschäftsmodell der Kundenbeziehungen, durch das langfristige Kooperationsverträge abgeschlossen und lokale Partnerschaften aufgebaut werden. Das wiederum erlaubt es Jacobs, seine globale Präsenz sowie sein Serviceangebot zu erweitern, sein Netzwerk aus unabhängigen Auslandstochtergesellschaften mit einheimischem Personal Spannkraft zu verleihen und seine Schulden zu vermindern. Diese Geschäftsstrategie hat das Unternehmen bisher genutzt, um die bestehenden Risiken zu vermindern.
Solider Auftragsbestand
Jacobs bietet seinen Kunden Dienstleistungen in den Bereichen technische Konstruktion, Bauwesen, Instandhaltung und Projektservices an. Mit einer Gesamtsumme von 6,7 Milliarden Dollar und einer Steigerungsrate von 4,7 Prozent im Vorjahresvergleich blieb der Auftragsbestand des Unternehmens auch zum 31. Dezember 2002 solide. Auch die Auftragseingänge sind in der letzten Zeit durchweg hoch ausgefallen. Hinzu kommen die mit staatlichen Mitteln finanzierten Projekte für Militär und nationale Sicherheit. Außerdem werden in den kommenden zehn Jahren mehr Gelder in den Ausbau von Straßen, Schienen, Flughäfen, Schulen und Strafvollzugsanstalten fließen. Auch diese Faktoren werden zu einer Steigerung des Unternehmensergebnisses von Jacobs beitragen.
Diversifizierung reduziert Abhängigkeit vom Konjunkturzyklus
Des weiteren wird der Geschäftsbereich pharmazeutische Projekte von einer langen Pipeline an Produkten und einer immer älter werdenden Bevölkerung profitieren. Die Zweige Chemikalien sowie Papier und Pappe, die für insgesamt dreizehn Prozent des Gesamtumsatzes stehen, dürften bis zum Beginn des Geschäftsjahres 2004 im September eine zunehmende Erholung erfahren.
Jacobs hat in den vergangenen zehn Jahren durch eine ausgewählte Marktdiversifizierung seine Abhängigkeit vom Konjunkturzyklus vermindert. Das Unternehmen steigerte den Umsatzanteil von Biopharmaka von drei auf 19 Prozent und den Anteil der staatlichen Programme am Gesamtumsatz von zehn auf 22 Prozent. Gleichzeitig wurden der Umsatzanteil des Bereichs Chemikalien von 32 auf zwölf Prozent und der von Mineralöl von 35 auf 25 Prozent heruntergefahren. Die neuen Vorschriften für saubere Abgase dürften in den kommenden zehn Jahren für zahlreiche Projekte zur Filterung von Schwefel aus Benzin und schließlich auch aus Diesel und Flugbenzin sorgen.
Höhere Betriebsmargen dank Akquisitionen und Kostenkontrolle
Die Betriebsmargen dürften sich dank einer verbesserten Zusammensetzung der Umsatzträger, geringerer Kosten für den Außendienst und Synergien durch Akquisitionen erhöhen. Wahrscheinlich wird Jacobs sein Netzwerk sowohl in den USA und auf ausländischen Märkten durch Akquisitionen erweitern. Das Unternehmen sollte auch weiterhin seine allgemeinen Kosten (General & Administrative) unter strenger Kontrolle halten, indem es seine Engineering Centers in Niedrigkostenländern wie Indien ansiedelt, während es gleichzeitig seinen hohen Cash-flow (Geschäftsjahr 2002: 145 Millionen Dollar) für den weiteren Schuldenabbau (Verschuldungsgrad am 31. Dezember 2002: neun Prozent; einer der niedrigsten Werte in der gesamten Branche) und Akquisitionen in Marktnischen einsetzt.
Aktie mit deutlichem Aufwärtspotenzial
Obwohl die Jacobs-Aktie zwischen Oktober 2002 und Ende Januar 2003 bereits um 40 Prozent zugelegt hat, rechnet S&P mit weiteren Zugewinnen. Dies ist mit den überaus vorteilhaften Wachstumsperspektiven und dem etablierten Managementteam zu begründen. Derzeit wird die Aktie mit einem KGV von rund 16 (basierend auf unserer Gewinnschätzung je Aktie von 2,30 Dollar für das Geschäftsjahr 2003) - der gleiche Wert wie unsere durchschnittliche KGV-Schätzung für den S&P MidCap 400-Index - und einem KGV von weniger als 14 (basierend auf unserer Gewinnschätzung je Aktie in Höhe von 2,65 Dollar für das Geschäftsjahr 2004) gehandelt. Dies entspricht einem Abschlag zum durchschnittlichen KGV des Index´.
Das dynamische KGV (PEG-Ratio) der Aktie beträgt zudem nur 1,1, und die Eigenkapitalrendite (Return on equity) in Höhe von 17 Prozent liegt über dem Branchendurchschnitt. Wird ein 2003er KGV von 20 bis 22 zu Grunde gelegt, ergibt sich ein Kursziel zwischen 46 und 51 Dollar. Dieses repräsentiert ein Aufwärtspotenzial von 24 Prozent. In Anbetracht des bisher überlegenen Gewinnwachstums, den relativ geringen Risiken sowie eines S&P Quality Rankings von B+, sind wir überzeugt, dass die Aktie über das Potenzial für weitere Kapitalgewinne verfügt.
Der Chart zeigt die Entwicklung der Jacobs Engineering-Aktie.
Text: @thwi.
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| MERCK KGAA INHABER - | +3,42 | +4,55 |
| DEUTSCHE BÖRSE AG NA | +1,64 | +2,15 |
| FRESENIUS MEDICAL CA | +0,60 | +1,73 |
| DAIMLER AG NAMENS - | -4,09 | -9,61 |
| THYSSENKRUPP AG INHA | -1,90 | -5,67 |
| MAN AG STAMMAKTIEN O | -3,81 | -5,54 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 6.440,70 | -1,46 |
| TecDax | 721,58 | -3,36 |
| DowJones | 11.425,98 | -1,77 |
| Nasdaq | 2.296,42 | -1,27 |
| STOXX 50 | 3.354,58 | -0,97 |
| Nikkei 225 | 13.603,31 | +2,18 |
| Euro/Dollar | 1,57 | -0,18 |
| Bund Future | 110,96 | +0,77 |
| Gold | 925,33 | +0,39 |
| Öl | 124,98 | -1,22 |
