13. November 2007 Wer sich Anfang des Jahres 2003 die Aktien des Salz- und Düngemittelunternehmens K+S ins Depot legte, konnte inzwischen Kursgewinne von bis zu knapp 800 Prozent verbuchen. Auch wenn die Aktie in den vergangenen Tagen mit Kursverlusten von bis zu zehn Prozent deutlich korrigierte, steht sie mit einem Plus von knapp 50 Prozent seit Jahresbeginn immer noch vergleichsweise gut da.
Die kurzfristige Korrektur scheint nicht von ungefähr zu kommen. Denn das Unternehmen hat am Dienstag trotz eines unerwartet starken dritten Quartals seine Prognose für das Gesamtjahr gesenkt. Der operative Gewinn vor Steuern und Zinsen habe sich von Juli bis September um knapp 54 Prozent auf 79,4 Millionen Euro erhöht, teilte das Kasseler Unternehmen am Dienstag mit. Analysten hatten im Schnitt mit 66,6 Millionen Euro gerechnet. Der bereinigte Überschuss lag bei 47,6 Millionen Euro, ein Plus von 51 Prozent. Der Umsatz kletterte um etwa neun Prozent auf 727,1 Millionen Euro. Analysten hatten 715 Millionen Euro erwartet.
Leichtes Umsatz- und deutlicheres Gewinnwachstum erwartet
Nach einem Umsatz von 2,96 Milliarden Euro im vergangenen Jahr rechnet K+S in der laufenden Berichtsperiode mit einem Umsatz von 3,1 bis 3,2 Milliarden Euro, nachdem bislang 3,1 bis 3,3 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden waren. Seine Ergebnisprognose senkte K+S erneut und rechnet nun mit einem operativen Gewinn von 300 bis 310 Millionen Euro, nachdem die Gesellschaft zuvor schon angekündigt hatte, mit einem operativen Ergebnis am unteren Rand der Gewinnprognose von 310 bis 325 Millionen Euro zu rechnen. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte die vergleichbare Zahl bei 278 Millionen Euro gelegen.
Für den Geschäftsverlauf des Jahres 2008 ist K+S optimistisch. Der Umsatz sollte spürbar zulegen, so das Unternehmen. Getragen werde diese Einschätzung vor allem von höher als bisher erwarteten Umsätzen im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte infolge deutlicher Preisanhebungen auf den Weltkalimärkten. Auch das operative Ergebnis schätzt K+S für das Geschäftsjahr 2008 deutlich höher ein. Dies hänge in erster Linie mit den stark steigenden und die Kosten deutlich übertreffenden Durchschnittspreisen im Geschäftsbereich Kali- und Magnesiumprodukte zusammen. Außerdem solle eine Normalisierung des Auftausalzgeschäfts im nächsten Jahr zu einem spürbaren Anstieg des operativen Ergebnisses im Geschäftsbereich Salz führen.
K+S erzielt die wesentlichen Umsätze in den Sparten Kali- und Magnesiumprodukte, Compo, Fertiva, Salzentsorgung und Recycling sowie Dienstleistungen und Handel. Die Sparte Kali- und Magnesiumprodukte erzielte im vergangenen Geschäftsjahr mit einem Umsatz von 1,24 Milliarden Euro knapp die Hälfte der Gesamterlöse. Sie gewinnt in sechs Bergwerken in Deutschland Kali- und Magnesiumrohsalze mit einer jährlichen Produktionsleistung von rund acht Millionen Tonnen. Die Salzrohstoffe enthalten die Mineralien Kalium, Magnesium und Schwefel; diese werden zu hochwertigen Mineraldüngern sowie zu Vorprodukten für die Herstellung unzähliger industrieller Erzeugnisse verarbeitet.
Düngemittel dürften in Zukunft weiterhin gefragt sein
Compo bietet im Consumerbereich ein breites Angebot von Blumenerden, Spezialdüngern und Pflanzenschutzprodukten. Die Sparte erlöste im vergangenen Geschäftsjahr 552 Millionen Euro. Im Geschäftsbereich Fertiva werden in Form eines Handelsgeschäfts die weltweiten Marketing- und Vertriebsaktivitäten für stickstoffhaltige Felddünger gebündelt. Sie erlöste im Jahr 2006 rund 556 Millionen Euro. Mit der European Salt Company (Esco) ist K+S der größte Salzanbieter in Europa. Esco verfügt über drei Steinsalzbergwerke, drei Solbetriebe sowie mehrere Siedesalzanlagen und erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 458 Millionen Euro. Die restlichen Sparten trugen nur relativ wenig zum Gesamtumsatz bei.
K+S konnte in den vergangenen Jahren die Umsätze im Trend steigern. Aufgrund des Booms im Agrarbereich konnte auch die Rentabilität erhöht werden. Angesichts der wachsenden Bevölkerung weltweit, des zunehmenden Wohlstands und der Tendenz, Agrarprodukte zunehmend auch zur Erzeugung alternativer Energien zu verwenden, dürfte die Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens auch in den kommenden Jahren zunehmen und den Aktienkurs mittel- und längerfristig weiter nach oben treiben.
Kurzfristig dagegen scheint sie mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von 28,5 und 19 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr etwas ambitioniert bewertet zu sein. Eine gewisse Konsolidierung könnte aus diesem Grund kaum überraschen.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @cri
Bildmaterial: dpa/dpaweb, FAZ.NET, K+S, Mosaic/IFA, Mosaic/USDA
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| VOLKSWAGEN AG STAMMA | +45,13 | +15,20 |
| K+S AKTIENGESELLSCHA | -0,15 | -0,39 |
| MAN AG STAMMAKTIEN O | -0,40 | -1,01 |
| DEUTSCHE BANK AG NAM | -5,99 | -16,08 |
| DEUTSCHE POSTBANK AG | -3,87 | -14,61 |
| INFINEON TECHNOLOGIE | -0,44 | -13,68 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 4.544,31 | -7,01 |
| TecDax | 516,75 | -4,81 |
| DowJones | 8.451,19 | -1,49 |
| Nasdaq | 1.649,51 | +0,27 |
| STOXX 50 | 2.421,87 | -7,86 |
| Nikkei 225 | 8.276,43 | -9,62 |
| S&P 500 Zert. | 8,83 | -10,45 |
| Euro/Dollar | 1,34 | +0,00 |
| Bund Future | 114,67 | -1,44 |
| Gold | 847,40 | +0,00 |
| Öl | 76,65 | -7,49 |