01. Juni 2004 In den Tagen vor Beginn der Bonner Konferenz zu Erneuerbaren Energien (Renewables) haben Aktien von Herstellern von Photovoltaik-Anlagen wie SAG Solarstrom, Solarworld oder Solon starke Kurszuwächse verzeichnet. Diesen Performance-Schub konnten Windkraft-Aktie zwar nicht vorweisen.
Doch parallel zur Eröffnung der Konferenz machen auch sie an der Börse etwas Wind: Nordex steigen um 5,1 Prozent auf 83 Cent, nachdem sie im Verlauf des Vormittags schon ein Plus von fast 12,7 Prozent verzeichnet hatten. Plambeck Neue Energien legen um 15 Prozent auf 2,29 Euro, und Repower verbessern sich um gut ein Prozent auf 18,42 Euro nach einem Tageshoch von 18,75 Euro.
Die internationale Renewables-Diskussion am ehemaligen deutschen Regierungssitz und der nach dem jüngsten Anschlag in Saudi-Arabien wieder gestiegene Ölpreis dürften die Ursache für die Kurszuwächse sein. Denn die aus den Unternehmen verlautbarten Nachrichten haben in den vergangenen kaum einen Anlaß geboten, bei ihren Aktien zuzugreifen. Sie haben sich nach enttäuschenden Geschäftsverläufen binnen Jahresfrist deutlich schlechter entwickelt als der TecDax und Wertverluste verzeichnet. Die günstige Bewertung ist kein Trost, da der Trend eindeutig ist. Nämlich abwärts zeigend.
Repower: Verlust im ersten Quartal ausgeweitet
Der auf Deutschland und Europa konzentrierte Windkraftanlagen-Bauer Repower hat sich nach einem schwachen Abschneiden im Jahr 2003 und einem sehr mäßigen ersten Quartal für dieses Jahr zurückhaltend gezeigt. Die Gesamtleistung werde über 300 Millionen Euro liegen, nachdem im vergangenen Jahr 295,5 Millionen Euro erreicht wurden, hat Vorstandschef Fritz Vahrenholt angekündigt. Aber: Im November hatte er noch eine Leistung von 320 bis 330 Millionen Euro in Aussicht gestellt.
Und die bisherige Prognose für den Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) von über 25 Millionen Euro wollte Vahrenholt nicht bestätigten. Er begründete seine Zurückhaltung mit der "unsicheren politischen Lage". Das Ergebnis werde aber gegenüber dem Vorjahreswert von rund 13 Millionen Euro steigen. Die Dividende für 2003 bleibe wegen der Aussichten unverändert bei 0,60 Euro je Aktie, hieß es. Für das laufende Jahr rechnet Vahrenholt mindestens wieder mit 0,60 Euro. Wegen der schwachen Margen-Entwicklung will Repower auf die Kostenbremse treten.
Zuletzt Prognosen nicht eingehalten
Mit dem bisherigen Jahresverlauf zeigte sich Vahrenholt zufrieden. Der Umsatz sei mit 41,2 Millionen Euro sogar deutlich höher ausgefallen als im ersten Quartal 2003, als Repower 36,4 Millionen Euro verzeichnet hatte. Doch das Unternehmen weitete den Verlust vor Zinsen und Steuern von 1,2 Millionen Euro auf 3,3 Millionen Euro aus. Gleichwohl erwartet Repower ein kleines Plus bei Umsatz und Ertrag.
Allerdings ist das mit den Prognosen bei dem Windkraftanlagen-Bauer so eine Sache: Im vergangenen Jahr hatte Repower seine eigene Ebit-Prognose deutlich verfehlt. Vor allem wegen des schwachen Schlußquartals fiel das operative Ergebnis nach vorläufigen Zahlen auf rund 13 Millionen Euro nach 26,1 Millionen Euro im Vorjahr. Im November hatte Vahrenholt noch ein Ebit von rund 25 Millionen Euro in Aussicht gestellt.
Plambeck-Periodengewinn abgeschmolzen
Plambeck Neue Energien baut ebenfalls Windkraftanlagen und zielt darauf ab, Windparks als Generalunternehmer zu errichten und anschließend die Betriebsführung zu übernehmen, während die Parks über Fondsangebote oder an Einzelinvestoren verkauft werden (Projektfinanzierung). Seit 2002 errichtet und betreibt Plambeck auch Umspannwerke, mit denen Windparks ans Netz angeschlossen werden. Ihre technische Expertise für Wartung und Reparatur stellt die Gruppe auch externen Windparkbetreibern zur Verfügung.
Anders als Repower hat Plambeck das erste Quartal mit schwarzen Zahlen abgeschlossen und einen Periodenüberschuß von 700.000 Euro erwirtschaftet. Nur: Vor Jahresfrist stand ein Quartalsergebnis von 1,06 Millionen Euro zu Buche. Auch der Umsatz ist im Vergleich gesunken, nämlich von 12,1 Millionen Euro auf elf Millionen Euro. Wegen einer unsachlichen politischen Diskussion über Vor- und Nachteile der Windenergie sei die Projektfinanzierung schwierig gewesen. Als positive Nachricht hob Plambeck hervor, die Baugenehmigung für sein Projekt Borkum Riffgrund, einen Windkraft-Park in der Nordsee, erhalten zu haben; die Finanzierung sei gesichert. Einer Prognose enthielt sich das weitgehend auf Deutschland ausgerichtete Unternehmen indes.
Ökonomen-Kritik und natürliche Risiken
Angesichts der geographischen Orientierung erscheint es zumindest zweifelhaft, ob beide Unternehmen von der Absicht, den Bau und Einsatz Windkraftanlagen an geeigneten Standorten in Übersee zu befördern, profitieren können, so der Plan verwirklicht wird. In heimischen Gefilden sehen sich Betreiber von Windkraftanlagen der Kritik von Ökonomen ausgesetzt, die Vergütung von Windenergie, die ins Stromnetz eingespeist werde, verzögere Innovationen. Zudem kam im vergangenen Jahr eine relative Flaute in Deutschland hinzu, so daß Windräder häufig standen oder sich nur schwach drehten. Und Prognosen zur Intensität von Wind sind naturgemäß nicht realistisch zu treffen.
Hinzu kommt die Unsicherheit, inwieweit Windkraft künftig staatlich gefördert wird. Das Erneuerbare Energie-Gesetz (EEG) ist jüngst im Bundesrat durchgefallen und an den Vermittlungsausschuß von Bundestag und Bundesrat verwiesen worden.
Trend bei beiden Aktie negativ
Die Geschäftsentwicklung und das politische Umfeld spiegeln sich in den Aktienkursverläufen von Plambeck und Repower wider: Die Plambeck-Aktie hat sich binnen Jahresfrist um knapp 52 Prozent verbilligt, während der TecDax um 42 Prozent schwerer geworden ist. Entsprechend negativ ist der Trend bei diesem Papier. Angesichts dessen scheint es nur ein schwacher Trost zu sein, daß der Titel mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp zehn günstig bewertet ist und durch den jüngsten starken Kursanstieg am kurzfristigen Abwärtstrend knabbert. Denn es muß sich er weisen, ob es sich um den Beginn eines nachhaltigen Aufschwungs handelt oder um eine heftige Böe inmitten einer Flaute, um im Bild zu bleiben. Ein ermutigendes Zeichen wäre es, wenn er den Widerstand bei 2,40 Euro überwinden könnte.
Um die Repower-Aktie sieht es auch nicht wesentlich besser aus. Zwar hat der Titel binnen Jahresfrist lediglich 18,5 Prozent verloren, doch ein Verlust ist eben ein Verlust. Dazu ist die Aktie zuletzt nur seitwärts gelaufen. Und ob Repower diesmal seine Prognose erfüllen wird, muß die Zukunft zeigen. Insofern verblaßt die bei einem KGV von 11,5 moderate Bewertung. Angesichts dessen ist auch dieser Titel weiter kein Kauf.
Die Charts zeigen die Entwicklung der Aktien der Plambeck Neue Energien AG und der Repower AG (unten).
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @thwi
Bildmaterial: dpa
| Tops & Flops | Kurs | in % |
| ThyssenKrupp | 24,90 € | +4,45% |
| Daimler | 35,81 € | +4,40% |
| Salzgitter | 64,75 € | +4,38% |
| BMW | 34,59 € | +3,36% |
| Infineon | 3,50 € | +3,25% |
| Lufthansa | 11,31 € | +0,89% |
| E.ON | 26,88 € | +0,75% |
| Münchener Rück. | 107,87 € | +0,73% |
| FMC | 35,89 € | −0,19% |
| K+S | 38,41 € | −1,01% |
US-Anleihen im späten Handel mit Aufschlägen
22:47Wall Street schließt fest - Indizes mit neuen Jahreshochs
22:20EUREX/Renten-Futures schließen knapp unter Tageshoch
22:13EUREX/DAX-Futures schließen sehr fest - Unter 5.800 Punkten
22:07XETRA-NACHBÖRSE/XDAX (22 Uhr): 5.790 (XETRA-Schluss: 5.805) Pkt
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.804,82 | +2,07% |
| TecDAX | 781,92 | +2,69% |
| MDAX | 7.439,81 | +1,76% |
| SDAX | 3.555,77 | +1,50% |
| REX | 374,56 | +0,17% |
| Eurostoxx 50 | 2.926,15 | +1,50% |
| Dow Jones | 10.407,00 | +1,33% |
| Nasdaq 100 | 1.807,56 | +1,06% |
| S&P500 | 1.109,30 | +1,45% |
| Nikkei225 | 9.791,18 | +0,21% |
| EUR/USD | 1,4988 | +0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 78,75 $ | +2,27% |
| Gold | 1.130,00 $ | +2,03% |
| Bund Future | 122,06 € | +0,53% |
| Gesamt- Index |
Durchschnitt 90 Tage |
Durchschnitt 200 Tage |
|
|---|---|---|---|
Aktien-Index16.11.2009 13:00 |
1370,44 | 1332,51 | 1265,03 |
Performance-Index16.11.2009 17:35 |
305,36 | 294,53 | 275,36 |
Euro-Aktien-Index16.11.2009 17:35 |
145,12 | 137,85 | 125,63 |
Die Gesellschaft muss akzeptieren können....
21:41 21:34 21:26@Rabe wg Inflation von Vermögenswerten
21:24