FAZ.NET-Spezial

Finanzmärkte in einer kritischen Phase

12. März 2004 Noch bis vor wenigen Tagen herrschte den Börsen „eitel Sonnenschein“. Der in den vergangenen Monaten aufgekommene Konjunkturoptimismus ließ die Kurse steigen in der Erwartung, die auf Wachstum hinweisenden Daten vor allem aus Amerika und Japan würden in Verbindung mit den zum Teil massiven Kostensenkungsmaßnahmen der jüngeren Vergangenheit die Gewinne der Unternehmen nachhaltig steigen lassen. Sie müßten folglich mehr wert werden und die die Kurse weiter klettern.

Mit massiven Steuersenkungen, öffentlichen Ausgabenprogrammen und rekordtiefen Zinsen versucht die amerikanische Regierung die Wirtschaft wieder auf Trab zu bringen, nachdem sie auf Grund eines massiven Investitionsstopps in Verbindung mit der Börsenbaisse aus dem Tritt geraten war. Deutliche Wachstumsraten in den vergangenen Quartalen deuteten auch daraufhin, daß diese Strategie erfolgreich sein könnte.

„Marktkritische“ Zeichen

Allerdings gibt es auch kritische Zeichen. Einmal der ungewöhnlich schwache amerikanische Arbeitsmarkt, der längerfristig den überaus wichtigen Konsum bedrohen könnte. Zum anderen massive makroökonomische Ungleichgewichte. Und nicht zuletzt der Rentenmarkt, der sich dem Optimismus offensichtlich nicht anschließt.

Das führte dazu, daß sich die Aufwärtsdynamik an den Börsen in den vergangenen Wochen nicht nur abschwächte: Bei vielen Indizes - allen voran bei der Nasdaq - sind mittlerweile die Trends gebrochen. Der letzte „Kick“ dazu kam am Donnerstag aus Madrid. Koordinierte Bombenanschläge führten dort zu einem Massaker, welches zu zunehmender Unsicherheit führt. Vor allem auch deswegen, weil nach wie vor unklar ist, wer hinter den Attentaten steht. Sollte es da internationale Terroristennetzwerk Al Qaida sein, könnte die Unsicherheit länger anhalten. Denn die Anschläge würden die Handlungsfähigkeit der Organisation beweisen.

In diesem Spezial werden deswegen alle Beiträge gebündelt, die sich mit der Thematik und damit der aktuellen Marktsituation befassen.



Text: @cri
Bildmaterial: dpa

 

Interview

„Der Markt war reif für eine Kurskorrektur“

Die Verluste beim Dax kommen für DWS-Fondsmanager Tim Albrecht nicht überraschend. Aus seiner Sicht war es an der Zeit, den Anlegern auf die Finger zu klopfen. Bei 3.600 Dax-Punkten sieht er aber wieder Kaufkurse.

Aktienmärkte

An der Börse von Madrid ist der Aufwärtstrend weiter intakt

Infolge des terroristischen Massakers in Pendlerzügen steht der Aktienmarkt in Madrid deutlicher als sein deutsches Pendant unter Druck. Doch anders als der Dax steht der spanische Ibex-35 keineswegs angeschlagen da.

Nach dem Terror

„Die spanischen Truppen im Irak werden heimkehren“

Spezial Unter dem Eindruck der offenbar von Islamisten verübten Anschläge von Madrid haben die Spanier die konservative Regierung abgewählt. Der sozialistische Wahlsieger Zapatero kündigte einen Kurswechsel in der Außenpolitik an.

Aktienmärkte

Stockpicker sieht Dax klar unter der fairen Bewertung

Der Dax ist zeitweise unter die Marke von 3.900 Punkten gerauscht - und damit klar unterbewertet, wie Fondsmanager Martin Wirth (FPM Stockpicker Germany) meint. Erst bei mehr als 5.000 Punkten würde er nachdenklich.

Marktverfassung

Steigender VDax zeigt zunehmende Nervosität an

Lag der VDax noch vor wenigen Tagen auf dem tiefsten Stand seit sieben Jahren, so legt er nun zu. Er zeigt damit die zunehmende Unsicherheit an den Finanzmärkten an.

Interview

"Ich sehe zehnjährige Treasuries bei 3,5 Prozent"

Die Börsen wurden auf Grund der Attentate in Madrid nervös. Kritisch würde es nur dann, wenn weitere Anschläge folgen sollten, denkt John Hatherly, Head of Global Analysis bei der britischen Fondsgesellschaft M&G.

Interview

„Am Rentenmarkt sind neue Renditetiefs möglich“

Am Rentenmarkt kommt es gerade zu einer Neubewertung. Die Konjunktur- und Inflationserwartungen werden gesenkt, was laut Fondsberater Bernd Früh dazu führen wird, daß 2004 noch einmal ein gutes Rentenjahr wird.

Markttechnik

An den Börsen hat sich das technische Bild eingetrübt

Mit den jüngsten Kursverlusten hat sich das charttechnische Bild der Börsen deutlich eingetrübt. Vor allem die Nasdaq ist deutlich unter ihren Aufwärtstrend geraten und deutet weiteres Korrekturpotential an.

Terroranschläge

Tourismus-Aktien wegen Terrorgefahr nicht kopflos verkaufen

Die Aktien von Fluggesellschaften und Tourismuskonzernen waren in Reaktion auf die Anschläge von Madrid die größten Verlierer. Dabei sind Panikreaktionen in der Regel ein schlechter Ratgeber für Anleger.

Interview

"Kurzfristig scheinen Euro und Pfund angeschlagen zu sein"

Verrückte Welt. Fundamentale Faktoren sprechen gegen den Dollar. Trotzdem legt er zu. Neben technischen Gründen macht S&P-Devisenexpertin Kerry Meanwell die japanischen Interventionen verantwortlich.

Devisenmarkt

Dollar-Chart sendet ein Lebenszeichen

Der Dollar hat am Donnerstag phasenweise eine weitere wichtige Charthürde genommen. Das läßt den Aufwärtstrend des Euro gefährdeter erscheinen, als es die fundamentaler Bedenken zum Dollar erwarten ließen.

Rohstoffe

Platin-Rekordhoch geht an Platin-Aktien vorbei

Platin hat zur Wochenmitte ein 24-Jahreshoch markiert, weil die Nachfrage aus Japan deutlich gestiegen ist. Auf die Kurse der Aktien von Platin-Produzenten färbt die Rally des Edelmetallpreises indes nicht mehr ab.

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