10. November 2004 Mit Kursverlusten von bis zu 2,7 Prozent im nachbörslichen Handel reagierte am Dienstag die Aktie des amerikanischen Netzwerkausrüster Cisco Systems auf die Umsatz- und Ertragszahlen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres.
Der Gewinn stieg im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 29 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar oder 21 Cents je Aktie und entsprach damit den durchschnittlichen Analystenerwartungen. Der Umsatz legte im Jahresvergleich um 17 Prozent auf 5,97 Milliarden Dollar zu. Diese Entwicklung dürfte eher leicht enttäuschen.
Ertragsmarge in der Defensive
Der Markt scheint auch nicht darüber begeistert zu sein, daß das Unternehmen das erste Mal seit langem seinen Gewinn nicht wie sonst üblich um einen Penny über den lancierten Erwartungen gemeldet hat. Möglicherweise hat sich das Management angesichts des früher gezeigten und zuletzt deutlich nach unten angepaßten Optimismus, angesichts der eher enttäuschenden Umsatzentwicklung, stagnierender Lagerhaltung und fallender Ertragsmargen nicht dazu getraut.
Es gibt Analystenschätzungen, nach welchen das Unternehmen den Umsatz um mindestens 280 Millionen steigern müßte, um den Gewinn um einen Cent erhöhen zu können. Bei schwindenden Margen dürfte das immer schwieriger werden. Ein großer Teil des erzielten Gewinnzuwachses bezogen auf die einzelne Aktie dürfte auf die fallende Anzahl von Aktien zurückzuführen sein. Mit zum Teil massiven Aktienrückkäufen versucht das Unternehmen diese Entwicklung zu beeinflussen und lenkt damit im Prinzip von den tatsächlichen Verhältnissen ab.
Das Unternehmen verfügt über Liquidititätsreserven von 17,7 Milliarden Dollar oder umgerechnet 2,62 Dollar je Aktie. Der freie Cashflow im vergangenen Quartal lag bei 1,35 Milliarden Dollar, zusätzlich wurden 156 Millionen Aktie mit einem Gegenwert von drei Milliarden Dollar zurückgekauft zu einem Durchschnittspreis von 19,24 Dollar je Aktie.
Aktie ist sicherlich kein Schnäppchen
Insgesamt ist das Unternehmen auf Grund der vielen Übernahmen in der Vergangenheit, der damit verbundenen Good Wills, der Aktienoptionspläne und auch der Aktienrückkäufe vergleichsweise undurchsichtig. Gleichzeitig scheint sich das Unternehmen operativ gut zu entwickeln. Vor allem auch deswegen, weil das Unternehmen in jenen Bereichen nach Übernahmen strebt, die besonders viel Wachstums versprechen. Auf der anderen Seite stellt sich immer die Frage nach Synergien und danach, wie die zusammengewürfelten Unternehmensteile zusammenarbeiten können.
Auch die angeblich nachhaltig hohen Ertragsmargen könnten mit einer gewissen Skepsis betrachtet werden. Denn normalerweise ziehen solche Bereiche konkurrierende Unternehmen an wie die Fliegen. Damit stellt sich die Frage, wieso das ausgerechnet bei Cisco anders sein sollte.
In diesem Sinne bleibt festzuhalten, daß das Unternehmen von Analysten mehrheitlich positiv betrachtet wird. Auf der anderen Seite ist die Aktie mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 22,5 und 19,6 auf Basis der durchschnittlichen Gewinnschätzungen nach I/B/E/S sicherlich kein Schnäppchen. Auch charttechnisch ist das Bild nicht gerade prickelnd. Die Aktie konnte sich zwar in den Jahren 2002 und 2003 deutlich von ihren Tiefs erholen. Nach einem Zwischenhoch bei 29,39 Euro ist die Aktie längst wieder in einen Abwärtstrend übergegangen und scheint kurzfristig bei 18 Dollar so etwas wie einen Boden auszubilden. Damit dürfte die Aktie nur bei deutlicherem Gewinnwachstum oder in einem anhaltend positiven Börsenumfeld interessant sein und dann nur in Verbindung mit ständig angepaßten Stopp-Loss-Orders.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @cri
| Tops & Flops | Kurs | in % |
| FMC | 35,67 € | +2,21% |
| Henkel Vz | 32,40 € | +1,92% |
| Fresenius Vz | 44,38 € | +1,77% |
| MAN | 58,71 € | +1,33% |
| Beiersdorf | 42,26 € | +1,25% |
| Infineon | 3,17 € | −1,71% |
| Salzgitter | 63,11 € | −2,22% |
| BMW | 32,70 € | −2,24% |
| Commerzbank | 7,17 € | −2,45% |
| Volkswagen | 102,00 € | −8,04% |
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.613,20 | −0,12% |
| TecDAX | 752,81 | −1,05% |
| MDAX | 7.186,45 | −0,56% |
| SDAX | 3.484,70 | −0,34% |
| REX | 373,64 | +0,18% |
| Eurostoxx 50 | 2.856,44 | −0,13% |
| Dow Jones | 10.247,00 | +0,20% |
| Nasdaq 100 | 1.773,17 | +0,27% |
| S&P500 | 1.093,01 | −0,01% |
| Nikkei225 | 9.870,73 | +0,63% |
| EUR/USD | 1,4985 | −0,05% |
| Rohöl Brent Crude | 77,27 $ | −0,49% |
| Gold | 1.108,50 $ | +1,07% |
| Bund Future | 121,50 € | +0,22% |
| Gesamt- Index |
Durchschnitt 90 Tage |
Durchschnitt 200 Tage |
|
|---|---|---|---|
Aktien-Index10.11.2009 13:00 |
1348,03 | 1324,81 | 1261,80 |
Performance-Index10.11.2009 17:35 |
296,14 | 292,84 | 274,43 |
Euro-Aktien-Index10.11.2009 17:35 |
142,02 | 136,71 | 125,07 |
Die Hoffnung stirbt manchmal früher als zuletzt
23:11 23:07 23:01Die Trauerzeilen von Marius ... dem Psychiater
22:41