Maschinenbau

Aktie von Titan Europe rollt aufwärts

Raupenschlepper beim Reisanbau

Raupenschlepper beim Reisanbau

31. Januar 2006 Mit einem netten, wenn auch etwas volatilen Aufwärtstrend und einem Kursgewinn von inzwischen knapp 95 Prozent seit dem Börsengang im April des Jahres 2004 kann die Aktie des Maschinenbaukonzerns Titan Europe auf sich aufmerksam machen.

Das britische Unternehmen mit Produktionsstätten in Australien, Frankreich, Deutschland, Großbritannien, Indien und demnächst auch der Türkei stellt vor allem Felgen, fertig montierte Räder und spezielle Bremsvorrichtungen für landwirtschaftliche und Baumanischen her und scheint damit gut im Geschäft zu liegen.

Umsatz- und Ertragszuwächse

Denn trotz der verhaltenen Entwicklung in der europäischen Landwirtschaft scheint die Nachfrage nach Landmaschinen nicht schlecht zu sein und der internationale Bau- und Rohstoffboom macht sich bei der Nachfrage nach Bau- und Minenmaschinen bemerkbar.

Auf dieser Basis konnte das Unternehmen in der ersten Hälfte des vergangenen Jahres den Umsatz im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 29 Prozent auf 70,482 Millionen Pfund steigern, der operative Gewinn verbesserte sich inklusive der Erträge assoziierter Unternehmen vor Goodwill-Anpassungen und außerordentlichen Kosten um 29,1 Prozent auf 6,822 Millionen Pfund. Der Nettogewinn je Aktie konnte auf dieser Basis um knapp 38 Prozent auf 10,21 Pence gesteigert werden.

Der Absatz von landwirtschaftlichen Rädern um Bremsen hat sich in diesem Zeitraum um 34,5 Prozent gesteigert, jener von Produkten für Baumaschinen um 26,3 Prozent und der von Reifen um 15,3 Prozent. Im dritten Quartal wurde diese Entwicklung fortgeschrieben: Der Umsatz in den ersten neun Monaten legte um 27 Prozent auf 98,44 Millionen Pfund zu und der Nettogewinn sogar um 140 Prozent auf 4,34 Millionen Pfund.

Das Unternehmen wächst nicht nur organisch und verbessert ständig seine Effizienz und Profitabilität, sondern auch durch Übernahmen und durch die Expansion in den Schwellenländern wie Indien und der Türkei. Im Dezember konnten in Italien beispielsweise NewCo und Italtractor ITM übernommen werden. Italtractor ist einer der weltgrößten Zulieferer und Fertiger von Fahrgestellen und Tragerahmen von Raupenfahrzeugen und landwirtschaftlichen Maschinen.

Aufwärtstrend und vernünftige Bewertung

Die Gruppe wird nach den jüngsten Akquisitionen nach eigenen Angaben 2.800 Personen in 21 Produktionsstätten weltweit beschäftigen, über eine stärkere Einkaufsmacht als zuvor verfügen und besser als zuvor vom anhaltenden Boom im Minen- und Bausektor profitieren können. Aufgrund der neuen geographischen Aufstellung könne das Unternehmen nun auch die Bedürfnisse seiner Kunden besser und effizienten erfüllen. Zu den Kunden zählen die bekannten Namen der Branchen: AGCO, Caterpillar, CNH, John Deere, Komatsu, Landini, Liebherr, Renault, Same-Deutz und auch Volvo Construction.

Aufgrund der anhaltenden Infrastrukturinvestitionen in den Schwellenländern und dem zunehmenden Nahrungsmittelbedarf dürften die Aussichten der Branche nicht die schlechtesten sein. Auf dieser Basis dürfte die Aktie zusammen mit dem Trend und der Bewertung - die Kurs-Gewinnverhältnisse liegen bei knapp 16 und 15 auf Basis der Gewinnschätungen für das vergangene und das laufende Jahr - zumindest in einem anhaltend freundlichen Umfeld noch weiteres Kurspotential haben. Absicherungsstrategien können jedoch sicherlich nicht schaden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: AP, FAZ.NET

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