Von John Dorfman, President von Dorfman Investments und Kolumnist bei Bloomberg
12. September 2003 Viele Anleger kaufen die größten und bekanntesten Aktien, die sie finden können. Ich nicht. Gebt mir die unbekannten, die kleinen und die unterbewerteten Titel. Aufgrund der Erkenntnis, aber daß viele Anleger sich nur für die großen Aktien interessieren, gebe ich jedes Jahr um diese Zeit Einschätzungen zu den zwanzig größten amerikanischen Aktien ab.
Im Vorjahr habe ich vier empfohlen - Exxon Mobil Corp., Citigroup Inc., Merck & Co. und Bank of America Corp. Diese sind seit dem 24. September 2002 bis einschließlich Dienstag um durchschnittlich 35 Prozent gestiegen und ihre Rendite lag damit über den 27 Prozent des Standard & Poor's 500-Index. Die zwölf Aktien, für die meine Empfehlung Meiden lautete, sind um 19 Prozent gestiegen.
An dieser Stelle folgen meine aktuellen Empfehlungen für die Riesen am Aktienmarkt, geordnet nach ihrem Kurswert per Dienstag:
Sechs Kaufempfehlungen unter den 20 Börsenriesen
- General Electric Co. (Marktkapitalisierung: 314 Milliarden Dollar). Einschätzung: Meiden. Vor zwei Jahren gab Superstar Jack Welch die Verantwortung an Jeff Immelt ab. Seitdem ist die Aktie um 29 Prozent gefallen und bleibt hinter dem S&P zurück. Ich befürchte, sie könnte noch weiter absacken.
- Microsoft Corp. (312 Milliarden Dollar) Meiden. Von 1996 bis 1999 lag das Gewinnwachstum von Microsoft nie unter 34 Prozent. Analysten erwarten für 2004 ein Gewinnwachstum von sieben Prozent. Das rechtfertigt nicht das derzeitige Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von neun.
- Wal-Mart Stores Inc. (257 Milliarden Dollar) Meiden. Die Konkurrenz hat inzwischen gelernt, Wal-Marts computergestütztes Inventursystem zur Umsatzkontrolle jeder einzelnen Filiale und jedes einzelnen Artikels zu kopieren. Das Wachstum ist etwas zurückgegangen, aber die Aktie hat dennoch ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 30.
- Exxon Mobil (255 Milliarden Dollar) Kaufen. Mit einem KGV von 16 ist Exxon Mobil so günstig wie seit acht Jahren nicht mehr. Das Unternehmen hat die besten Ingenieure und die ergiebigsten Erdölfelder. Und ich glaube, daß die Energiepreise steigen werden.
- Pfizer Inc. (245 Milliarden Dollar) Meiden. Diese beliebte Aktie liegt aufgrund des fallenden Kurses nahe an einer Empfehlung zum Kaufen, aber bei einem KUV von sieben ist es noch nicht soweit. Und die Impotenzpille Viagra bekommt immer mehr Konkurrenz.
- Citigroup (229 Milliarden Dollar) Kaufen. Ermittlungen gegen Salomon Smith Barney haben die Aktie im letzten Jahr belastet. Ich habe sie empfohlen und gesagt, der Sturm wird sich legen. So war es auch und die Citigroup-Aktie ist um 67 Prozent gestiegen. Mit einem KGV von 16 finde ich sie noch immer recht empfehlenswert.
- Intel Corp. (190 Milliarden Dollar) Meiden. Technologieaktien scheinen im Allgemeinen ihren Betriebsergebnissen voraus zu sein; Intel gehört mit einem KGV von 50 ebenfalls zu dieser Gruppe. Das Umsatzwachstum des Unternehmens lag in den letzten fünf Jahren bei 1,3 Prozent.
- American International Group Inc. (155 Milliarden Dollar) Neutral. Diese Versicherungsaktie, die leicht gefallen ist seit ich sie im letzten Jahr verrissen habe, ist wahrscheinlich langsam wieder eine Empfehlung zum Kaufen wert. Man sollte sie näher betrachten, wenn sie auf etwa 50 Dollar fällt.
- International Business Machines Corp. (154 Milliarden Dollar) Neutral. Wünschen Sie sich nicht auch, sie hätten IBM-Aktien auf ihrem Tiefstand im Oktober 2002 bei beinahe 55 Dollar gekauft? Ich auch. Bei einem Kurs von 89,42 Dollar, was einem KGV von 22 entspricht, scheint Big Blue marktgerecht bewertet zu sein.
- Johnson & Johnson (152 Milliarden Dollar) Neutral. Ein gutes Unternehmen, aber ich würde der Aktie mit einem KGV von 21 nicht nachjagen. Ich denke, daß Johnson & Johnson derzeit marktgerecht bewertet ist.
- Cisco Systems Inc. (146 Milliarden Dollar) Meiden. Der Höchststand der Cisco-Aktie lag bei über 80 Dollar. Kann es also falsch sein, Cisco zu einem Kurs unter 21 Dollar zu kaufen? Ja, das kann es! Das Wachstum hat sich zuletzt merklich verlangsamt und die Technologiebranche insgesamt braucht noch immer Zeit, um ihre Wunden zu lecken.
- Procter & Gamble Co. (119 Milliarden Dollar) Meiden. Die Gewinne des Konsumgüterherstellers aus Cincinnati sind in den vergangenen fünf Jahren jährlich um 6,5 Prozent gestiegen. Ich finde das nicht besonders sensationell.
- Merck (118 Milliarden Dollar) Kaufen. Merck erwirtschaftete im letzten Jahr eine Eigenkapitalrendite von 42 Prozent. In den letzten fünf Jahren lag das jährliche Umsatzwachstum des Unternehmens bei 17 Prozent, das jährliche Gewinnwachstum betrug neun Prozent. Fast alle meine Kunden halten Merck-Aktien.
- Berkshire Hathaway Inc. (116 Milliarden Dollar) Neutral. Anlagelegende Warren Buffett leitet Berkshire mit Kreativität, Ehrlichkeit und Geschick. Dennoch lag die Eigenkapitalrendite im letzten Jahr bei nur sieben Prozent.
- Bank of America Corp. (115 Milliarden Dollar) Kaufen. Die drittgrößte Bank des Landes zahlt eine Dividende von 4,2 Prozent und erwirtschaftete im letzten Jahr eine Eigenkapitalrendite von 18 Prozent. Das KGV der Aktie liegt jedoch nur bei zwölf. Ich sehe sie als Wertaktie an.
- Coca-Cola Co. (109 Milliarden Dollar) Meiden. Raten Sie doch mal schnell, wie hoch das Umsatzwachstum von Coca-Cola in den letzten fünf Jahren war. Wenn Sie auf mehr als 0,73 Prozent getippt hätten, liegen Sie zu hoch. Dennoch hat die Aktie ein KGV von 25 und ein KUV von fünf. Ich habe die Aktie für mehrere Kunden leer verkauft.
- Verizon Communications (99 Milliarden Dollar) Kaufen. Diese Aktie aus dem Bereich Telekommunikation hat seit ihrem Hoch von 1999 um die Hälfte an Wert verloren. Sie hat eine Dividendenrendite von 4,4 Prozent und ein KGV von lediglich zwölf.
- Amgen Inc. (88 Milliarden Dollar) Meiden. Diese Biotechnologieaktie geht auf das neunte Jahr in Folge mit steigenden Gewinnen zu. Mit einem KUV von zwölf halte ich Amgen jedoch für überbewertet.
- Dell Computer Corp. (87 Milliarden Dollar) Neutral. Die Aktie ist teuer, aber das Wachstum und die Rentabilität des Unternehmens sind bewundernswert (44 Prozent Eigenkapitalrendite, Gewinnwachstum über fünf Jahre von über 17 Prozent).
- Wells Fargo & Co. (86 Milliarden Dollar) Kaufen. Mit einer Dividendenrendite von 3,4 Prozent und einem KGV von 15 glaube ich, daß Wells durchaus eine Überlegung wert ist.
Sie könnten jetzt vielleicht den Eindruck gewinnen, ich sei nicht gerade sehr scharf auf Kaufgelegenheiten unter den ganz großen Aktien. Da liegen Sie richtig. Ich glaube daran, daß die besseren Geschäfte mit Aktien aus der zweiten und dritten Reihe zu machen sind.
Text: Bloomberg
| Tops & Flops | Kurs | in % |
| Infineon | 3,58 € | +4,07% |
| SAP | 32,21 € | +2,06% |
| Dt. Boerse | 55,89 € | +1,66% |
| Merck | 64,82 € | +1,22% |
| FMC | 37,71 € | +1,21% |
| Allianz | 84,00 € | −1,73% |
| Linde | 83,93 € | −1,79% |
| Dt. Bank | 49,90 € | −2,16% |
| Commerzbank | 5,91 € | −2,80% |
| Volkswagen | 76,25 € | −4,69% |
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.831,21 | −0,23% |
| TecDAX | 815,34 | −0,05% |
| MDAX | 7.393,75 | −0,14% |
| SDAX | 3.555,37 | +0,22% |
| REX | 378,74 | +0,12% |
| Eurostoxx 50 | 2.871,22 | −0,71% |
| Dow Jones | 10.328,90 | +0,20% |
| Nasdaq 100 | 1.807,36 | +1,64% |
| S&P500 | 1.102,47 | +0,58% |
| Nikkei225 | 10.142,00 | −0,21% |
| EUR/USD | 1,4336 | −0,09% |
| Rohöl Brent Crude | 73,88 $ | +0,90% |
| Gold | 1.104,50 $ | −1,12% |
| Bund Future | 123,43 € | −0,01% |
| Gesamt- Index |
Durchschnitt 90 Tage |
Durchschnitt 200 Tage |
|
|---|---|---|---|
Aktien-Index18.12.2009 13:00 |
1384,62 | 1346,64 | 1292,33 |
Performance-Index18.12.2009 17:35 |
304,19 | 297,54 | 282,83 |
Euro-Aktien-Index18.12.2009 17:35 |
141,85 | 140,95 | 129,84 |
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