Autozulieferer

Conti scheint nichts ins Schleudern zu bringen

Tranksportband von Conti

Tranksportband von Conti

02. August 2005 Conti-Aktionäre konnten in den vergangenen zwei Jahren satte Kursgewinne verbuchen. Die Aktie legte ausgehend von einem Zwischentief bei 11,82 Euro im März des Jahres 2003 inzwischen 470 Prozent zu auf zuletzt 67,32 Euro.

Mit einem Kursgewinn von 3,09 Prozent bricht die Aktie nicht nur aus der kurzfristigen Konsolidierung der vergangenen Wochen nach oben aus, sondern sie setzt auch den mittelfristigen Aufwärtstrend fort.

Conti verbucht Umsatz- und Gewinnzuwächse

Das dürfte unter anderem mit den jüngsten Unternehmensmeldungen zusammenhängen. Conti erhöhte in den ersten sechs Monaten den Reingewinn im Vergleich mit der Vorjahresperiode um fast 60 Prozent auf gut 410 Millionen Euro. Im zweiten Quartal konnte das Unternehmen den Nettogewinn von 123,8 auf 243,3 Millionen Euro oder 1,6 Euro je Aktie steigern. Der Umsatz legte gleichzeitig um zwölf Prozent auf 3,55 Milliarden Euro zu.

Das Unternehmen profitiert nicht nur von den Rationalisierungsbemühungen der vergangenen Jahre, sondern im Moment boomen die Autoabsätze auf Grund von Sonderkonditionen, die die Hersteller in ihrer Verzweiflung bieten. Das führt dazu, daß Conti immer mehr Reifen, aber auch die zunehmend produzierten Elektronikteile verkaufen kann. So geht Konzernchef Manfred Wennemer beispielsweise davon aus, daß sich die Anzahl der nach Amerika verkauften elektronischen Stabilisierungssysteme bis zum Jahr 2006 verdreifachen werde.

„Wir sind unserem Ziel, 2005 zum vierten Mal in Folge neue Spitzenwerte zu erzielen, in den ersten sechs Monaten ein gutes Stück näher gekommen und blicken zuversichtlich auf das zweite Halbjahr“, sagte Wennemer in Hannover. Weiterhin wenig Freude macht dem Vorstand allerdings das defizitäre Autoreifen-Geschäft in Nordamerika. Anders als bislang geplant wird es im vierten Quartal nicht die Gewinnschwelle erreichen. „Sie können heute jede Zahl so zwischen 70 und 150 Millionen Euro lesen, und irgendwo dazwischen wird wohl die richtige Zahl für 2005 liegen“, sagte Wennemer. Dies sei „keine Katastrophe“. Das Management habe die Lage inzwischen unter Kontrolle. „Wir sind im Moment aber nicht willens zu sagen, wann wir einen schwarzen Null dort erreichen werden.“

Aktie verünftig bewertet im Aufwärtstrend

Zu dem guten Ergebnis trug dagegen die Sparte Automotive Systems erheblich bei, die unter anderem die elektronische Stabilisierungsprogramme herstellt. Auch ContiTech habe gut abgeschnitten, selbst wenn man die im vergangenen Jahr übernommene Phoenix herausrechne, urteilte Analyst Rolf Woller von der HVB. „Das organische Geschäft ohne Phoenix war stark, und das in einem so gesättigten Markt.“ ContiTech - ein Hersteller von Schläuchen, Transport- und Antriebssystemen - legte beim Umsatz fast 50 Prozent zu auf knapp 1,5 Milliarden Euro. Dazu trug Phoenix fast 500 Millionen Euro bei. „Conti hat insgesamt ein sehr hohes Niveau, und das obwohl sie in Nordamerika Geld verlieren“, resümierte Woller.

Insgesamt scheinen die Aussichten im Moment nicht schlecht zu sein, daß die Aktie in einem anhaltend freundlichen Umfeld noch weiter steigen kann. Der mittelfristige Trend und auch die Bewertung - die Kurs-Gewinnverhältnisse liegen bei 12,3 und elf auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Jahr - sprechen für das Papier. Zumindest so lange die Stimmung an den Börsen gut bleibt und so lange der Konsumrausch in den Vereinigten Staaten anhält. Absicherungsstrategien dürften jedoch trotzdem nicht schaden.

Der Chart zeigt die Kursenwicklung der Conti-Aktie in den vergangenen Jahren
Der Chart zeigt die Kursenwicklung der Conti-Aktie in den vergangenen Jahren

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: Conti

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