Bankhaus Metzler

Renaissance der vorsichtigen Geldanlage

20. Mai 2008 Friedrich von Metzler hat eine Renaissance der klassischen Vermögensverwaltung beobachtet. „Anlagekriterien wie Qualität, Liquidität und Transparenz erleben ein Comeback", sagte der Privatbankier auf dem Jahrespressegespräch des Bankhauses Metzler am Dienstag in Frankfurt.

Auch wenn es in den vergangenen Jahren nicht immer leicht gewesen sei, die Kunden in einem sehr wettbewerbsintensiven Geschäftsumfeld von einer vorsichtigen Anlagestrategie zu überzeugen, fühle sich das Bankhaus nun in seinem Investment-Ansatz bestätigt: „Wir sind stolz, dass unser Haus keine Abschreibungen als Folge der Subprime-Krise vornehmen musste", sagte von Metzler. Im Gegenteil habe die Bank auch in der Krisensituation auf dem Geldmarkt als Liquiditätsgeber agieren können.

Akute Krisensymptome überwunden - Krise noch nicht vorbei

Mit Blick auf die Finanzkrise sei das Bankhaus "skeptisch optimistisch". Zwar seien die akuten Krisensymptome überwunden, die Lage am Geldmarkt zeige jedoch, dass die Krise noch nicht ganz vorbei sei. „Wir sind zwar aus der Intensivstation heraus, haben aber noch nicht das Krankenhaus verlassen", sagte Michael Klaus, der bei Metzler als Partner für die Finanzmärkte zuständig ist.

Vor allem zwei Faktoren hätten dabei geholfen, die akute Krise schnell zu überwinden: "Die Zentralbanken, allen voran die EZB, haben einen exzellenten Job gemacht", befand der Banker. Zudem sei das Auftauchen von neuen Investoren, die den Markt mit Liquidität versorgt hätten, von Vorteil gewesen. "Auf einmal erschienen Staatsfonds aus Ländern auf dem Markt, die wir vorher gar nicht auf dem Radarschirm hatten", sagte Klaus mit Blick auf GIC, einen Staatsfonds aus Singapur, der sich unter anderem bei den strauchelnden Großbanken UBS und Citigroup mit Kapital engagiert hat. Von Metzler warnte eindringlich vor den Folgen, die es gehabt hätte, eine Bank pleitegehen zu lassen: "Bitte nicht! Das hätte das ganze Banksystem sehr schwer beschädigt", sagte er.

Aktienmarkt noch immer sehr nervös

Im Gegensatz zum Geldmarkt vermittele der Aktienmarkt den Eindruck, dass die Krise überwunden sei, sagte Johannes Reich, der zuständige Partner für Aktienmärkte bei Metzler. Die Fundamentaldaten seien ebenso positiv wie die Gewinnerwartungen der Unternehmen. „Die hohe Volatilität zeigt jedoch, dass der Markt noch immer sehr nervös ist." Außerdem seien die Handelsumsätze gering. „Es fehlt die klare Ausrichtung", konstatierte Reich.

Zu einem potentiellen Nachfolger wollte sich Friedrich von Metzler, der gerade 65 Jahre alt geworden ist, ebenso wenig äußern wie zu dem operativen Ergebnis der Bank. Als Bilanzgewinn weist das Privatbankhaus nur den Anteil des Ergebnisses aus, den es auch als Dividende ausschüttet, also 2,3 Millionen Euro. Der Rest des Ergebnisses wird in stille Reserven gesteckt. Alle fünf Geschäftsfelder des Bankhauses hätten sich grundsätzlich positiv entwickelt. Das Provisionsergebnis habe sich um 10 Prozent auf 142 Millionen Euro erhöht, und die Zahl der Mitarbeiter sei um sieben Prozent gestiegen, wurde mitgeteilt.

Die Ermittlungsverfahren gegen ehemalige Kunden und drei Mitarbeiter des Bankhauses im Zusammenhang mit Liechtensteiner Stiftungen seien noch nicht abgeschlossen, sagte von Metzler. Er gehe jedoch von einem baldigen Abschluss der Verfahren aus. Im Februar waren die Büroräume des Bankhauses wegen des Verdachts der Beihilfe zur Steuerhinterziehung durchsucht worden.



Text: F.A.Z.
Bildmaterial: dpa

 
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TecDax 721,58 -3,36
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