Toyota überholt Ford in Amerika

05. Januar 2008 Schlechte Konjunkturaussichten und steigende Inflationssorgen dämpfen die Konsumlust der Amerikaner. Eine Folge: Der amerikanische Automarkt wird 2008 nicht wachsen. Mit dieser Aussage brachte der Chef von General Motors, Rick Wagoner, den Kern mehrerer Prognosen auf den Punkt. An der Wall Street geriet nicht nur die eigene Aktie unter Druck. GM gaben in der ersten Börsenwoche des neuen Jahres um 6,5 Prozent nach. Ford verloren 8,5 Prozent. Der bisherige Branchenzweite wurde 2007 in seinem Heimatmarkt schon vom japanischen Wettbewerber Toyota überholt.

Um das kriselnde Geschäft in den Vereinigten Staaten zu sanieren, kann vor allem Ford jeden Dollar gebrauchen. Da trifft es sich gut, dass in der kommenden Woche wohl die entscheidenden Gespräche mit dem indischen Konglomerat Tata um den Kauf der britischen Automarken Jaguar und Land Rover stattfinden werden. Die Inder, die bisher nur kleine und billige Fahrzeuge produzieren, sollen zwischen 1,8 und 2,2 Milliarden Dollar für die beiden Prestigemarken geboten haben.

An der Londoner Börse schossen Alliance & Leicester um 16,4 Prozent nach oben. Einer britischen Zeitung zufolge zeigt sich die spanische Banco Santander nicht abgeneigt, die Übernahmeverhandlungen um den britischen Hypothekenanbieter wiederaufzunehmen. Erste Gespräche waren im Dezember am zu niedrigen Angebot der Spanier gescheitert. Der Kurs von Alliance & Leicester war seit Mai 2007 in Folge der Finanzmarktturbulenzen um mehr als 46 Prozent gefallen. Dennoch gilt das Finanzinstitut ebenso wie sein spanischer Interessent als solide finanziert. Die Banco Santander hat Presseberichten zufolge im abgelaufenen Jahr netto mehr als die angestrebten acht Milliarden Euro verdient. Aufsichtsratschef Emilio Botin erklärte, sein Institut sei weltweit nun auf Platz acht vorgerückt. Die Aktie gab an der Madrider Börse dennoch 3,7 Prozent nach. hptr.

Text: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 06.01.2008, Nr. 1 / Seite 40

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