Glosse Wirtschaft

Es braucht eine Sensation

Von Christian Schubert

04. Januar 2008 Renault steht vor einem kritischen Jahr. 2008 wird sich entscheiden, ob das Unternehmen bis Ende 2009 800 000 Modelle mehr als 2005 absetzen kann. Konzernchef Carlos Ghosn hat seine Amtszeit eng mit so ehrgeizigen Zielen verknüpft, zu denen auch die Steigerung der operativen Umsatzrendite von unter 3 auf 6 Prozent gehört. Die neuen Modelle Twingo und Laguna lassen sich gut an. Aber sie haben nicht verhindern können, dass Renault in Europa 2007 abermals Marktanteile verloren hat. Die Franzosen können daher froh sein, dass sie den Logan haben, jenes Billigauto, das seinen Siegeszug in immer mehr Schwellenländern fortsetzt, in denen es auch produziert wird. Der Logan alleine wird jedoch nicht das angestrebte Absatzplus von 10 Prozent in diesem Jahr garantieren können. Renault braucht neben der technischen Magerkost als Massenhersteller qualitativ hochstehende Autos, die sich in den Industrieländern bewähren. Das 10-Prozent-Ziel ist ohnehin niedrig gegriffen, sagen die Analysten. Renault muss jetzt zwei Jahre lang ein Absatzplus von mehr als 15 Prozent schaffen, um die angestrebten 3,3 Millionen Autoverkäufe 2009 zu erreichen. Ein solcher Zuwachs wäre eine kleine Sensation in der Autogeschichte.

Text: F.A.Z., 05.01.2008, Nr. 4 / Seite 18

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