17. Juli 2008 Mit einem Kursgewinn von 2,2 Prozent auf 58,7 Franken setzt die Aktie des schweizerischen Pharmariesen in einem positiven Börsenumfeld nach Vorlage der Ergebnisse zum zweiten Quartal die Kurserholung der vergangenen Wochen fort.
Der Konzern hat den Gewinn der fortgeführten Geschäfte im zweiten Quartal des Jahres 2008 gegenüber dem Vorjahr um 16,6 Prozent auf 2,27 Milliarden Dollar gesteigert und damit mehr verdient als von Analysten erwartet. Geholfen haben dem Basler Pharmariesen nach eigenen Angaben der schwache Dollar und Kostensenkungsmaßnahmen. Novartis bestätigte seine Prognosen und sieht sich auf Kurs zu einem neuen Rekord-Jahresergebnis.
Deutliches Wachstum in Dollar
Der Halbjahres-Umsatz erhöhte sich im Konzern um 11,37 Prozent auf 20,635 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn legte um 11,7 Prozent auf 4,95 Milliarden Dollar zu und der Nettogewinn um 13,4 Prozent auf 4,04 Milliarden Dollar oder um 16,7 Prozent auf 2,01 Dollar je Aktie.
In der größten Division Pharma wuchsen die Verkaufserlöse im zweiten Quartal um 14,23 Prozent auf 6,93 Milliarden Dollar, wobei Novartis auch ein Einmaleffekt zugute kam: Der Konzern konnte 104 Millionen Dollar Rückstellungen für Rabatte an die amerikanische Gesundheitsbehörde auflösen. Die beiden wichtigsten Medikamente Diovan gegen Bluthochdruck und Glivec gegen Blutkrebs wuchsen um 13 beziehungsweise 15 Prozent. Bei seinem drittgrößten Präparat, dem Osteoporosemittel Zometa, sieht sich der Konzern mit einem Patentstreit konfrontiert. Für das Diabetesmedikament Galvus will Novartis in den Vereinigten Staaten , dem wichtigsten Pharmamarkt der Welt, keinen neuen Zulassungsantrag stellen. Die amerikanische Arzneimittelbehörde hatte im Februar 2007 Sicherheitsbedenken gegen das Medikament angemeldet und neue umfangreiche klinische Tests verlangt. Analysten hatten Galvus einst Blockbuster-Potential zugebilligt, also einen Umsatz von einer Milliarde Dollar oder mehr. In Europa ist das Mittel als Kombinationstherapie seit fünf Monaten zugelassen. Die Division Pharma erzielte im zweiten Quartal 56,5 Prozent der Gesamterlöse.
Aktie ist vernünftig bewertet
Die Generikasparte, die unter der Marke Sandoz zusammengefasst wurde, wuchs im zweiten Quartal um 13,3 Prozent auf 1,95 Milliarden Dollar. Sie erzielte 16 Prozent des Gesamtumsatzes. Die Erlöse konnten in Russland, Polen, der Türkei, Kanada und der Schweiz gesteigert werden, während in den Vereinigten Staaten der Umsatz deutlich zurückging. Im Konsumentenbereich - unter der Bezeichnung Consumer Health zusammengefasst- konnte der Umsatz um 12,7 Prozent gesteigert werden. Ciba Vision habe zur Entwicklung beigetragen, nachdem es im vergangenen Jahr Produktionsengpässe gegeben habe. Sattes Umsatzwachstum gab es mit einem Plus von 28,3 Prozent im Bereich Impfstoffe und Diagnose.
In dieser Sparte nahm jedoch der operative Verlust zu, während er im Pharmabereich um 29 Prozent, im Konsumbereich um knapp 18 Prozent und bei den Generika um 14 Prozent gesteigert werden konnte.
Grundsätzlich klingt die Entwicklung positiv. Allerdings berichtet das Unternehmen in Dollar und profitiert optisch von dessen Schwäche. Rechnet man die ausgewiesenen Dollarzahlen zurück in Euro oder Schweizer Franken, so fallen die Zuwächse weniger beeindruckend aus.
Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 15,4 und 13,4 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr und mit einer Dividendenrendite von 2,7 Prozent ist die Aktie jedoch vernünftig bewertet und dürfte sich künftig robust entwickeln.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @cri
Bildmaterial: FAZ.NET, Novartis
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| VOLKSWAGEN AG STAMMA | +38,83 | +11,03 |
| FRESENIUS MEDICAL CA | +0,31 | +0,91 |
| HENKEL AG & CO. KGAA | +0,07 | +0,30 |
| SIEMENS AG NAMENS - | -7,56 | -14,04 |
| INFINEON TECHNOLOGIE | -0,35 | -12,59 |
| DEUTSCHE BANK AG NAM | -4,84 | -12,48 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 4.861,63 | -6,49 |
| TecDax | 553,00 | -5,63 |
| DowJones | 8.798,30 | -5,51 |
| Nasdaq | 1.652,59 | -7,11 |
| STOXX 50 | 2.578,06 | -6,48 |
| Nikkei 225 | 9.547,47 | +1,06 |
| S&P 500 Zert. | 9,83 | -2,58 |
| Euro/Dollar | 1,35 | -0,47 |
| Bund Future | 113,95 | +0,04 |
| Gold | 845,14 | +0,37 |
| Öl | 70,31 | -8,34 |