Chemie

Aktie von BASF - robuster als der Dax

BASF-Agrarzentrum Limburgerhof

BASF-Agrarzentrum Limburgerhof

24. April 2008 Der Name BASF mag in den Ohren vieler Anleger als langweilig gelten. Doch die Langeweile der Solidität kann langfristig deutlich interessanter sein, als wilde Kurssprünge „hipper“ Technologiewerte oder als die Entwicklung eines breiten Index.

Das zeigt sich am Beispiel der Aktie von BASF. Sie entwickelt sich zwar in Boomzeiten weniger stark als der Dax. Dagegen fällt sie in dessen Schwächephasen weniger stark zurück. Das macht sich in längerer Frist bemerkbar, indem die Durchschnittsrendite der Aktie deutlich über dem Markt liegt.

Überdurchschnittliche Langfrist-Performance

In den vergangenen 20 Jahren ließ sich mit der BASF-Aktie ein durchschnittlicher Jahresertrag, der sich aus Kurszuwächsen und Dividendenausschüttungen zusammensetzt, von 15,3 Prozent erzielen, während er Dax gerade einmal auf eine Durchschnittsrendite von 7,5 Prozent kam. Wer vor 20 Jahren 1.000 Euro in ein Indexzertifikat investiert hätte, hätte heute einen Wert von 4.248 Euro in seinem Depot liegen. Wer sich dagegen BASF-Papiere ins Depot gelegt hätte, käme auf einen Gesamtwert von 17.242 Euro. Die Differenz betrüge schlappe 12.994 Euro.

An der Robustheit der Entwicklung dürfte sich bis auf weiteres nicht viel ändern. Denn das Unternehmen ist sowohl auf der Produktseite als auch geographisch breit aufgestellt. Auf diese Weise ist es in der Lage, einerseits von Wirtschaftswachstum profitieren zu können, andererseits sich auf adverse Entwicklungen taktisch als auch operativ einstellen zu können.

Der Chemieriese hat im ersten Quartal dank eines starken Öl- und Gasgeschäfts und kräftiger Nachfrage nach Agrochemikalien mehr verdient als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie vor Sondereinflüssen - wie etwa Restrukturierungen - sei im Auftaktquartal binnen Jahresfrist um 11,2 Prozent auf 2,354 Milliarden Euro gestiegen, ließ das Unternehmen verlauten Analysten hatten im Durchschnitt nur mit einem bereinigten Betriebsgewinn von 2,242 Milliarden Euro gerechnet. Unter dem Strich blieb BASF ein Überschuss von 1,170 Milliarden Euro, ein Plus von 13 Prozent.

BASF setzte im Auftaktquartal 15,921 Milliarden Euro um - das ist ein Zuwachs von 8,8 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Dabei profitierte der Ludwigshafener Konzern von Preiserhöhungen und einem gestiegenen Absatz. Der Höhenflug des Euro gegenüber dem Dollar hinterließ aber auch bei BASF seine Spuren. Ohne negative Währungseffekte wäre der Konzernumsatz um 15 Prozent gestiegen.

Unternehmen profitiert vom Boom im Ölbereich

In seinem Öl- und Gasgeschäft profitierte das Unternehmen vom hohen Rohölpreis. Der Bereich steigerte seinen bereinigten Betriebsgewinn um 16 Prozent auf 984 Millionen Euro und verzeichnete damit den stärksten Ergebnisanstieg von allen Sparten. Aber auch das Agrochemiegeschäft und die Kunststoffsparte verbuchten deutliche Ergebniszuwächse. Im Chemikalienbreich ging der bereinigte Betriebsgewinn dagegen zurück. Ein Grund dafür sei, dass bei Produkten der petrochemischen Großanlagen des Konzerns, den so genannten Crackern, die Gewinnmargen gesunken seien, erklärte BASF.

Für das Gesamtjahr rechnet das BASF-Management weiter - ohne Zu- und Verkäufe - mit einem Umsatzanstieg in diesem Jahr. Der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen soll leicht zulegen. „Der gute Start im ersten Quartal bestätigt unseren positiven Ausblick für 2008“, erklärte Konzernchef Jürgen Hambrecht am Donnerstag vor Beginn der Hauptversammlung in Mannheim.

Die Papiere des Unternehmens legten am Donnerstag vorbörslich leicht zu auf 93,87 Euro Euro zugelegt. Laut Händlern fielen die Zahlen etwas besser als erwartet aus. Die Bestätigung des Ausblicks enthalte aber einen „Wermutstropfen, denn die Prognosen von BASF basierten auf Rohölkosten von 90 Dollar je Barrel und einem Euro-Kurs von 1,50 Dollar“, erklärte einer der Börsianer. „Sollten also der Ölpreis und der Euro im Jahresverlauf darüber liegen, dürfte es für BASF schwer werden, die Ziele zu erreichen.

Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 11,7 und 11,6 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Jahr und mit einer Dividendenrendite von 4,15 Prozent ist das Papier vernünftig bewertet, der langfristige Trend zeigt weiterhin nach oben. Bei möglichen Kursrückschlägen im Rahmen einer konjunkturellen Abschwächung würden sie um so interessanter werden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht der FAZ-Redaktion wider.



Text: @cri
Bildmaterial: BASF, F.A.Z., FAZ.NET

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