09. Februar 2005 Mit deutlichen Kursverlusten von bis zu 3,3 Prozent auf 17,64 Dollar reagierte am Dienstag die Aktie des amerikanischen Unternehmens für Netzwerktechnologie Cisco Systems im nachbörslichen Handel auf die Umsatz- und Ertragszahlen des zweiten Quartals des laufenden Geschäftsjahres.
Der Gewinn entsprach mit 1,4 Milliarden Dollar oder 21 Cents je Aktie zwar den Erwartungen der Analysten, der Umsatzzuwachs von zwölf Prozent im Vergleich mit der Vorjahresperiode auf nur 6,06 Milliarden Dollar blieb unter den Erwartungen. Denn die Analysten hatten im Schnitt mit einem Umsatz von 6,13 Milliarden Dollar gerechnet.
Enttäuschendes Umsatzwachstum und schwindende Ertragsmargen ...
Gleichzeitig dürfte auch die Margenentwicklung zur Enttäuschung beitragen. Denn das Unternehmen kann offensichtlich im Businessbereich nicht mehr so stark wachsen wie in der Vergangenheit und expandiert aus diesem Grund immer mehr auch in den Konsumentenbereich. Dort allerdings fallen die Margen geringer aus. Das heißt, selbst wenn der Umsatz zulegt, fällt die Gewinnentwicklung nicht mehr so stark aus wie in der Vergangenheit.
Die Bruttomarge habe im vergangenen Quartal bei 66,9 Prozent gelegen, statt im erwarteten Rahmen von 67 bis 68 Prozent teilte Cisco mit. Diese Entwicklung stimmt kritische Analysten skeptisch. Denn sie scheint zunehmend zu bestätigen was in der Vergangenheit immer wieder vermutet worden war: die hohen Margen des Unternehmens sind langfristig nicht zu halten.
Im Gegensatz zu mono- oder oligoplistischen Märkten ziehen hohe Margen in wettbewerbsintensiven Bereich Konkurrenten an, die versuchen, gleichwertige oder gar bessere Produkte und Dienstleistungen zu verkaufen. Auf diese Weise kann der Markt zwar insgesamt weiter wachsen, allerdings wird das Geschäft für die beteiligten Unternehmen immer uninteressanter. Dabei ist der Begriff uninteressant auf Grund der noch hohen Margen relativ. Allerdings dürften die Zeiten längste vorbei sein, in denen Unternehmen wie Cisco mit Wachstumsraten jenseits der 20-Prozent-Marke glänzen konnten.
... bei zunehmendem Konkurrenzdruck und angespannter Bewertung
Konkurrenten wie die chinesischen Huawei Technologies schlafen nicht. Sie sorgen nicht nur für Preiswettbewerb, sondern sie dürften vor allem auch im wachstumsträchtigen China auch verkaufskulturelle Vorteile haben und diese ausspielen. Aus diesem Grund dürften Aussagen, wie jene von Cisco-Chef John Chambers, mit einer gewissen Vorsicht zu genießen sein, die prognostizieren, bis ins Jahr 2008 hinein Wachstumsraten zwischen zehn und 15 Prozent erreichen zu können. Und selbst wenn sich die Umsätze so stark steigern lassen sollten, dann stellt sich immer noch die Frage, ob nicht die Ertragsmargen weiter abschmelzen und damit die Gewinnentwicklung dämpfen können.
Möglicherweise denkt Chambers bei seinen Prognosen an sein bewährtes Hausmittel. Schon in der Vergangenheit hat er sich sein Umsatzwachstum durch eine wilde Anzahl von Übernahmen gewissermaßen zusammengekauft. Das ist ein weiterer kritischer Punkt. Denn es läßt sich schwer beurteilen, wie stark das Unternehmen tatsächlich organisch wächst und wieviel heiße Luft in Form von teuer bezahlten Firmenwerten noch in den Bilanzen verborgen ist.
Denn die Interessen des Managements sind darauf ausgerichtet, den Aktienkurs zu steigern. Mit welchen Mitteln auch immer. Chambers hat zwar offiziell längere Zeit nur für einen symbolischen Dollar gearbeitet. Auf der anderen Seite hat er im Fiskaljahr 2004 über die Ausübung von Mitarbeiteroptionen die Kleinigkeit von 38,3 Millionen Dollar eingenommen. Es ist wohl ein Schelm, der böses dabei denkt.
Mit einem Kurs-Gewinnverhältnis von etwa 20 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende Geschäftsjahr ist die Aktie nicht mehr so teuer wie in der Vergangenheit. Allerdings ist sie auch kein Schnäppchen. Auch die charttechnische Lage ist nicht sonderlich inspirierend. Denn nach der Zwischenerholung bis ins Frühjahr des vergangenen Jahres zeigt der Trend wieder nach unten. Insgesamt dürfte sich die Aktie nicht unbedingt aufdrängen, wenn man in anderen Regionen der Welt Aktien mit KGVs unter zehn und Ertragswachstumsraten von 30 Prozent haben kann.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @cri
| Tops & Flops | Kurs | in % |
| Infineon | 3,39 € | +6,95% |
| Dt. Boerse | 57,85 € | +2,94% |
| Adidas | 35,88 € | +2,34% |
| ThyssenKrupp | 23,70 € | +2,02% |
| SAP | 32,01 € | +1,89% |
| Allianz | 82,85 € | −0,16% |
| Henkel Vz | 32,25 € | −0,46% |
| FMC | 35,36 € | −0,87% |
| Lufthansa | 11,02 € | −0,99% |
| K+S | 37,85 € | −1,94% |
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.668,35 | +0,98% |
| TecDAX | 760,46 | +1,02% |
| MDAX | 7.282,47 | +1,34% |
| SDAX | 3.484,15 | −0,02% |
| REX | 373,56 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.881,01 | +0,86% |
| Dow Jones | 10.274,00 | +0,26% |
| Nasdaq 100 | 1.777,10 | +0,22% |
| S&P500 | 1.093,01 | −0,01% |
| Nikkei225 | 9.871,68 | +0,01% |
| EUR/USD | 1,4968 | −0,10% |
| Rohöl Brent Crude | 77,66 $ | +0,21% |
| Gold | 1.101,50 $ | −0,63% |
| Bund Future | 121,70 € | +0,16% |
| Gesamt- Index |
Durchschnitt 90 Tage |
Durchschnitt 200 Tage |
|
|---|---|---|---|
Aktien-Index11.11.2009 13:00 |
1361,31 | 1326,77 | 1262,56 |
Performance-Index11.11.2009 17:35 |
299,29 | 293,27 | 274,66 |
Euro-Aktien-Index11.11.2009 17:35 |
143,13 | 137,00 | 125,21 |
@Dufner das Problem der FDP mit der Realität
19:22 19:13So, wie Bianco und Rosenberg die Sache anpacken, geht es am Kern vorbei.
19:11Brüderle ist ein Fehlgriff.......
18:54