30. Januar 2004 Adecco SA, Chéserex (Schweiz). Mit einem Kurssprung von gut zehn Prozent hat die Aktie des größten Personalvermittlers der Welt Adecco auf eine Klarstellung reagiert. Das Unternehmen, das nach der Verschiebung seiner Bilanz 2003 mit einer chaotischen Informationspolitik viel Vertrauen verlor und sich Klagen von Börsenaufsehern einhandelte, teilte am Freitag mit, daß es bei der Tochtergesellschaft in Amerika keine Hinweise auf eine breitangelegte Unterschlagung gebe, die für das Unternehmen von finanzieller Bedeutung wäre. Auch in anderen Ländern seien die Unregelmäßigkeiten nicht gravierend. Adecco machte zwar weiterhin keine Angaben über die voraussichtliche Schadenshöhe, doch die Mitteilung war derart, daß Zürcher Analysten für die Affäre bereits die Überschrift wählten: "Viel Lärm um nichts?" Schweizer Zeitungen spekulierten vor kurzem über eine Schadenshöhe im zweistelligen Millionenbereich. Die Adecco-Gruppe, die etwa 20 Prozent ihres Konzernumsatzes von 16 Milliarden Euro in Amerika erwirtschaftet, berichtete außerdem, daß die Nachfrage von Kunden im Januar besser sei als im Vorjahr. Ferner teilte Adecco mit, daß im vierten Quartal 2003 die Nettoverschuldung verringert wurde und nun etwa 900 Millionen Euro beträgt. Trotz der jüngsten Attacke des zweitgrößten Aktionärs Klaus Jacobs gegen Konzernchef Jérôme Caille bleibt dieser im Amt. Der 36 Jahre alte Franzose wird von der anderen Aktionärsgruppe um Philippe Foriel-Destezet gestützt. Nachdem der Konzern bereits vor zwei Wochen den Verwaltungsratspräsidenten John Bowmer als Nothelfer reaktiviert hat, wurde nun mit Ray Roe ein neuer Amerika-Chef ernannt. Adecco hat 28 000 Mitarbeiter und über 5000 Niederlassungen in 68 Ländern. (km.)
Text: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.01.2004, Nr. 26 / Seite 12
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| Gesamt- Index |
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