17. März 2008 Neben Amerika und Großbritannien gilt auch Spanien als ein Land mit einer Immobilienblase. Trotz dieses Problems hat die Börse in Madrid zuletzt nicht schlechter abgeschnitten als andere Märkte. Doch ausgestanden scheint die Sache noch nicht.
Im Zuge der Kredit- und Immobilienkrise in Amerika ist in diesen Tag auch immer wieder zu lesen, auch Spanien habe mit einer Immobilienblase zu kämpfen. Doch gemessen an den damit verbundenen Befürchtungen, dass die Wirtschaft deutlich in Mitleidenschaft gezogen werden könnte, hat sich die Madrider Börse noch einigermaßen gut gehalten.
Der IBEX 35 Index hat bei aktuell 13.021 Punkten gemessen am Rekordhoch vom November zwar auch gut 18 Prozent an Wert verloren, damit hat er aber sogar noch besser abgeschnitten als der Dax, obwohl es hierzulande bestimmt keinen überhitzten Immobilienmarkt gibt. Dieses Abschneiden ist auch deshalb überraschend, weil Schwierigkeiten im Bausektor leicht auf die gesamte Wirtschaft übergreifen können.
Bauboom fordert seinen Tribut
Dazu muss man wissen, dass der Anteil des Bausektors am spanischen Bruttoinlandsprodukt mit 18 Prozent deutlich höher liegt als in anderen großen EU-Ländern. Der eineinhalb Jahrzehnte währende Aufschwung in Spanien wurde entscheidend vom Bau mitinitiiert. So wurden in den vergangenen zehn Jahren vier Mal so viele Wohnungen gebaut wie in Deutschland, Frankreich und Großbritannien zusammen. Gleichzeitig haben sich trotz des Baubooms die Preise seit 1997 verdreifacht.
Solche Exzesse fordern normalerweise irgendwann ihren Tribut. Es ist gut möglich, dass es nun auch für Spanien an der Zeit ist, die Zeche zu zahlen. Die Frage ist nur, wie gravierend die Probleme ausfallen werden. Geht es nach den Prognosen der Volkswirte bei der UBS, dann wird sich das Wachstumstempo in diesem Jahr auf 1,8 Prozent nach 3,8 Prozent im Vorjahr verlangsamen.
Das wäre dann noch glimpflich und in diesem Fall dürfte schon viel Negatives in den aktuellen Kursen stecken. Doch es erscheint fraglich, ob die Konjunkturdelle nicht nachhaltiger ausfallen wird. Die Verspannungen in der Wirtschaft, die sich auch in einem hohen Leistungsbilanzdefizit manifestieren, erscheinen wegen der unbewältigten Immobilienblase beträchtlich und werden nicht gerade geringer dadurch, dass sich die Inflationsrate im Februar von 3,1 Prozent auf 3,3 Prozent beschleunigt hat und sich unter Einrechnung der Preise für Energie und frische Nahrungsmittel sogar auf 4,4 Prozent erhöht hat.
Optisch günstige Bewertung, aber gebrochener langfristiger Aufwärtstrend
Positiv ist immerhin zu vermerken, dass die Staatsverschuldung gemessen am Bruttoinlandsprodukt relativ niedrig ist und es zudem einen Haushaltsüberschuss gibt. Es besteht somit Spielraum, um mit fiskalpolitischen Maßnahmen gegenzusteuern. Und der gerade eben erst wiedergewählte Ministerpräsident Zapatero hat den Spaniern bereits im Wahlkampf eifrig geldwerte Vorteile versprochen. Vorteilhaft gestaltet sich auch die Bewertungsseite, kommt der Aktienmarkt doch nur auf ein relativ moderates Kurs-Gewinn-Verhältnis von elf.
Ob das ausreicht, um den Kursen jetzt schon wieder zum Dreh nach oben zu verhelfen, bleibt aber fraglich. Die Kreditkrise scheint vielmehr noch lange nicht ausgestanden und das verstärkt auch den Druck auf die oft flexibel verzinslich finanzierten spanischen Hypothekeninhaber. Sollten sich die Weltbörsen allgemein noch einmal für den Weg nach unten entscheiden, dann dürften auch die Notierungen in Spanien nach unten driften.
Gefährlich würde es dann, wenn das bisherige Jahres-Schlusskurstief von 12.254 Punkten unterschritten werden sollte. Aber auch so schon muss dem IBEX 35 Index ein Bruch des langfristigen Aufwärtstrends konstatiert werden. Charttechnisch gesehen ist das kein ermutigendes Zeichen. Sollte das Jahrestief fallen, sind die Möglichkeiten, auf fallende Kurse zu wetten, begrenzt. Eine Alternative stellt aber das von der Société Générale emittierte IBEX 35 Reverse Outperformance Zertifikat (Isin DE000SG03NE3) dar. Hier profitiert man sogar mit einer Partizipationsrate von 175 Prozent von fallenden Kursen. Allerdings dürfte das unter dem Basispreis von 15.000 Punkten notierende Produkt im Falle steigender Kurse zumindest bis zur Erreichung des Basispreises im Ibex auch überdurchschnittlich stark verlieren.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @JüB
Bildmaterial: AHE, Bank of Spain, AHE, Bank of Spain, INE, FAZ.NET, ICO, INE
| Tops & Flops | Kurs | in % |
| FMC | 35,96 € | +2,10% |
| Infineon | 3,39 € | +1,35% |
| ThyssenKrupp | 23,84 € | +1,23% |
| Beiersdorf | 42,91 € | +1,08% |
| Dt. Post | 12,56 € | +0,97% |
| Salzgitter | 62,03 € | +0,03% |
| E.ON | 26,68 € | −0,41% |
| MAN | 59,18 € | −0,79% |
| Volkswagen | 96,40 € | −1,85% |
| Commerzbank | 6,99 € | −2,58% |
US-Anleihen schließen etwas fester - Hoffen auf niedrige Zinsen
22:21Wall Street schließt freundlich - Niedrigzinspolitik stützt
22:09EUREX/Bund-Futures schließt knapp behauptet
22:07EUREX/DAX-Futures schließen freundlich
22:05XETRA-NACHBÖRSE/XDAX (22 Uhr): 5.695 (XETRA-Schluss: 5.687) Pkt
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.686,83 | +0,40% |
| TecDAX | 761,43 | −0,15% |
| MDAX | 7.311,23 | +0,19% |
| SDAX | 3.503,06 | +0,39% |
| REX | 373,92 | +0,06% |
| Eurostoxx 50 | 2.883,04 | +0,21% |
| Dow Jones | 10.270,50 | +0,72% |
| Nasdaq 100 | 1.788,61 | +0,44% |
| S&P500 | 1.093,48 | +0,57% |
| Nikkei225 | 9.770,31 | −0,35% |
| EUR/USD | 1,4902 | +0,37% |
| Rohöl Brent Crude | 76,46 $ | −0,40% |
| Gold | 1.107,50 $ | −0,65% |
| Bund Future | 121,42 € | −0,04% |
| Gesamt- Index |
Durchschnitt 90 Tage |
Durchschnitt 200 Tage |
|
|---|---|---|---|
Aktien-Index13.11.2009 13:00 |
1353,22 | 1330,44 | 1264,28 |
Performance-Index13.11.2009 17:35 |
299,37 | 294,10 | 275,13 |
Euro-Aktien-Index13.11.2009 17:35 |
143,15 | 137,56 | 125,49 |
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