Charttechnik

Starker Dax-Wochenstart macht Charttechnikern Mut

02. September 2003 In der Vorwoche fielen die Urteile noch wachsweich aus. Keiner der Befragten wollte sich eindeutig festlegen zu den weiteren Kursaussichten beim Dax (Technikern fällt eine Dax-Prognose schwer). Doch nach dem festen Wochenauftakt am Montag ist die Wahrscheinlichkeit einer zweiten Korrekturwelle am deutschen Aktienmarkt nach Ansicht charttechnisch orientierter Analysten inzwischen deutlich gesunken.

„Neue Hochs rufen früher als erwartet“, sagt Analyst Marcel Mußler von den Mußler-Briefen. Nach dem Paukenschlag zum Wochenbeginn sei der Blick nun nach oben gerichtet. Der Widerstand im Dax bei 3.588 Punkten ist für Mußler nur noch ein kleines Problem. Ziel sei jetzt erneut der mittelfristige Aufwärtstrendkanal, der aktuell bei 3.630 Zählern verlaufe.

Etwas optimistischer gestimmt sind jetzt auch die Analysten der Bayerischen Landesbank. Nachdem der deutsche Leitindex am Montag ein neues Hoch in dem seit März laufenden Aufwärtszyklus generiert hat, sehen auch sie den nächsten Widerstand bei etwa 3.589 Punkten. Danach folge die eher psychologisch wichtige Marke bei 3.600 Zählern. Die kurzfristigen Indikatoren seien vom leicht negativen in den neutralen Bereich gedreht, berichtet Analyst Hans-Peter Reichhuber.

Wie immer kommt es auf die Vorgaben der Wall Street an

Trotz der grundsätzlich optimistischen Stimmung ist Reichhuber aber vorsichtiger als sein Kollege Mußler. Es sei fraglich, ob die montägliche Aufwärtsbewegung ausreiche, die anstehenden Widerstände nachhaltig zu durchbrechen. Wenn ja, dann wohl nur mit Rückenwind von der Wall Street. Reichhuber erwartet eine Fortsetzung der Aufwärtsbewegung im Dax, allerdings begleitet von Konsolidierungen und Rückschlägen, nicht zuletzt wegen des historisch schwachen Börsenmonats September. Unterstützungen lägen bei 3.487 bis 3.455 Zählern und dann bei 3.430 Punkten.

Heinz Stork von der Nols AG sieht den Dax ebenfalls weiter im Aufwärtstrend. Der Dax habe trotz geschlossener amerikanischer Börsen seine Aufwärtsbewegung fortsetzen können, bemerkt Stork. Die Stochastik auf Tagesbasis habe bereits in den vergangenen Wochen im unteren neutralen Bereich ein Kaufsignal generiert und stützte somit die Aufwärtsbewegung. Der Dax habe zudem am Freitag und Montag die März-Aufwärtstrendlinie getestet und erfolgreich verteidigt.

Für neue Höhen muß aber erst das bisherige Jahreshoch überwunden werden

Auch Stork sieht den nächsten Widerstand beim Jahreshoch bei 3.588 Punkten. Anschließend lägen die nächsten Hürde bei 3.615 bzw. bei 3.760 Zählern. Sollte der Dax am Jahreshoch scheitern, könne zunächst noch einmal der März-Aufwärtstrend bei 3.511 Punkten getestet werden. Ein Rückschlag bis zur markanten Unterstützung bei 3.487 Stellen, dem alten Jahreshoch, sei nicht auszuschließen.

Bei den Einzelaktien verweisen die Chart-Techniker unter anderem auf Schering. Die Bayerische Landesbank sieht Trading-Chancen bis 40 Euro, sollte die Widerstandszone bei 38,10/38,45 Euro durchbrochen werden. Henkel seien am Montag aus einer Flagge ausgebrochen. Nun gebe es Luft bis zum Widerstand bei 60 Euro, so Analyst Reichhuber.

Marcel Mußler sieht bei Allianz Aufwärtspotenzial. Nach dem antizyklischen gebe es nun auch ein prozyklisches Kaufsignal. Der mittelfristige Aufwärtstrend laufe ausreichend zügig nach oben, so daß die Aktie auf ein neues Hoch oberhalb von 95 Euro steigen könne, so Mußler.


Im Chart sehen Sie die Entwicklung des Dax.



Text: vwd

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