19. Februar 2004 Der Preis für die Feinunze Silber ist am Mittwoch mit in der Spitze 6,86 Dollar fast auf ein Sechsjahreshoch gestiegen. Dieses resultiert vom 20. Juli 1998 und liegt bei 7,82 Dollar. Dieses Kursniveau konnte bisher zwar nicht geknackt werden, da es inzwischen zu kleineren Gewinnmitnahmen gekommen ist. Doch die Aussichten auf weitere Preisavancen sind durchaus vorhanden.
Denn es zeichnet sich kein Ende der spekulativen Nachfrage ab, die unter anderem dazu beigetragen hat, dem Silberpreis in den vergangenen drei Monaten ein Plus von fast 30 Prozent zu bescheren. Jedenfalls läßt sich beobachten, daß Hedge Fonds und andere institutionelle Anleger den Silbermarkt als Tummelfeld für ihre Aktivitäten entdeckt haben. Offenbar glauben etliche Marktteilnehmer, daß Silber im Vergleich zum Gold noch Nachholbedarf hat. Zudem prädestiniert das geringe Marktvolumen diesen Bereich geradezu zu Preismanipulationen.
Silberaktien ausgesprochen hoch bewertet
Stellt sich der erwartete weitere Preisaufschwung tatsächlich ein, könnten Anleger auf die Idee kommen, daran über den Kauf von Silberaktien zu profitieren. Das hat allerdings den Haken, daß diese Titel praktisch durch die Bank sehr stattlich bewertet sind. So weist die kanadische Pan American Silver ein Kurs-Gewinn-Verhältnis für das Jahr 2004 von über hundert auf und ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von deutlich über zwanzig.
Diese durchaus als astronomisch zu bezeichnenden Bewertungsrelationen sind für die Branche eher die Regel als die Ausnahme, so daß sich aus Anlegersicht derzeit eigentlich keine vernünftig bewertete Silberaktien finden lassen. Das sieht auch Martin Siegel, Fondsmanager des PEH-Q-Goldmines so: Silberaktien halte ich durch die Bank für zu teuer. Wenn überhaupt, dann eignen sich kleinere Gesellschaften wie Mine Finders oder Gammon Lake Resources als Anlagealternativen.
Trotz dieses negativen Expertenurteils hat das großen Werten wie Pan American Silver oder Silver Standard Resources zuletzt nicht davon abgehalten, beeindruckende Kursgewinne einzufahren. Solange sich der Silberpreis weiter nach oben orientiert, wird sich daran vermutlich auch nichts ändern. Für Anleger, die auf eine gewisse Werthaltigkeit ihrer Positionen achten, sind diese Titel aber wenig geeignet.
Zertifikate als Anlegealternative
Wer dennoch in Erwartung eines steigenden Silberpreises am Silbermarkt mitmischen will, dem bleibt als Ausweg entweder der Kauf von physischem Silber oder ein Einstieg über Silber-Zertifikate. Dies wird in der Regel der einfachere Weg sein, zumal sich hier über eine Vielzahl angebotener Produkte eine auf die individuellen Bedürfnisse passende Auswahl treffen läßt.
Gelingt dem Silberpreis der Sprung über dem Widerstand bei 7,82 Dollar sind rein charttechnisch betrachtet weitere Preisavancen zu erwarten. Denn dann wäre theoretisch der Weg weitgehend frei bis in den Bereich von elf Dollar, wo sich im Jahr 1987 eine Kursspitze gebildet hatte.
Viele Zocker sind im Markt
Wer mitmischt, sollte darauf achten, daß sich bei einem Rücksetzer auf unter sechs Dollar je Feinunze das Chartbild eintrüben würde und darauf, daß viel bei der Silberpreis-Hausse auf Spekulation und Hoffnung basiert. Denn die Annahme lautet, daß in diesem Jahr die Nachfrage konjunkturell bedingt wieder anziehen wird, nachdem sie im Vorjahr wegen dem starken Vorpreschen von Digitalkameras (bei der traditionellen Filmentwicklung kommt Silber zum Einsatz) leicht rückläufig gewesen ist.
Wie gefährdet Silber kurzfristig für einen Rückschlag ist, zeigt sich zudem daran, daß die Nettokaufpositionen auf Silber an der amerikanischen Rohstoff-Terminbörse zuletzt so hoch war wie seit mindestens 1987 nicht mehr. Diese Zahl signalisiert, daß es sich bei Silber nicht nur wegen der hohen Bewertung der Silberaktien um kein Anlageinstrument für Witwen und Waisen handelt.
Der Chart zeigt die Entwicklung beim Silberpreis.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @JüB
| Tops & Flops | Kurs | in % |
| Infineon | 3,39 € | +6,95% |
| Dt. Boerse | 57,85 € | +2,94% |
| Adidas | 35,88 € | +2,34% |
| ThyssenKrupp | 23,70 € | +2,02% |
| SAP | 32,01 € | +1,89% |
| Allianz | 82,85 € | −0,16% |
| Henkel Vz | 32,25 € | −0,46% |
| FMC | 35,36 € | −0,87% |
| Lufthansa | 11,02 € | −0,99% |
| K+S | 37,85 € | −1,94% |
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.668,35 | +0,98% |
| TecDAX | 760,46 | +1,02% |
| MDAX | 7.282,47 | +1,34% |
| SDAX | 3.484,15 | −0,02% |
| REX | 373,56 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.881,01 | +0,86% |
| Dow Jones | 10.291,30 | +0,43% |
| Nasdaq 100 | 1.782,95 | +0,55% |
| S&P500 | 1.098,51 | +0,50% |
| Nikkei225 | 9.871,68 | +0,01% |
| EUR/USD | 1,4982 | −0,01% |
| Rohöl Brent Crude | 77,95 $ | +0,58% |
| Gold | 1.101,50 $ | −0,63% |
| Bund Future | 121,57 € | +0,06% |
| Gesamt- Index |
Durchschnitt 90 Tage |
Durchschnitt 200 Tage |
|
|---|---|---|---|
Aktien-Index11.11.2009 13:00 |
1361,31 | 1326,77 | 1262,56 |
Performance-Index11.11.2009 17:35 |
299,29 | 293,27 | 274,66 |
Euro-Aktien-Index11.11.2009 17:35 |
143,13 | 137,00 | 125,21 |