Baubranche

Aktie von Bien-Zenker mit stärkerem Fundament

Fertighaus von Bien-Zenker

Fertighaus von Bien-Zenker

01. Juli 2004 Die Baubranche in Deutschland ist sicherlich keine Boombranche. Wenn Unternehmen der Branche etwas Positives vermelden, dann beziehen sie sich nicht selten auf die Geschäft im Ausland. Aber es gibt scheinbar auch Ausnahmen.

Mit Blick auf den Aktienkurs hat zumindest der Fertighaushersteller Bien-Zenker wieder etwas Oberwasser gewonnen. Denn die Aktie hat ihren langfristigen Abwärtstrend überwunden und seit ihrem Tief bei 5,3 Euro im Januar des vergangenen Jahres einen kurzfristigen Aufwärtstrend etabliert und mittlerweile 116 Prozent auf zuletzt 11,45 Euro zu gelegt.

Vernünftige Bewertung und Dividendenrendite

Das Unternehmen konnte den Umsatz im vergangenen Jahr um 15,4 Prozent auf 145 Millionen Euro steigern, der Jahreüberschuß ging im Vergleich mit dem Vorjahr allerdings um 11,5 Prozent auf 9,2 Millionen Euro oder 80 Cent je Aktie zurück. Auf dieser Basis ist die Aktie mit einem akzeptablen Kurs-Gewinnverhältnis von 14,3 bewertet. Das Unternehmen möchte eine Dividende in Höhe von 50 Cent je Aktie ausschütten, was zu einer Dividendenrendite von 4,4 Prozent führt. Das ist nicht zu verachten.

Interessanter als die Vergangenheit ist allerdings der Blick auf das laufende Geschäftsjahr und weiter nach vorne. So sind im Fertighausbau die Auftragseingänge in den ersten fünf Monaten dieses Jahres im Vergleich mit dem Vorjahr um 7,4 Prozent auf 40,4 Millionen Euro gestiegen. Auf dem deutschen Markt sind laut Unternehmensangaben 7,2 Prozent mehr Fertighäuser geordert worden, auf dem zweitwichtigsten österreichischen Markt auf Grund des Verkaufs hochwertigerer Häuser sogar 25 Prozent mehr. Auf dieser Basis ließ sich operative Ergebnis des ersten Quartals im Vergleich mit dem Vorjahr um knapp 37 Prozent auf 2,6 Millionen Euro verbessern.

"Dies ist bereits eine Bestätigung für die erwartete positive Ergebnisentwicklung im laufenden Geschäftsjahr", kommentierte Vorstandsmitglied Günter Baum die Entwicklung. Da die Erträge der ersten drei Monate in Folge saisonaler Effekte gewöhnlich unter dem Niveau der Folgequartale liegen, dürfte das Unternehmen im Laufe des Jahres mit weiteren positiven Nachrichten aufwarten.

Verbesserung der Ertragslage und Rentabilität im Blickpunkt

Nachdem in den vergangenen zwei Jahren erhebliche Mittel in die Markenprofilierung und die Mitarbeiterausbildung investiert wurden, sieht die Unternehmensgruppe ihren Schwerpunkt im laufenden Jahren in der nachhaltigen Verbesserung der Ertragslage und Rentabilität. Die Umsatzrendite vor Steuern im Konzern von 2,3 Prozent im vergangenen Jahr soll im Laufe der kommenden Jahre auf über fünf Prozent gesteigert werden. Dazu wurde bereits vor einigen Monaten ein konkretes Kosteneinsparungsprogramm gestartet, das in diesem Jahr zu einer ersten Ergebnisverbesserung führen soll.

Das Unternehmen geht weiterhin für dieses Geschäftsjahr von Auftragseingängen in Höhe von 190 Millionen Euro und einem Umsatz auf Vorjahresniveau von rund 170 Millionen Euro aus. Zusammen mit den Bestrebungen, die Effizienz und die Rentabilität des Unternehmens zu erhöhen, dürfte der Aktie zumindest in einem anhaltend positiven Wirtschafts- und Börsenumfeld noch etwas Spielraum geben. Abersicherungsstrategien können allerdings nie schaden.


Der Chart zeigt den Kursverlauf der Aktie von Bien-Zenker in den vergangenen Jahren.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: Bien-Zenker

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