30. März 2004 Aktienanleihen, Diskontzertifikate oder ähnliche Produkte, die nach demselben Prinzip - Verkauf von Optionen auf ein Basisprodukt - konstruiert werden, haben sich an den europäischen Finanzmärkten immer weiter verbreitet. Sofern sie von den Kunden richtig verstanden und eingesetzt werden, bieten sie durchaus interessante Möglichkeiten, die Rendite eines Portfolios zu verbessern.
Allerdings sind die Einsatzmöglichkeiten in der ursprünglichen Form relativ begrenzt. Denn in der Regel ist der Kauf solcher Produkte nur dann interessant, wenn sie gerade frisch auf den Markt kommen. Die zweite Bedingung ist, daß sich das Unterlying, also das Finanzinstrument, auf das sich das Produkt bezieht, am Ende der Laufzeit in einem relativ engen Band um den Wandlungsbereich liegen muß. Denn sollte der Kurs darunter liegen, macht der Anleger effektiv einen Verlust. Liegt er deutlich darüber, so macht er einen Opportunitätsverlust, denn er hätte mit dem Kauf der Aktie, eines Indexzertifikats, einer Anleihe oder einer Währung deutlich mehr verdienen können.
Rolling Discounter interessanter als Standardprodukte
In diesem Sinne sind die in den vergangenen Monaten vermehrt auf den Markt kommenden Rolling Discounter deutlich interessanter. Denn sie bieten mehrere Vorteile. Erstens ist die Grundstrategie flexibler. Im Unterschied zu herkömmlichen Produkten (siehe auch Aktienanleihen müssen richtig gewählt werden) werden Optionen auf das Basisprodukt öfter und mit kürzerer Laufzeit verkauft und nicht nur einmal. Das hat mehrere Vorteile. Erstens liegt der Roller damit immer relativ nahe am Markt. Zweitens profitiert er von der Volatilitätsstrukturkurve. Die zeigt sich darin, daß die Volatilität für Optionen mit kürzerer Laufzeit höher ist als die die mit längerer Restlaufzeit.
Aus diesem Grund läßt sich mit dem relativ häufigen Schreiben oder Verkaufen kurzlaufender Optionen eine höhere Rendite erwirtschaften als mit dem einmaligen Verkauf einer länger laufenden Option. Das ist vor allem auch im Umfeld extrem tiefer Volatilitäten interessant. Waren bisher solche Zertifikate vor allem auf Indizes bezogen, so kommen nun nach und nach immer mehr Produkte auf Einzelaktien heraus. Bei der Deutschen Bank läuft noch bis zum sechsten April die Zeichnungsfrist für ein Rolling Dynamic Diskont Deutsche Telekom-Zertifikat. Das Funktionsprinzip ist relativ einfach. Alle vier Wochen - konkret an jedem zweiten Freitag im Monat - wird in ein neues Discount-Zertifikat mit einem Monat Restlaufzeit investiert.
Eigendynamik bei der Wahl des Wandlungspreises
Die jeweiligen Wandlungspreise orientieren sich an den gleitenden 40- und 100-Tage-Durchschnitten. Liegt die T-Aktie im Aufwärtstrend und damit über den beiden Linien, dann wird ein Call mit einem Wandlungspreis von 103 Prozent des Kurses um 13 Uhr geschrieben. Liegt er zwischen oder unter den beiden Linien, dann werden die Wandlungspreise bei 100 und 95 Prozent des Kurses festgelegt. Auf diese Weise wird ein an die Marktverhältnisse angepaßtes Chance-Risiko-Verhältnis sichergestellt. Das Zertifikat mit der Isin DE000DB3Y1X5 wird keine Laufzeitbeschränkung haben und permanent handelbar sein.
Damit könnte das Papier zu einer interessanten Alternative zur T-Aktie an sich werden. Denn die Aktien von Telekommunikationsunternehmen sind in den vergangenen Monaten wieder etwas in Mode gekommen und haben sich deutlich von ihren Kurstiefs erholt. Bei aller Güte sind sie allerdings immer noch mit Problemen, beispielsweise mit einer hohen Verschuldung und zunehmend gesättigten Märkten, behaftet. Aus diesem Grund dürfte niemand ernsthaft davon ausgehen, daß die Aktien nun plötzlich wieder zu Überfliegern werden könnten. Viele sagen ihnen ein relativ defensives Kursverhalten voraus, ähnlich wie bei den Versorgungswerten in der Vergangenheit. Auf dieser Basis dürfte die Kombination zwischen Aktien und regelmäßig verkauften Optionen eine interessante Alternative sein, um die Rendite zu verbessern.
Text: @cri
Bildmaterial: X-markets, Deutsche Bank AG
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| HYPO REAL ESTATE HOL | +1,52 | +36,80 |
| COMMERZBANK AG INHAB | +1,61 | +16,54 |
| INFINEON TECHNOLOGIE | +0,42 | +15,12 |
| VOLKSWAGEN AG STAMMA | -2,64 | -0,77 |
| BAYER AG INHABER - A | +0,70 | +1,70 |
| DEUTSCHE POST AG NAM | +0,24 | +2,08 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 4.861,26 | +6,97 |
| TecDax | 572,00 | +10,69 |
| DowJones | 8.451,19 | -1,49 |
| Nasdaq | 1.649,51 | +0,27 |
| STOXX 50 | 2.571,06 | +6,16 |
| Nikkei 225 | 8.276,43 | -9,62 |
| S&P 500 Zert. | 9,30 | +5,32 |
| Euro/Dollar | 1,36 | -0,05 |
| Bund Future | 114,63 | -0,03 |
| Gold | 855,00 | +0,90 |
| Öl | 76,65 | -7,49 |