
Weltneuheit mit Sonnenkraft: Auch nachts wird dieses Riesenrad in Santa Monica (Kalifornien) mit Solarenergie angetrieben
02. Juni 2008 Es ist der Tag der Solarbranche: Um 63 Prozent auf 100,90 Euro stieg der Kurs von Ersol, nachdem Robert Bosch den Hersteller von Solarzellen übernimmt. Gut 50 Prozent kauft der Automobilzulieferer und Elektrokonzern zum Preis von 546,4 Millionen Euro oder 101 Euro je Aktie (Aktienkurs von Ersol schießt in die Höhe).
Die Transaktion löste eine wahre Rally in Solaraktien aus: Solon stiegen zeitweise um 11 Prozent, Solar World zum Teil um 10 Prozent, Phoenix Solar und Conergy um gut 8 Prozent. In der Spitze um mehr als 3 Prozent hievten diese Titel den Tec-Dax auf ein Tageshoch von 880 Punkten. Dabei hatte der Index einen eher schwachen Mai und beendete den Monat in etwa auf dem Niveau, zu dem er ihn begonnen hatte.
Fundamental wenige Gründe für ein Engagement
Monatelang sorgten die Solaraktien zu den wenigen Lichtblicken am deutschen Aktienmarkt. Doch zuletzt hatte der politische Streit um die Förderung der Stromerzeugung aus Sonnenkraft den Aktienkursen zugesetzt. Zwar hat sich die große Koalition dann doch darauf geeinigt, die staatliche Förderung nicht ganz so stark zu kappen wie anfangs geplant (Solaraktien als politischer Spielball). Aber die Debatte hat offenbar vielen Anlegern noch einmal bewusst gemacht, wie sehr die Branche von politischen Vorgagen abhängt.
Fundamental spricht derzeit wenig für ein Engagement in Solaraktien. Das Phänomen ist bisher auch weitgehend auf Deutschland beschränkt. 47 Prozent der Anlagen standen im Jahr 2006 in Deutschland, während das wesentlich sonnenreichere Spanien auf einen Anteil von lediglich 6 Prozent kam. In den Vereinigten Staaten stehen ebenfalls nur 6 Prozent der Anlagen.
Die Preise werden zusammenbrechen
Vor allem dürften jedoch die Preise in den kommenden Jahren zusammenbrechen, befürchten schon einige Analysten. Schon heute übersteigt das Angebot - wenn auch nur leicht - die Nachfrage. Doch dieses Angebot dürfte sich weiter verschärfen, befürchten beispielsweise die Analysten der Citigroup. Sie erwarten, dass bis 2010 weltweit das Angebot auf mehr als 15.000 Megawatt steigen wird, während die Nachfrage nur auf 7000 bis 8000 Megawatt steigen wird.
Das ist kein freier Markt, meint Tim Arcuri von der Citigroup. Die Nachfrage entsteht ausschließlich durch staatliche Subventionen.
Die Preise für Solarkomponenten könnten von 3,80 Dollar je Watt bis 2010 auf 1,40 Dollar je Watt fallen, zitierte die Londoner Zeitung Financial Times einen Analysten von Ambriam, Dean Cooper. Dies könne die Konsolidierung in der Branche in den kommenden sechs Monaten beschleunigen und dazu führen, dass kleinere Anbieter von größeren geschluckt würden.
Startschuss für die Konsolidierung der Branche
Konsolidierung ist denn auch das große Thema, das derzeit die Solarbranche beherrscht. Die erste große Transaktion leitete auch gleich ein Branchenfremder ein. So sind sich die meisten Beobachter einig, dass die Übernahme von Ersol durch Robert Bosch erst der Anfang war.
Das Wort Konsolidierung leitet sich aus dem Lateinischen consolido, fest machen, ab. Damit ist in diesem Fall eine Phase in der Entwicklung eines neuen Marktes gemeint, wenn nämlich anfangs stürmische Pioniereuphorie in ein Nachlassen der Wachstumsraten übergeht. Dann nämlich wird weniger die Innovationsfreudigkeit eines Unternehmens der bestimmende Wettbewerbsfaktor, sondern andere Faktoren, wie beispielsweise Marktmacht oder Herstellungskosten, bedeutender werden. So will auch Robert Bosch seinen Bereich erneuerbare Energie ausbauen.
Das Interesse an der Solarbranche ist groß
Aus dieser Perspektive sind Solaraktien wieder eine Spekulation wert: Gerade wenn der Preisdruck in der Branche zunimmt, könnte der eine oder andere Akteur in diesem Geschäft gezwungen sein, Zuflucht unter dem Dach eines anderen Unternehmens zu suchen; da Skaleneffekte, besonders in der Herstellung von Solarzellen und Solaranlagen, an Bedeutung zunehmen.
Bis 2015 soll deutscher Solarstrom nach dem Kompromiss in der großen Koalition die Wettbewerbsfähigkeit erreichen. So war es zumindest vor der Vereinbarung diskutiert worden. Offen ist allerdings noch, wie realistisch diese Frist ist und ob sie dann tatsächlich in dieser Form im Gesetz stehen wird.
Das Jahr 2015 werden aber voraussichtlich nicht alle Solarunternehmen in der Eigenständigkeit erleben. Die Konsolidierung einer Branche hat immer auch mit Bereinigung zu tun. Das müssen die Aktionäre von Solarunternehmen nicht unbedingt fürchten. Denn wie der Einstieg von Robert Bosch bei Ersol zeigt, ist das Interesse an der Branche groß.
Text: hlr.
Bildmaterial: AFP, F.A.Z., FAZ.NET
| Tops & Flops | Kurs | in % |
| Infineon | 3,58 € | +4,07% |
| SAP | 32,21 € | +2,06% |
| Dt. Boerse | 55,89 € | +1,66% |
| Merck | 64,82 € | +1,22% |
| FMC | 37,71 € | +1,21% |
| Allianz | 84,00 € | −1,73% |
| Linde | 83,93 € | −1,79% |
| Dt. Bank | 49,90 € | −2,16% |
| Commerzbank | 5,91 € | −2,80% |
| Volkswagen | 76,25 € | −4,69% |
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22:55Wall Street schließt gut behauptet - Technologiewerte gesucht
22:17EUREX/Renten-Futures schließen kaum verändert
22:12EUREX/DAX-Futures schließen etwas fester
22:06XETRA-NACHBÖRSE/XDAX (22 Uhr): 5.862 (XETRA-Schluss: 5.831) Pkt
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.831,21 | −0,23% |
| TecDAX | 815,34 | −0,05% |
| MDAX | 7.393,75 | −0,14% |
| SDAX | 3.555,37 | +0,22% |
| REX | 378,74 | +0,12% |
| Eurostoxx 50 | 2.871,22 | −0,71% |
| Dow Jones | 10.328,90 | +0,20% |
| Nasdaq 100 | 1.807,36 | +1,64% |
| S&P500 | 1.102,47 | +0,58% |
| Nikkei225 | 10.142,00 | −0,21% |
| EUR/USD | 1,4336 | −0,09% |
| Rohöl Brent Crude | 73,88 $ | +0,90% |
| Gold | 1.104,50 $ | −1,12% |
| Bund Future | 123,43 € | −0,01% |
| Gesamt- Index |
Durchschnitt 90 Tage |
Durchschnitt 200 Tage |
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|---|---|---|---|
Aktien-Index18.12.2009 13:00 |
1384,62 | 1346,64 | 1292,33 |
Performance-Index18.12.2009 17:35 |
304,19 | 297,54 | 282,83 |
Euro-Aktien-Index18.12.2009 17:35 |
141,85 | 140,95 | 129,84 |
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