Marktbericht

Dax rutscht unter die Marke von 4.600 Punkten

10. Juli 2009 Zweifel an einer raschen Erholung der amerikanischen Wirtschaft haben die Aktienmärkte zum Wochenschluss belastet. Der Dax beendete den Handel 1,2 Prozent tiefer bei 4.576,31 Punkten und büßte damit auf Wochensicht fast drei Prozent ein. Der Europa-Index Stoxx50 gab ebenfalls 1,2 Prozent nach.

Händlern zufolge wurden die Märkte von einem unerwartet kräftig gesunkenen amerikanischen Verbrauchervertrauen belastet. Die amerikanischen Bürger machen sich wieder verstärkt Sorgen über die Wirtschaftsentwicklung, die Sicherheit ihres Arbeitsplatzes und ihr Vermögen. Entsprechend fiel der Index von Reuters und der Universität Michigan zum Verbrauchervertrauen nach vorläufigen Berechnungen auf den tiefsten Stand seit März. „Die Hoffnungen auf ein Anziehen der US-Wirtschaft haben wieder einen Dämpfer bekommen“, sagte HSBC-Trinkaus-Volkswirt Rainer Sartoris.

BMW-Aktie gegen den Trend im Plus

Belastet wurden die US-Börsen, die bei Handelsschluss in Europa im Minus lagen, auch von Aussagen des amerikanischen Ölkonzerns Chevron über einen schwachen Verlauf des zweiten Quartals. Chevron-Aktien büßten 3,2 Prozent ein. Dagegen reagierten die Aktien von General Motors (GM) mit einem Kursfeuerwerk auf den schnellen Neustart nach der Insolvenz. Die Aktien des einst weltgrößten Autoherstellers schossen um 35 Prozent nach oben auf 1,12 Dollar.

Ein uneinheitliches Bild boten dagegen die Aktien europäischer Autokonzerne. In Frankfurt fuhren BMW weiter der Konkurrenz davon und stiegen um 0,9 Prozent. Händlern zufolge wirkte noch ein Kommentar der Credit Suisse vom Dienstag nach. Die Schweizer Analysten trauten den Münchenern mehr Dynamik bei den Produkten zu als dem Stuttgarter Konkurrenten Daimler, dessen Aktien 0,2 Prozent nachgaben. Volkswagen büßten 1,9 Prozent ein. In Paris verloren Renault-Aktien nach skeptischen Aussagen von Vorstandschef Carlos Ghosn zum Ausblick auf das nächste Jahr 1,6 Prozent. Fiat gaben in Mailand 1,3 Prozent nach.

Zum Börsenkurs

Zu den größten Verlierern im Dax gehörten die Aktien von K+S und Deutsche Post mit Abschlägen von fast fünf beziehungsweise vier Prozent. Händlern zufolge gingen die Titel mit dem Markt nach unten, ohne dass es unternehmensspezifische Gründe gab.

Salzgitter-Aktie nach Empfehlung an der Dax-Spitze

Die kurze Gewinnerliste führten nach einer Kaufempfehlung der Citigroup Salzgitter-Aktien mit einem Plus von 1,23 Prozent an. Dagegen gaben Commerzbank-Papiere ihre Gewinne von bis zu 3,8 Prozent im Zuge von Kursverlusten bei europäischen Finanzwerten wieder ab und schlossen 1,5 Prozent tiefer. Der europäische Branchenindex büßte ein Prozent ein. Nach oben gezogen worden waren die Commerzbank-Titel von Aussagen von Firmenkundenvorstand Markus Beumer, der in einem Reuters-Interview eine Vorreiterrolle des zweitgrößten deutschen Geldinstituts bei der Bad Bank abgelehnt hatte.

Bei den Technologiewerten sorgte die überraschend massive Kapitalerhöhung bei Infineon für Gesprächsstoff. Die im TecDax gelisteten Aktien des Chipherstellers stiegen um 5,4 Prozent auf 2,72 Euro. Der Einstieg des Finanzinvestors Apollo mit bis zu knapp 30 Prozent kam damit an der Börse besser als zunächst erwartet. „Die Aktie ist im Branchenvergleich attraktiv bewertet und könnte zudem wieder in den Dax-Index kommen“, stellten die Analysten der DZ Bank fest.

Text: Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.
Bildmaterial: FAZ.NET, Natascha Vlahovic, FAZ.NET

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