Charttechnik-Training

Optionsindikatoren zeigen das Vertrauen der Anleger

Von Thomas Bopp, CMT-Charttechniker

Call-Umsätze helfen bei der Kursprognose

Call-Umsätze helfen bei der Kursprognose

03. November 2002 Wer sich in den letzten Monaten auf seine Chart-Indikatoren verlassen hat, war im wahrsten Sinne des Wortes verlassen. Nichts funktionierte mehr. Es war zum verzweifeln: Anleger wanden sich ab, hörten auf zu spekulieren und leckten ihre Wunden. Dabei gibt es Markt-Indikatoren, die mittelfristig gute Signale geben und die nicht auf Überkauft/Überverkauft-Parametern beruhen.

An ihnen lässt sich der Optimismus und der Pessimismus des Aktienmarktes erkennen. Die Rede ist von den Zahlen der Optionsmärkte. Da nur hier hohe Umsätze in Aktien- und Indexoptionen durch das breite Publikum getätigt werden, lassen sich auf Grund dieser Umsatzzahlen Sentiment-Indikatoren berechnen, die sagen, wann eine Trendwende bevorstehen könnte.

Das Put/Call-Ratio als Kontraindikator

Der bekannteste davon ist das Put/Call-Ratio. Es zeigt an, wie viel Puts pro Call gehandelt wurden. Je mehr Puts statt Calls gehandelt werden, desto höher ist der Pessimismus, die Angst vor weiteren Kursverlusten geht um. Werden wenig Puts gekauft, setzen die Anleger fest darauf, dass es nach oben geht und die Welt ist in Ordnung. Nur schade, dass es meistens genau anders herum kommt. Einfach ausgedrückt: Setzen alle Marktteilnehmer auf steigende Kurse, müssen die Notierungen wieder fallen. Rechnet niemand mit steigenden Kursen, müssen die Notierungen steigen, denn schließlich haben bei dieser Haltung alle schon verkauft.

Ein Nachteil diese Indikators: Er kann nicht als alleiniger Signalgeber genutzt werden. Der unten stehende erste Chart zeigt das deutlich. Beim Dax als Vergleich konnten keine Signale generiert werden, die längerfristigen Erfolg garantierten, wenn man sich nur auf die Kauf- und Verkaufzonen konzentrierte. Ebenso sind die Signalzonen dynamisch. Früher vermeintliche Zonen zum Einstieg sind neuerdings Ausstiegszonen und umgekehrt. Erst mit einem weiteren angeleiteten Options-Indikator sind die Signale verlässlicher.

Call-Umsätze machen die Signale verlässlicher

Dabei handelt es sich um einen Indikator, der sich aus den Call-Umsätzen berechnet. Der renommierte Fondsmanager Jens Ehrhardt beobachtet seit Jahren diese Zahlen und erstellt einen so genannten „Indikator für Optimismus“. Erfahrungsgemäß steigen die Umsätze bei Kaufoptionen am Börsenhöhepunkt und bei Verkaufsoptionen am Tiefstpunkt massiv. Dies lässt sich als mittelfristiges Signal nutzen.

Im zweiten Chart ist der Dax-Index mit den daraus ermittelten Signalen zu sehen. Auffällig ist, dass Verkaufspunkte besser erwischt wurden als Kaufzeitpunkte. Nach allen eingezeichneten Verkauf-Signalen kam es zu größeren Kursverlusten.


Text: @JüB

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