Software

Aktie von Realtech hat Auftrieb

21. Mai 2008 Mit der IT-Beratung scheint sich gutes Geld verdienen zu lassen. Zumindest dann, wenn man die richtigen Produkte, Dienstleistungen und solide Kunden hat. Darauf deutet sowohl die Umsatz- und Gewinnentwicklung als auch die Performance der Aktie von Realtech in den vergangenen Jahren hin.

Nach massiven Kursverlusten in den Jahren 2000 und 2001 konnten die Papiere zunächst einen Boden bilden und schließlich einen längerfristigen Aufwärtstrend etablieren. Seit Mitte des Jahres 2004 geht es unbeirrt von allen denkbaren Tendenzen nach oben von etwas mehr als vier Euro im Zwischentief auf zuletzt 15,15 Euro. In den vergangenen Wochen war die Kursdynamik nach oben besonders ausgeprägt: Seit Beginn des Jahres hat die Aktie 30 Prozent zugelegt.

Deutliche Umsatz- und Gewinnsteigerung im ersten Quartal

Die Dynamik lässt sich aus der fundamentalen Entwicklung des Unternehmens ableiten. Sie zeigt sich unter anderem an den kürzlich vorgelegten Zahlen für das erste Quartal des laufenden Geschäftsjahres. Danach legte der Umsatz im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 16,3 Prozent zu auf 16,59 Millionen Euro, der Gewinn vor Steuern und Zinsen konnte um 41,8 Prozent auf 1,1 Millionen Euro gesteigert werden und der Nettogewinn um 90,6 Prozent auf 606.000 Euro. Der Gewinn je Aktie verdoppelte sich von sechs auf 12,6 Cent.

Das Unternehmen erzielt hohe Margen - die Bruttomarge lag im ersten Quartal bei 38,3 Prozent und einen robusten operativen Cashflow aus gewöhnlicher Geschäftstätigkeit. Die Eigenkapitalquote lag bei 72,7 Prozent und die Nettoliquidität belief sich auf 29,6 Millionen Euro oder 5,6 Euro je Aktie. Genau das macht die Aktie deutlich interessanter, als sie auf den ersten Blick mit einem Kurs-Gewinnverhältnis von 16,2 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende Jahr aussehen mag.

Solide Bilanz - solide Kundenbasis

Realtech ist geographisch vor allem auf Deutschland und „Rest-Europa“ konzentriert, erzielte im ersten Quartal aber auch einen Anteil von zehn Prozent am Gesamtumsatz in Asien und von fünf Prozent in den Vereinigten Staaten.

Realtec befindet sich im Prozess, sich von einem reinen Integrationsunternehmen für SAP-Systeme hin zu einem Beratungsspezialisten für Geschäftsprozesse und Projekte von strategischer Bedeutung zu verwandeln. In diesem Rahmen unterstützt das Unternehmen seine Kunden auch weiterhin bei der Optimierung, der Konsolidierung und dem Betrieb komplexer Informationsverarbeitungssysteme, sowie der operativen Abläufe.

Trotz enger Kooperationen mit den maßgeblichen Anbietern der IT-Industrie - vornehmelich SAP - bezeichnet sich Realtech als hersteller- und branchenunabhängiger Anbieter. So hätten bestehende und potenzielle Kunden die Gewissheit, dass ihnen die Berater des Unternehmens tatsächlich nur die jeweils besten verfügbaren Lösungen empfehlen. Die engen Beratungspartnerschaften zu Bosch und zur Deutschen Post - zwei Unternehmen, die bereits seit der ersten Stunde auf die Leistungen des Unternehmens setzten, dienten als Beweis dafür, dass die traditionelle Unabhängigkeit Schlüssel zu vertrauensvollen und loyalen Kundenbeziehungen sei.

Tatsächlich sind solche Kunden sicherlich ein Pfund, mit dem das Unternehmen wuchern kann. Denn sie sorgen für eine robuste Auftrags- und Wachstumsbasis. Insgesamt dürfte die Aktie aufgrund der Bewertung und der operativen Perspektiven weitere Kursfantasie bieten. Absicherungsstrategien können jedoch nie schaden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: FAZ.NET

 
NamePunkteProzent
Dax 6.304,41 -1,43
TecDax 734,85 -2,73
DowJones 11.384,21 +1,36
Nasdaq 2.294,44 +2,28
STOXX 50 3.287,60 -1,35
Nikkei 225 13.033,10 -2,45
S&P 500 Zert. 12,41 -1,74
Euro/Dollar 1,57 +0,32
Bund Future 112,15 +0,09
Gold 921,72 +0,51
Öl 142,31 -0,93
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