Ausschüttungen

T-Aktie bietet die höchste Dividendenrendite

05. März 2007 Die Zeiten an den internationalen Finanzmärkten sind in den vergangenen Tagen unübersehbar volatiler geworden als in den Monaten zuvor. Niemand kann sich die Kursrückschläge der vergangenen Tage an den Börsen so richtig erklären, scheint sich doch kaum etwas verändert zu haben.

Auf der anderen Seite dürften sich die am Markt als Verkäufer auftretenden Akteure schon etwas bei ihren Aktionen denken. Möglicherweise verfügen sie über bessere Informationen als andere, möglicherweise haben sie eine bessere Nase, möglicherweise liegen sie jedoch aber auch schief und werden in den kommenden Monaten wieder eines Besseren belehrt werden.

Dividendenstrategie hat gewisse Reize ...

Fakt ist allerdings, dass der Wirtschaftsoptimismus in den vergangenen Monaten sehr ausgeprägt war und in entsprechenden Gewinnerwartungen auch auf die Unternehmen übertragen wurde. Dabei befinden sich einerseits die Gewinnmargen auf Rekordhoch und können eigentlich nur allen. Auf der anderen Seite entwickelt sich das amerikanische Wirtschaftswachstum jetzt schon unterdurchschnittlich und gewisse Abwärtsrisiken dürften mit Blick auf die Entwicklung im Häusermarkt nicht zu übersehen sein.

Sollte sich die amerikanische Wirtschaft jedoch überraschend schwach entwickeln, so hätte das mit großer Wahrscheinlichkeit eine dämpfende Wirkung auf die Weltwirtschaft. Immerhin landet bisher ein großer Teil der weltweit produzierten Güter beim bisher unersättlichen amerikanischen Konsumenten. Es fragt sich nur, wie lange er noch Appetit haben kann.

In diesem Sinne dürfte eine „substanzhaltige“ Anlagestrategie nicht schaden. Daraus folgt der Blick auf die Dividendenrendite. Denn es ist kaum etwas solider, als ein Unternehmen, das schon seit Jahren eine Dividende - möglichst mit regelmäßigen Steigerungen - ausschütten kann.

Die höchste Dividendenrendite im H-Dax weist nach den Kursverlusten der vergangenen Tage die Aktie der Deutschen Telekom mit 5,72 Prozent auf, gefolgt von der Norddeutschen Affinerie mit 4,67 Prozent und jener der RWE mit 4,63 Prozent. Allerdings zeigen diese Unternehmen schon, dass es nicht ratsam ist, auf die die Dividendenzahlungen alleine zu blicken.

... allerdings immer unter Randbedingungen

So mag die Dividendenrendite der Telekom zwar beeindrucken. Angesichts des operativen Gegenwindes allerdings, dem das Unternehmen gegenwärtig ausgesetzt ist, wird sich die Frage stellen, wie lange es eine Dividende in dieser Höhe noch wird zahlen können. Ähnliches gilt auch für die Norddeutsche Affinerie. Das Unternehmen profitiert im Moment zwar unheimlich vom anhaltenden Rohstoffboom. Allerdings ist das Rohstoffgeschäft stark zyklisch und damit auch die Gewinnentwicklung des Unternehmens.

Aus diesem Grund dürfte sich die Aktie von RWE eher als Dividendenwert empfehlen. Denn das Geschäft des Energieversorgers ist ertragreich und robust. Das wird durch die Stetigkeit der Ausschüttungen in den vergangenen Jahren bestätigt. Allerdings stellt sich auch hier die Frage, ob sich die Höhe der im April anstehenden Ausschüttung von 3,5 Euro je Aktie in den kommenden Jahren wird wiederholen lassen. Immerhin spielten bei der Gewinnentwicklung im vergangenen Jahr Sondererlöse eine Rolle und wie die neue Strategie unter dem designierten Vorstandschef Juergen Grossmann aussehen wird, dürfte sich erst noch zeigen müssen.

Insgesamt wird klar, dass nicht die Dividendenrendite alleine zum Kauf eines Wertpapieres verleiten sollte, sondern ein gleichzeitiger Blick auf die operative Performance und die weitere Perspektive ist unabdingbar.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: FAZ.NET

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