Telekommunikation

T-Aktie reizt vor allem mit der Dividendenrendite

09. August 2007 Mit Kursgewinnen reagiert die Aktie der Deutschen Telekom am Donnerstag auf die am Morgen vorgelegten Umsatz- und Ertragszahlen für das zweite Quartal. Auf den ersten Blick sahen sie einerseits nicht sonderlich prickelnd aus, auf der anderen Seite waren die Erwartungen im Vorfeld auch nicht sonderlich hoch.

Denn der harte Wettbewerb in der Branche und die geringen Wachstumsmöglichkeiten im Binnenmarkt sind ebenso bekannt wie die hohe Kostenbasis, mit der das Unternehmen immer noch konfrontiert ist.

Deutliche Umsatzzuwächse im Ausland

Immerhin konnte das Unternehmen trotz allem den Umsatz im Vergleich mit der Vorjahresperiode um 2,9 Prozent auf 15,575 Milliarden Euro steigern. Dabei wurde der Rückgang im Inland durch deutlicheres Wachstum im Ausland überkompensiert. Im Binnenmarkt gingen die Erlöse um 6,3 Prozent auf 7,624 Milliarden Euro zurück, im Ausland legten sie um 13,7 Prozent auf 7,951 Milliarden Euro zu.

Gleichzeitig verbuchte der Konzern anders als von Analysten erwartet einen operativen Ergebniszuwachs. Das bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) legte im zweiten Quartal um 1,8 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro zu. Der bereinigte Nettogewinn dagegen ging um satte 46 Prozent auf 574 Millionen Euro zurück. Im Gesamtjahr rechnet die Telekom mit einem Ebitda von rund 19 Milliarden Euro bei einem moderaten Umsatzanstieg. „Die wichtigste Botschaft zum ersten Halbjahr lautet: Wir liegen im Plan, unsere Finanzziele für 2007 zu erreichen“, sagte Konzernchef Rene Obermann am Donnerstag.

„Wir sind mit unseren Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Kostenkontrolle auf einem guten Weg“, erklärte der Vorstandschef. „Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieser Weg noch lang ist und im weiteren Verlauf keineswegs leichter wird.“ Das Festnetz- und Breitbandgeschäft und die Geschäftskundensparte verzeichneten deutliche Gewinneinbußen. Auch das deutsche Mobilfunkgeschäft ließ Federn. Doch gingen die Ergebnisse in allen drei Sparten im zweiten Quartal nicht mehr so stark zurück wie zu Jahresbeginn.

In den ersten sechs Monaten legte der Umsatz im Vergleich mit dem Vorjahr um 3,5 Prozent auf 30 Milliarden Euro zu. Auch hier wurde ein Umsatzrückgang von 5,7 Prozent im Binnenmarkt auf 15,4 Milliarden Euro von einem Umsatzzuwachs von 14,6 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro im Ausland überkompensiert. Während der Nettogewinn sich von 2,1 auf 1,1 Milliarden Euro knapp halbierte, legte der freie Cashflow vor Dividendenzahnlungen leicht zu von 2,2 auf 2,3 Milliarden Euro. Auch die Nettoschulden stiegen leicht von 39,6 auf 40,4 Milliarden Euro.

Solider Cashflow - interessante Dividendenrendite

Die Deutsche Telekom AG kommt nach eigenen Angaben mit ihrem Sparprogramm voran. Im ersten Halbjahr wurden Einsparungen von 800 Millionen Euro erzielt, wie der Vorstandsvorsitzende Rene Obermann am Donnerstag sagte. Insgesamt seien Maßnahmen im Umfang von 1,4 Milliarden eingeleitet. Obermann bekräftigte das Ziel, im Gesamtjahr auf ein Volumen von zwei Milliarden Euro zu kommen. Bis im Jahr 2010 sollen die Kosten um bis zu 4,7 Milliarden Euro gesenkt werden. Bei seinen geplanten Beteiligungsverkäufen ist der Bonner Konzern ebenfalls weitergekommen. Unter anderem durch die Trennung von den Internettöchtern in Frankreich und Spanien seien bis Anfang August Einnahmen von 1,2 Milliarden Euro vereinbart worden, erklärte Obermann.

Mögen viele Anleger aufgrund der massiven Kursverluste nach dem Telekomhype in der vergangenen Baisse frustriert sein, so gilt trotz allem: Für's Gewesene gibt der Kaufmann nichts. Was zählt, das ist der Blick nach vorne. Und der sieht für Aktionäre der Telekom gar nicht so schlecht aus, wenn sie nicht auf starke Kursgewinne hoffen, sondern stattdessen auf eine attraktive Ausschüttungspolitik bauen. Denn starke Ausschüttungen dürften aufgrund der nach wie vor dominierenden Marktstellung im Inland und des erzielbaren Wachstums im Ausland über den Cashflow gewährleistet bleiben.

In diesem Sinne bietet die Aktie mit einer Dividendenrendite von 5,4 Prozent trotz einer relativ hohen Bewertung - die Kurs-Gewinnverhältnisse liegen auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Jahr bei 18,3 und 16 - und trotz der anhaltend starken Verschuldung gewisse Reize. Denn Kursrückschläge dürften dadurch immer wieder abgefedert werden. Darauf deutet auch ein Beta von 0,77 hin. Es zeigt, dass sich die Aktie unterdurchschnittlich zum Markt entwickelt.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: Deutsche Telekom, F.A.Z., FAZ.NET

 
NamePunkteProzent
Dax 6.422,30 +0,03
TecDax 827,16 +0,24
DowJones 11.543,96 -1,46
Nasdaq 2.367,52 -1,83
STOXX 50 3.365,63 +0,18
Nikkei 225 13.072,87 +2,39
S&P 500 Zert. 12,95 +1,17
Euro/Dollar 1,47 +0,23
Bund Future 114,16 -0,12
Gold 829,80 +0,00
Öl 113,83 -0,54
FAZ.NET Suchhilfe
F.A.Z.-Archiv Profisuche

F.A.Z. Electronic Media GmbH 2001 - 2008

Quellen: IS.eFinance Solutions using Deutsche Börse AG, Morningstar und weitere. IS.eFinance Solutions implemented and powered by Interactive Data Managed Solutions AG, ©  1999-2007. Alle Börsendaten werden mit 15 Minuten Verzögerung dargestellt.