Von Mark Arbeter, technischer Chefanalyst bei S&P
23. Februar 2005 Die Blue-Chip-Indizes stießen geradewegs auf den von den jüngsten Höchstständen gebildeten Chartwiderstand, schafften es jedoch nicht, diesen zu durchbrechen.
Für einen Index beziehungsweise eine einzelne Aktie ist dies zwar ein recht typisches Verhalten, trotzdem sind wir nach wie vor davon überzeugt, daß aufgrund der hinterherhinkenden Entwicklung beim Nasdaq-Index und des uns anmutenden Widerstrebens der institutionellen Anleger, wieder aggressiver im Markt aufzutreten, ein gewisses Maß an Vorsicht geboten ist. Verdächtig ist in unseren Augen auch, daß der Markt von zyklischen und einigen defensiven Branchen angeführt wurde - statt von Bereichen, die den großen Indizes meist zu einem nachhaltigen Aufwärtstrend verhelfen können.
Stärke der Korrektur entscheidet über ihre Dauer
Der S&P 500 ging am Mittwoch, den 16. Februar, bei 1.210,34 Punkten aus dem Handel und hatte damit fast seinen Schlußstand vom 30. Dezember erreicht (1.213,55). Nach einer Aufwärtsbewegung und anschließenden Schwächephase oder Korrektur kommt es viele Male vor, daß der Markt wieder auf die zuvor erreichten Höchststände klettert und dann sehr geringfügig oder flach absackt. Wenn der Kursrückgang moderat ausfällt und sich zudem bei unterdurchschnittlichen Umsätzen ereignet, hat der Markt gute Chancen auf neue Höchststände. Die für den S&P 500 wichtige kurzfristige Chartunterstützung liegt im Bereich von 1.190 bis 1.200 Punkten. Wenn sich der Index in diesem Bereich halten und dann eine Umkehr vollziehen kann, wird er es nach unserem Dafürhalten schließlich schaffen, auf neue Erholungshöchststände zu klettern.
Erleidet der S&P 500 indes einen kräftigeren Rückgang, besteht die Wahrscheinlichkeit, daß die aktuelle Konsolidierungsphase etwas länger anhalten wird. Weitere Tests stehen dabei bevor. Die von den Januar-Tiefständen ausgehende Chartunterstützung findet sich bei 1.164 Punkten; langfristige Chartunterstützung liegt knapp darunter, bei 1.160 Zählern. Der exponentiell gleitende 150-Tage-Durchschnitt befindet sich neben der Trendlinienunterstützung ebenfalls im 1.160-Punkte-Bereich. Der exponentiell gleitende 200-Tage-Durchschnitt liegt bei 1.148 und die langfristige Trendlinienunterstützung bei 1.156 Punkten. Bei einem kräftigen Ausbruch über die Marke von 1.220 Punkten käme als nächstes der 1.253-Punkte-Bereich ins Spiel.
Die interne Situation an der New York Stock Exchange (NYSE) bleibt unseres Erachtens überwiegend günstig und deutet darauf hin, daß die Blue-Chip-Indizes zulegen werden. Die NYSE-Advance/Decline-Linie hat in dieser Woche ein neues Erholungshoch erklommen, da höhere Kurse nach wie vor von der Marktbreite her unterstützt werden. Die Breite des gehandelten Volumens hat sich jedoch als nicht so kräftig erwiesen wie die Kursbreite. Die Advance/Decline-Linie der Umsätze bei den steigenden und fallenden Titeln muß erst noch ein neues Erholungshoch erklimmen, hat sie es bislang doch nicht vermocht, die im Dezember markierten Höchststände zu überbieten. Der Höchststand neuer Höchstkurse an der NYSE erreichte am 4. Februar den Stand von 405 und lag damit nicht weit von dem Niveau entfernt, das Anfang Dezember registriert wurde.
Die auf dem Kursverhalten des S&P 500 basierenden Momentumindikatoren zeichnen nach wie vor ein uneinheitliches Bild und begünstigen dabei nicht gerade einen nachhaltigen Aufwärtstrend, wie wir meinen. Der MACD (Moving Average Convergence/Divergence) auf Tagesbasis ist positiv zu werten, während der tägliche stochastische Oszillatorindikator in überkauftem Terrain rangiert, ohne bislang eine Abschwächung erfahren zu haben. Der MACD auf Wochenbasis bleibt negativ, trotzdem er zu seiner Signallinie zurückgefunden hat. Dieser Indikator hat ferner eine negative Divergenz erzeugt, indem er einen niedrigeren Höchststand markierte, während der S&P 500 im Dezember auf neue Erholungshöchststände geklettert war. Der wöchentliche Stochastik-Oszillator bleibt bearish, nachdem er in deutlich überkauftes Terrain vorgestoßen und dann eingebrochen war. Derweil präsentiert sich der Relative-Stärke-Index sowohl auf Tages- als auch auf Wochenbasis neutral - will mit anderen Worten heißen, daß er weder überkauft noch überverkauft ist.
Ausgesprägtes Konsolidierungsmuster an der Nasdaq
Das Kurs- und Umsatzverhalten des Nasdaq bereitet unserer Meinung nach weiter Kopfzerbrechen, hinkt er seit Anfang Dezember doch den Standardwerteindizes hinterher. Der technologielastige Nasdaq steckt nach wie vor in einem ausgeprägten Konsolidierungsmuster und gibt dabei kaum Lebenszeichen von sich. Ein Problem bei dem Index ist seine Gewichtung nach Marktkapitalisierung. Die vier absoluten Schwergewichte im Nasdaq - Microsoft, Intel, Cisco Systems und Dell - machen 17 Prozent des Index aus. Diese extrem hochkapitalisierten Titel waren zur Zeit der Technologieblase Riesengewinner, sie sind nach dem Platzen der Blase jedoch wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgekommen und dort geblieben. Die 14 größten Nasdaq-Werte, die nicht alle aus der Technologiebranche stammen, nehmen beträchtliche 33 Prozent des Index ein. Die großen Gewinner der Vergangenheit leiden unter technischen Problemen, und dies schlägt sich in der Performance des Nasdaq entsprechend nieder.
Unserer Meinung nach testet der Nasdaq gerade seine Januar-Tiefstände, die sich nahe der 2000-Punkte-Marke befinden. Der Index ist einmal mehr unter seinen exponentiell gleitenden 50-Tage-Durchschnitt gefallen und notiert derzeit in der Nähe seines 80-Tage-Durchschnitts. Der einfach und exponentiell gleitende 200-Tage-Durchschnitt kommt bei 1981 bzw. 2006 Punkten ins Spiel. Die von den Tiefständen im März 2003 und August 2004 abgeleitete langfristige Trendlinienunterstützung liegt in der Nähe von 1980 Zählern. Diese Trendlinie ist in unseren Augen sehr wichtig, denn sie hat während des zyklischen Haussemarktes die Kurse gestützt. Ein Durchbrechen der Trendlinie wird sicherlich die Frage aufwerfen, ob der Nasdaq von einem zyklischen Haussemarkt zu einem zyklischen Bärenmarkt zurückkehrt - und zwar innerhalb der Grenzen eines langfristigen Bärenmarktes. Am oberen Ende findet sich kurzfristiger Chartwiderstand bei 2100 Punkten und dann im 2160- bis 2180-Punkte-Bereich.
Rentenmarkt arbeitet an der Trendumkehr
In der vorletzten Woche durchstieß die Rendite zehnjähriger amerikanischer Treasuries kurz die Marke von vier Prozent. In der vergangenen Woche vollzog sie jedoch eine kräftige Kehrtwende und setzte ihren Aufwärtstrend fort. Am Freitag, den 18. Februar, kletterte die zehnjährige Rendite auf 4,27 Prozent und könnte nun auf einen wichtigen technischen Test der Höchststände vom Dezember zusteuern, die oben im 4,4-Prozent-Bereich liegen. Wir glauben, daß ein Durchbrechen der 4,4-Prozent-Hürde dem Rentenmarkt wirklich Schmerzen zufügen und auch den Aktienmarkt bremsen könnte. Ein Anstieg der Renditen auf über 4,4 Prozent würde als nächstes Ziel den 4,7- bis 4,9-Prozent-Bereich bzw. die Mitte des Jahres 2004 markierten Höchststände ins Spiel bringen.
Aus langfristiger Sicht haben sich die Renditen seit ihrer Bodenbildung im Juni 2003 in erratischer Weise nach oben bewegt. Von einer sehr langfristigen Perspektive aus betrachtet sind wir der Meinung, daß die extrem lange Rentenhausse, die bis ins Jahr 1981 zurückreicht, gerade ins Gegenteil umschlägt. Es könnte allerdings seine Zeit dauern, bis sich ein derart starker, weil so langer Haussetrend umgekehrt hat.
Text: @cri
| Tops & Flops | Kurs | in % |
| BMW | 33,54 € | +1,61% |
| MAN | 59,82 € | +0,98% |
| Lufthansa | 11,10 € | +0,68% |
| Daimler | 34,64 € | +0,64% |
| Linde | 78,18 € | +0,55% |
| Volkswagen | 103,00 € | −0,48% |
| RWE | 61,03 € | −0,60% |
| E.ON | 26,99 € | −0,95% |
| SAP | 31,70 € | −0,98% |
| Salzgitter | 62,57 € | −1,15% |
EZB: Käufe von Covered Bonds steigen auf 21,998 Mrd EUR
09:24SENTIMENT/Optimisten reizen Gewinne aus - cognitrend
09:07XETRA-START/Etwas leichter - Quartalszahlen drücken
09:01Aegon schreibt im 3Q Gewinn und will Staatshilfe teilrückzahlen
08:58Aktien Seoul schließen schwach - Won-Aufwertung belastet Markt
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.671,08 | +0,05% |
| TecDAX | 760,53 | +0,01% |
| MDAX | 7.305,94 | +0,32% |
| SDAX | 3.479,62 | −0,13% |
| REX | 373,56 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.880,08 | −0,03% |
| Dow Jones | 10.291,30 | +0,43% |
| Nasdaq 100 | 1.782,95 | +0,55% |
| S&P500 | 1.098,51 | +0,50% |
| Nikkei225 | 9.804,49 | −0,68% |
| EUR/USD | 1,4977 | −0,04% |
| Rohöl Brent Crude | 78,03 $ | +0,17% |
| Gold | 1.114,75 $ | +1,20% |
| Bund Future | 121,88 € | +0,25% |
| Gesamt- Index |
Durchschnitt 90 Tage |
Durchschnitt 200 Tage |
|
|---|---|---|---|
Aktien-Index11.11.2009 13:00 |
1361,31 | 1326,77 | 1262,56 |
Performance-Index11.11.2009 17:35 |
299,29 | 293,27 | 274,66 |
Euro-Aktien-Index11.11.2009 17:35 |
143,13 | 137,00 | 125,21 |
Rolle Bundesrat, Bundestag in der EU, 3
09:28Medien spielen ja auch immer noch mit!
09:27Rolle Bundesrat, Bundestag in der EU, 2
09:25Rolle Bundesrat, Bundestag in der EU, 1
09:22