24. Juli 2008 Aufgrund der Preiskorrektur bei Energie- und Agrarrohstoffen kam es in den vergangenen Tagen auch bei den Aktien der Agrarunternehmen zu Gewinnmitnahmen. Im Gegensatz zu vielen anderen Bereichen, die künftig von der abnehmenden Dynamik der Weltwirtschaft negativ betroffen werden mögen, dürften sich in diesem Bereich jedoch zumindest vereinzelt Kaufgelegenheiten bieten.
Das zeigt sich am Beispiel des Basler Unternehmens Syngenta. Es konnte den Umsatz in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres um 28,2 Prozent auf 7,295 Milliarden Dollar steigern.
Deutliches und profitables Wachstum
Bei konstanten Wechselkursen lag der Zuwachs immerhin noch bi 20 Prozent. Der Reingewinn vor Restrukturierungen und Wertberichtigungen belief sich nach einem Zuwachs von 32,44 Prozent auf 1,576 Milliarden Dollar. Nach IFRS lag der Gewinn bei 1,519 Milliarden Dollar - ein Plus von 24,6 Prozent. Der Gewinn pro Aktie legte nach diesem Maßstab um 28,2 Prozent zu auf 15,93 Dollar, wie der Agrochemiekonzern am Donnerstag mitteilte.
Das Betriebsergebnis (Ebitda) erhöhte sich bei konstanten Wechselkursen um 21 Prozent auf 2,282 Milliarden Dollar. Die Marge konnte auf 31,3 Prozent von 30,7 Prozent gesteigert werden. Mit dem vorgelegten Zahlenset hat Syngenta die Erwartungen des Marktes übertroffen. Analysten hatten im Vorfeld der Veröffentlichung im Durchschnitt mit einem Umsatz von etwas mehr als sieben Milliarden Dollar und einem Reingewinn vor Restrukturierungen und Wertberichtigungen in der Höhe von 1'507 Millionen Dollar gerechnet.
Syngenta berichtet von anhaltendem Wachstum, das in erster Linie vom Volumen getrieben werde. Gerade einmal drei Prozent des Umsatzzuwachses sei auf Preiseffekte zurückzuführen, erklärt das Unternehmen. Der Umsatz im Bereich Pflanzenschutz stieg im Berichtszeitraum um 21 Prozent auf 5,55 Milliarden Dollar. Das Ebitda wurde mit 2,02 Millionen Dollar nach 1,51 Millionen Dollar ausgewiesen. In der Sparte Saatgut verbuchte Syngenta ein Umsatzplus von 15 Prozent auf 1,74 Milliarden Dollar und erwirtschaftete einen Ebitda von 272 Millionen Dollar.
Gewinnprognosen deutlich angehoben - gute Wachstumsaussichten
Syngenta hob aufgrund der starken Entwicklung im ersten Halbjahr und mit Blick auf die positiven Aussichten für die Anbausaison auf der Südhalbkugel das Wachstumsziel für das Jahr 2008 beim Gewinn pro Aktie von bisher 20 auf über 35 Prozent an. Syngenta geht davon aus, dass die Notwendigkeit, die Nahrungsmittelproduktion in den kommenden 20 Jahren um 50 Prozent über eine zunehmende Produktivität zu steigern, die Nachfrage nach den Produkten und Technologien des Unternehmens auch in Zukunft fördern werde. Aus diesem Grund könne das Wachstumsziel beim Gewinn pro Aktie für das Jahr 2009 auf 15 Prozent bis 20 Prozent angehoben werden.
Diese Prognosen werden faktisch untermalt durch konkrete Pläne und Programme, die Produktionskapazitäten zur Bewältigung der längerfristig steigenden Nachfrage auszubauen. Das Untenehmen verfügt nach eigenen Angaben über eine reichhaltige Pipeline an neuen Produkten. Auf dieser Basis bieten die Namensaktien des Unternehmens mittel- und längerfristig orientierten Anlegern weitere Reize. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 18,3 und 16 auf Basis der bisherigen, durchschnittlichen Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sind sie zwar optisch keine ausgeprägten Schnäppchen. Allerdings wird die Bewertung getragen von den Wachstumsaussichten. Zudem sind die Papiere günstiger als jene des Konkurrenten Monsanto. Am Donnerstag legt die Aktie im frühen Handel um 5,24 Prozent zu auf 295,75 Schweizer Franken
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Text: @cri
Bildmaterial: FAZ.NET, Syngenta