Maschinenbau

Aktie von Bucher Industries auf solidem Fundament

17. Dezember 2007 Die Börsianer sind gegenwärtig etwas nervös. Das dürfte kaum verwundern, sind doch die Ertragsaussichten vieler Unternehmen ungewisser als sie es schon waren und verändern sich die Rahmenbedingungen doch immer mehr.

Gegenwärtig gerät die Inflationsentwicklung in den Brennpunkt des Interesses. Sollte die Preisentwicklung allgemein außer Kontrolle geraten, würde auf diese Weise die Planbarkeit der Unternehmen eingeschränkt. Gleichzeitig könnten die Anleger kritischer als bisher werden, da sie vermehrt auf die Realrendite achten würden.

Bucher profitiert unter anderem von der Investitionsbereitschaft im Agrarsektor

In diesem Umfeld dürfte es ratsam sein, sich für jene Unternehmen zu interessieren, die von steigenden Preisen profitieren können. Das waren und sind die Energie- und Rohstoffunternehmen einerseits und die Agrarunternehmen auf der anderen Seite. Gegenwärtig halten sich die Energiepreise auf hohem Niveau und die Preise für Weizen und Soja markieren beinahe täglich neue Rekordhochs.

Das führt vor allem bei Ackerbauern zu steigenden Einnahmen und in der Folge zu einer relativ hohen Investitionsbereitschaft. Davon profitieren Düngemittel-, Saatgut- und Pflanzenschutzunternehmen und vor allem auch die Hersteller von Landmaschinen. Dazu gehört über die Sparte Kuhn auch das schweizerische Maschinenbauunternehmens Bucher Industries.

Das Unternehmen kann schon seit Jahren den Umsatz im Trend steigern, und gerade in den vergangenen Jahren legte auch die Gewinnentwicklung eine Eigendynamik nach oben an den Tag. So konnte der Umsatz im Jahr 2006 um 7,1 Prozent auf 2,087 Milliarden Franken gesteigert werden, der Gewinn legte gleichzeitig um knapp zehn Prozent auf 9,55 Franken je Aktie zu.

Im laufenden Jahr scheinen die Geschäfte noch besser zu verlaufen. Denn das Unternehmen konnte den Umsatz in den ersten neun Monaten akquisitions- und devestitionsbereinigt um 20,6 Prozent auf 1,79 Milliarden Franken steigern. Der Auftragseingang von 1.914,7 Millionen nahm gegenüber dem Wert der Vorjahresperiode um 22.3 Prozent, akquisitions- und devestitionsbereinigt um 22,5 Prozent zu. Der Auftragsbestand von 749,5 Millionen Franken stieg im Vergleich zu Ende Juni 2007 nochmals an und übertraf die Vorjahresperiode um 24, 3 Prozent. Alle Divisionen trugen zur erfreulichen Entwicklung bei, hieß es von Seiten des Unternehmens.

Die stärkste Division ist weiterhin die Kuhn Group. Das Marktumfeld sei von steigenden Preisen für landwirtschaftliche Produkte, anziehender Nachfrage nach Milch- und Fleischerzeugnissen sowie dem zunehmenden Bedarf an Biotreibstoffen positiv beeinflusst worden. Die Kuhn Group steigerte den Umsatz um 17 Prozent auf 676,4 Millionen Franken. Der Auftragseingang betrug 717,4 Millionen Franke und lag 19 Prozent über dem Vorjahreswert. Alle Regionen hätten zur erfreulichen Geschäftsentwicklung beigetragen, wobei Nordamerika und Osteuropa überdurchschnittliche Wachstumsraten verzeichneten, hieß es.

Aktie noch vernünfitg bewertet

Bucher Municipal setzte das organische Wachstum mit elf Prozent auf 394,3 Millionen Franken Umsatz fort. Gestützt vom positiven Marktumfeld erwirtschaftete die Division Bucher Process einen Umsatz von 138,1 Millionen Franken, was einem Plus von 27,3 Prozent entspricht. Bucher Hydraulics steigerte den Umsatz um 27 Prozent auf 288 Millionen Franken. Der Auftragseingang nahm mit 301,1 Millionen Franken um 30,6 Prozent zu. Mit einem um 45,1 Prozent auf 77,5 Millionen Franken gewachsenen Auftragsbestand seien die Kapazitäten der Division teilweise bis an die Grenzen ausgelastet.

Emhart Glass profitierte von der erfreulichen Marktentwicklung und übertraf mit einem Umsatz von 298,2 Millionen Franken den Wert der Vorjahresperiode um 41,2 Prozent. Der Auftragseingang erhöhte sich um 40,8 Prozent auf 323,5 Millionen Franken. Der weltweit rasch gestiegenen Nachfrage nach Glasbehältern hätten die Glasbehälterproduzenten nur zum Teil folgen können. Deshalb zogen die Preise für Glasbehälter markant an und die Investitionstätigkeit zur Erhöhung der Produktionskapazitäten nahm zu.

Auf Basis solcher Zahlen dürfte es kaum verwundern, dass die Aktie des Unternehmens trotz der jüngsten Konsolidierungstendenzen im Trend nach oben läuft. Immerhin ist sie mit Kurs- Gewinn-Verhältnissen (KGV) von etwas mehr als 17 und 15,2 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr noch vergleichsweise vernünftig bewertet. Das dürfte die Aktie zumindest in einem anhaltend freundlichen Umfeld weiter nach oben laufen lassen können. Vor allem dann, wenn die Preise für Agrarrohstoffe so hoch wie zuletzt bleiben sollten. Denn hohe Preise würden die Investitionsbereitschaft in der Landwirtschaft sehr wahrscheinlich bestätigen. Absicherungsstrategien können jedoch nach den Kursgewinnen der vergangenen Jahre nie schaden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: Bucher Industries, FAZ.NET, Kuhn

 
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COMMERZBANK AG INHAB +1,61 +16,54
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