11. Juli 2006 Einen guten Start erwischte der Börsenneuling Hansen Sicherheitstechnik, der am Montag der Vorwoche seinen Start auf's Parkett hatte. Ohne daß man großartig die Werbetrommel gerührt hätte, hatte die Beteiligungsgesellschaft GCI Management das Unternehmen aus München im Freiverkehr der Frankfurter Wertpapierbörse eingeführt. Von ursprünglich 6,89 Euro stieg der Kurs innerhalb der ersten Woche auf zuletzt 11,63 Euro. Allein am Montag dieser Woche legte die Notierung 18,7 Prozent zu.
Die 1,25 Millionen Aktien wurden in Form eines öffentlichen Angebots zum Festpreis von 6,50 je Aktie abgegeben. Eine Kapitalerhöhung war damit nicht verbunden, so daß der Emissionserlös nicht an Hansen floß, sondern an die Altaktionäre. Hauptaktionärin war bislang die Hansen Beteiligungs-GmbH, die zu 60 Prozent von Vorstand Christian Dreyer direkt gehalten wird. Weitere 15 Prozent hält Aufsichtsrat Andreas Pallauf treuhändisch für Dreyer.
2006 deutlicher Umsatz- und Ergebnisrückgang erwartet
Die Hansen Sicherheitstechnik AG ist als Holding organisiert und über verschiedene Tochterfirmen seit den Siebzigern im wesentlichen im Geschäft mit explosionsgeschützten Elektroanlagen tätig, die sie für den Bergbau entwickelt und produziert. In den neunziger Jahren begann man nach Osteuropa zu expandieren und ist mittlerweile in Polen, Tschechien, Rußland und Südafrika tätig.
Indes ist das Geschäft in den vergangenen Jahren nicht übermäßig gut gelaufen. Die Umsätze fielen von 169.000 Euro im Jahr 2002 stetig bis auf 138.000 im Jahr 2004. Im ersten Halbjahr 2005, für das die jüngsten Unternehmenszahlen vorliegen, wurden lediglich 14.000 Euro umgesetzt wie im Vorjahreszeitraum.
Für die Zukunft weist das Unternehmen darauf hin, daß die Nachfrage nach Produkten der Hansen Gruppe gegenwärtig im Vergleich zu 2005 erheblich zurückgehe, so daß für das Geschäftsjahr 2006 ein deutlicher Umsatz- und Ergebnisrückgang gegenüber 2005 zu erwarten sei. So sollen in Polen die Investitionsbudgets der Bergwerke im Vergleich zu 2005 um 50 Prozent gekürzt werden und in Tschechien zwei große Bergwerke zusammengelegt werden, mit dem Ziel einer Schließung im Jahr 2007 oder 2008 wegen zu geringer Ausbeute. In Rußland seien derzeit die Kohlehalden angewachsen und die Investitionsneigung zurückhaltend. Auch aus Deutschland würden keine Impulse erwartet.
Wenig ertragreiche Jahre
Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit entwickelte sich gleichfalls wenig erbaulich. 2002 betrug der Verlust 119.000 Euro und wuchs im Folgejahr auf 183.000 Euro. 2004 wurde ausnahmsweise eine Gewinn von 21.000 Euro erzielt, bevor im ersten Halbjahr 2005 ein Verlust von 315.000 Euro angehäuft wurde.
Die vereinnahmten Beteiligungserträge hätten in den Jahren 2002 und 2003 nicht ausgereicht, damit ein positives Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit erwirtschaftet werden konnte. Im ersten Halbjahr 2005 erfolgte allerdings noch keine Vereinnahmung von Beteiligungserträgen.
Auch der Finanzmittelfonds des Unternehmens hat in den vergangenen Jahren in der Tendenz abgenommen. Das laufende Jahr soll zyklisch bedingt recht gut verlaufen, insofern könnte die liquiden Mittel vom Stand vom 30. Juni 2005 von 85.000 Euro wieder auf ein Niveau aufgefüllt worden sein wie zu Beginn des Jahres 2005. Andererseits dürfte das als schwach prognostizierte Jahr 2006 seine Spuren hinterlassen haben. Bereits 2003 wurde die gesamte Kapitalrücklage der AG von über neun Millionen Euro aufgelöst.
Expansionspläne für China
Hansen will künftig über Zukäufe weiter wachsen, vor allem in China. Indes benötigt das Unternehmen dafür Geld, das entweder durch eine Kapitalerhöhung oder über eine Kreditaufnahme zugeführt werden muß, da die vorhandenen Mittel kaum ausreichend erscheinen, zumal in den vergangenen Jahren einige Finanzmaßnahmen notwendig waren, um das finanzielle Gerüst der Gruppe zu verbessern.
Für den Zweck der Expansion über eine lokale Tochtergesellschaft, ist grob beabsichtigt, eine Million Euro zu investieren. Vom Aufsichtsrat seien bereits 160.000 Euro für die Gründung einer lokalen Gesellschaft genehmigt worden.
2002 gewährte die Hansen Sicherheitstechnik AG der Tochter Hansen & Reinders GmbH & Co. KG ein Darlehen von 600.000 Euro um deren bilanzielle Überschuldung zu beseitigen, daß 2005 erweitert wurde. 2005 verzichtete die AG zudem auf die Zinszahlungen der Tochter. Mittlerweile beträgt die Darlehenshöhe über eine Million Euro.
Unter den gegebenen Umständen scheint das Vertrauen der Anleger vor allem aus der China-Phantasie her zu rühren, die die Pläne des Unternehmens schüren. Ob diese Hoffnungen sich indes erfüllen können, muß abgewartet werden. Selbst wenn eine oder mehrere Übernahmen gelingen, ist noch abzuwarten, inwieweit diese ertragswirksam wird und die wenig positiven Effekte aus dem osteuropäischen und deutschen Bergbau kompensieren kann,. In absehbarer Zeit scheint dies noch nicht der Fall zu sein.
Mit einer Marktkapitalisierung von 14,54 Millionen Euro ist das Unternehmen angesichts seiner Umsatz- und Ertragslage derzeit ausgesprochen großzügig bewertet. Aua fundamentaler Sicht ergeben sich daher eigentlich keine Kursimpulse. Die Charthistorie ist wiederum zu kurz, um aussagekräftig zu sein, so daß allein spekulative Gründe für das Papier sprechen.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @mho
Bildmaterial: FAZ.NET
| Tops & Flops | Kurs | in % |
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| Commerzbank | 6,95 € | +1,16% |
| FMC | 34,93 € | −0,60% |
| Münchener Rück. | 105,31 € | −0,84% |
| BASF | 37,55 € | −0,84% |
| Salzgitter | 62,96 € | −0,88% |
| SAP | 31,45 € | −0,95% |
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.488,25 | +0,13% |
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Aktien-Index06.11.2009 13:00 |
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Euro-Aktien-Index06.11.2009 17:35 |
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