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Google-Aktie erreicht ein neues Allzeithoch

Google macht vorwärts

Google macht vorwärts

22. April 2005 Hatte die Aktie von Google in der Erholungsrally der Wall Street am Donnerstag schon etwas mehr als drei Prozent zugelegt, so ging es nachbörslich noch einmal weitere neun Prozent nach oben auf bis zu 223 Dollar je Aktie.

Das wäre im offiziellen Handel ein neues Rekordhoch für das im August des vergangenen Jahres an die Börse gekommene Papier der bekannten Internet-Suchmaschine. War es schon überteurt an den Markt gekommen, so konnte es nach dem Börsengang mit 85 Dollar innerhalb von gerade einmal zwei Monaten etwas mehr als 100 Prozent zulegen, bevor es in eine Seitwärtsbewegung zwischen 170 und 210 Dollar überging.

Technischer Kursausbruch nach oben

Mit den nachbörslichen Kursgewinnen am Donnerstag könnte zumindest aus technischer Sicht der Ausbruch nach oben aus dieser Spanne gelungen sein. Hintergrund sind die nachbörslich veröffentlichten Umsatz- und Ertragszahlen des ersten Quartals des laufenden Jahres. Danach hat das Unternehmen seinen Gewinn dank gestiegener Werbeeinnahmen im Vergleich mit der Vorjahresperiode nahezu versechsfacht. Der Umsatz wurde fast verdoppelt. Marktexperten hatten bei beiden Kennzahlen deutlich weniger erwartet.

Unter dem Strich habe man in den ersten drei Monaten 369,2 Millionen Dollar nach 64 Millionen Dollar im Vorjahresquartal verdient, teilte der Konzern mit. Der Gewinn je Aktie habe damit bei 1,29 Dollar nach 24 Cent im Jahr zuvor gelegen. Der Erlös sei in den ersten drei Monaten auf 1,26 Milliarden Dollar gestiegen. Die Experten hatten im Schnitt mit einem Gewinn je Aktie von 78 Cent gerechnet. Den Erlös hatten sie bei 1,16 Milliarden Dollar gesehen.

Google erzielt seinen Umsatz nahezu ausschließlich mit Werbung, die ausgelöst wird, wenn Internetnutzer bestimmte Begriffe in die Suchmaschine eintippen. „Es sieht so aus, als ob das Wachstum im traditionellen Geschäft der Firma weiterhin das Wachstum und den Gewinn des Unternehmens antreibt - und das führt zu höheren Umsatzrenditen und mehr Geld unterm Strich", sagte Barry Randall vom First American Technology Fund. Google präsentierte wie gehabt keinen Ausblick.

Operativ gute Perspektiven in der Bewertung schon vorweggenommen

Auch wenn ein großer Teil des Gewinnes des vergangenen Quartals auf einen Sondereffekt zurückzuführen ist, konnte Google sowohl Umsatz als auch Gewinn in jedem der vergangenen Quartale deutlich steigern. Sorgen, das Geschäftsmodell des Unternehmens könnte rasch kopiert und damit weniger lukrativ werden, scheinen angesichts der vorgelegten Zahlen vorerst gedämpft zu werden.

Das dürfte nicht ungedingt daran liegen, daß sich das Geschäftsmodell an sich nicht ohne weiteres kopieren ließe. Allerdings ist das Unternehmen so bekannt, daß es sich nicht leicht vom Sockel stoßen lassen dürfte. Selbst wenn Konkurrenten wie Yahoo oder Microsoft ihre Bemühungen in diese Richtung deutlich verstärkt haben. Gleichzeitig scheint der Markt insgesamt rasch zu wachsen, da immer mehr Unternehmen ihre Werbebudgets mehr und mehr in Richtung Internet-Werbung umdisponieren. Denn auf diese Weise erreichen sie vor allem die Zielgruppe jüngerer und damit konsumfreudiger Nutzer, die von traditionellen Medien oft nicht mehr erreicht werden können. Das heißt, die beteiligten Unternehmen können wachsen, ohne das auf Kosten der Konkurrenten tun zu müssen.

Insgesamt scheinen damit die Perspektiven von Google & Co. nicht schlecht zu sein. Auf der anderen Seite sind die Erwartungen der Börsianer schon sehr, sehr hoch. Das zeigt sich an Kurs-Gewinnverhältnissen von 56 und 43,5 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr und des nachbörslichen Kurses vom Donnerstag.

Aus diesem Grund dürfte sich die Aktie nur auf Grund technischer Kriterien handeln lassen. Absicherungsstrategien drängen sich bei einem Kauf aus spekulativen Gründen förmlich auf.

Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Google-Aktie seit dem Börsengang in Dollar
Der Chart zeigt die Kursentwicklung der Google-Aktie seit dem Börsengang in Dollar

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: AP

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