30. Januar 2008 Die SMT Scharf Gruppe entwickelt, baut und wartet entgleisungssichere Bahnsysteme für den Bergbau und den Einsatz in Tunneln. Die Gesellschaft aus Hamm ist der führende Anbieter von schienengebundenen Transportsystemen für Bergwerke. Vor einem Jahr ging das Unternehmen an die Börse gegangen, um auf diese Weise seine internationale Expansion zu finanzieren und unabhängiger vom deutschen Markt und einem Großkunden zu werden. Dies ist gut gelungen, wie die vorläufigen Zahlen des vergangenen Jahres belegen. Doch die Aktie ist dennoch nicht vorangekommen. Dabei ist sie attraktiv - gemessen an der Dividendenrendite für das vergangene Jahr, dem Kursgewinn-Verhältnis und den weiteren Wachstumsaussichten.
Attraktiv bewertet
Ausgeschüttet werden für das vergangene Jahr 0,70 Cent. Gemessen am Kurs von zehn Euro ergibt sich somit eine Rendite von sieben Prozent. Vergleicht man den bereinigten Jahresüberschuss von 5,3 Millionen Euro mit dem Börsenwert von 43 Millionen Euro, so ergibt sich ein KGV von rund acht. Das ist fair, wenn man allein auf die mittelfristigen Wachstumsaussichten schaut. Das wäre günstig, wenn man eine überproportionale Gewinnsteigerung einplant. Diese ist denkbar, wenn das Unternehmen auch künftig wie bisher Kosten senkt und seine starke Stellung am Markt gegen seine wenige Konkurrenten ausspielt. Dann wird es im Ausland weiter wachsen und von Investitionen im Rohstoffsektor profitieren. Letztlich ist die Aktie eine gute Variante, um am Wachstum der Schwellenmärkte teilzuhaben, ohne dort direkt zu investieren.
Wie schätzt Vorstandschef Friedrich Trautwein die Perspektiven ein?
Herr Trautwein, Ihre Aktie pendelt seit einem Jahr seitwärts. Warum geht es seit dem Börsengang nicht voran?
Es stimmt, wir sind nicht zufrieden mit der Kursentwicklung, aber wir wissen auch um das schlechte Börsenumfeld. Nebenwerte sind derzeit nicht so sehr gefragt. Immerhin, im Vergleich zum Nebenwerte-Index S-Dax hat sich unsere Aktie relativ betrachtet wacker geschlagen.
Haben Sie sich endlich von ihrem Großkunden, der Deutschen Steinkohle, abgenabelt?
Wir sind dabei: 2006 entfielen noch 43 Prozent unseres Umsatzes auf die Deutsche Steinkohle AG. Das war nahezu unser gesamtes Deutschland-Geschäft. Im vergangenen Jahr ist dieser Anteil auf 26 Prozent gefallen und wird weiter sinken.
Gleichen Sie diese Verluste im Ausland aus?
Mehr als das. Wir haben den Umsatz im vergangenen Jahr sogar um fünf Prozent gesteigert. Beide Bewegungen - weniger Geschäft im Inland, mehr im Ausland - werden auch in den kommenden Jahren anhalten.
Ist das Auslandsgeschäft nicht wettbewerbsintensiver und damit weniger ertragsstark?
Nein, im Gegenteil. Unser Gewinn ist 2007 stärker als der Umsatz gestiegen. Die Marge beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erhöhte sich von 13,8 auf 14,4 Prozent. Im Ergebnis ist dadurch der Gewinn überproportional um zehn Prozent gestiegen. Unser Ziel ist es, diese Ertragskraft mindestens zu halten. Wir rechnen auch im Auslandsgeschäft nicht mit schlechteren Margen als im Inland.
Wie stark ist das Ergebnis des vergangenen Jahres überzeichnet?
Der Jahresüberschuss stieg von 4,3 auf 5,9 Millionen Euro. Darin ist ein Einmaleffekt aus der Unternehmensteuerreform enthalten. Diesen beziffern wir auf 540.000 Euro.
Wie sind die Perspektiven für die kommenden Jahre?
Wir sind insgesamt sehr optimistisch für die nächsten Jahre. Im Trend soll die Entwicklung der jüngsten Vergangenheit weiter gehen. Seit 2005 wachsen wir im oberen einstelligen Prozentbereich. Wir streben weiteres Umsatz- und Ergebniswachstum an. Eine Prognose für 2008 möchten wir noch nicht geben. Diese kommt frühestens Anfang März oder zur Hauptversammlung im April.
Was treibt Ihr Wachstum?
Eindeutig die starke Konjunktur der Rohstoffe. Die Automatisierung der Bergwerke steigt, und das macht unsere Technik gefragter, insbesondere für Steinkohleproduzenten in Russland oder China. Beide Länder benötigen Kohle, um Strom zu erzeugen und Stahl zu produzieren.
Was zeichnet ihre Grubenfahrzeuge aus?
Unsere entgleisungssicheren Bahnen sind unfallfrei, sicher und zuverlässig. Entscheidend ist jedoch, dass sie auch für größere Lasten bei größeren Steigungen geeignet sind und Vorteile bei den Betriebskosten besitzen.
Was könnte ihr Geschäft dämpfen?
Alles was Investitionen in Bergwerkstechnik aufhält oder hinauszögert. Das könnte ein Rückgang der Rohstoffpreise sein, der Investitionen weniger rentabler machte. Oder politische Einflüsse in einem der Schwellenländer, in die wir liefern. Oder schlicht ein Unfall, der ein Bergwerk eine Weile lahm legt. Neue Konkurrenz, die unsere Technik kopiert, ist ebenfalls ein Risikofaktor. Darauf richten wir uns schon ein, indem wir Kosten senken und einen Teil der Fertigung in Länder mit niedrigeren Löhnen verlagern, etwa Polen.
Leiden Sie unter dem schwachen Dollar?
So gut wie gar nicht. Wir beziehen kein Material auf Dollarbasis. Unsere Geschäfte schließen wir entweder in Euro oder der jeweiligen Heimatwährung ab. Und in Amerika selbst machen wir nur ganz wenig Geschäft. Unser Treiber ist das Wachstum der rohstoffreichen Emerging Markets.
Brauchen Sie Kapital?
Nein, wir haben beim Börsengang das Kapital erhöht, um damit unser internationales Netzwerk aufzubauen. Außerdem überlegen wir, verwandte Arten von Transporttechnik einzugliedern, also gezielt zuzukaufen.
Steigt die Dividende?
Rein rechnerisch lag sie für 2006 bei 60 Cents je Aktie. Für 2007 werden wir 70 Cent zahlen. Das bietet für Aktionäre eine attraktive Rendite und zeigt unseren Anspruch. Wir wollen ein Dividendenpapier sein.
Ihr Top-Argument für die Aktie?
Aus der Sicht des Anlegers sind wir derzeit sehr günstig bewertet. Für das Unternehmen gilt: Wir besitzen in unserem Markt mit Anteilen von 40 bis 45 Prozent eine starke Stellung. Aufgrund dessen haben wir gute Aussichten, weiter sehr stark zu wachsen.

Die „Dieselkatze”: ein schienengebundenes Transportsystem für Bergwerke von SMT Scharf.
Was die Analysten von Independent Research meinen
Die vom Spezialmaschinenbauer am 23.01. vorgelegten Eckdaten zum Geschäftsjahr 2007 haben unsere Ergebniserwartungen erfüllt. Der Umsatz stieg um rund fünf Prozent auf 51,2 (48,7; unsere Prognose: 52,7) Millionen Euro (Auslandsanteil am Umsatz: 74 (52) Prozent). Nach Angaben von SMT Scharf steuerte das Servicegeschäft rund 50 Prozent oder cirka 25,0 (27,7; unsere Prognose: 24,4 ) Millionen Euro bei. Angesichts des steigenden Energiebedarfs in den Emerging Markets und mangels direkter Konkurrenz aus dem Dollar-Raum sehen wir die Perspektiven für SMT Scharf weiter als gut an. SMT Scharf hat aus unserer Sicht im Vergleich zu anderen Börsengängen des Jahres 2007 seine Prognosen eingehalten, weswegen wir unsere Kauf-Empfehlung unterstreichen.
Wie das Unternehmen seine Stärken sieht
- Weltmarktführer und Technologieführer für entgleisungssichere Bahnsysteme, z. B. Dieselkatzen
- Hohe Marktanteile in allen Zielmärkten, 45 Prozent der weltweit installierten entgleisungssicheren Bahnsysteme stammen von SMT Scharf
- Profitables, etabliertes Unternehmen mit zweistelligen EBIT-Margen und deutlich positivem operativem Cash Flow
- Deutscher Spezialmaschinenbauer mit mehr als 50 Jahren Erfahrung und weltweit exzellentem Ruf in der Branche
- SMT Scharf profitiert vom weltweit zunehmenden Rohstoff-Bedarf
- Starke Wachstumsraten des weltweiten Marktes für Bergbau-Technologie erwartet
- Großes Potenzial vor allem in Russland und China
- Zügige Umsetzung der zum IPO kommunizierten Wachstumsstrategie
Der Markt von SMT Scharf
- Der Markt für untertägige Transporttechnik umfasst nach Schätzungen von SMT Scharf fünf bis sieben Milliarden Euro pro Jahr
- Entgleisungssichere Bahnen sind die einzigen, mit denen untertägig Steigungen von mehr als 13 Grad auf verzweigten Strecken bewältigt werden können
- Fortschreitende Ausbeutung von Lagerstätten erfordert wegen zunehmend schwieriger Verhältnisse hochtechnologische Transportlösungen insbesondere für Steigungen
- Weltweiter Trend zur Automatisierung im Bergbau (vor allem in Niedriglohnländern) und zu höheren Sicherheitsstandards
- Langfristig weiter steigende Preise für Steinkohle, Edelmetalle und andere Rohstoffe erwartet
Das Gespräch führte Thomas Schmitt
Text: @stt
Bildmaterial: Archiv, F.A.Z.
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| VOLKSWAGEN AG STAMMA | +45,13 | +15,20 |
| K+S AKTIENGESELLSCHA | -0,15 | -0,39 |
| MAN AG STAMMAKTIEN O | -0,40 | -1,01 |
| DEUTSCHE BANK AG NAM | -5,99 | -16,08 |
| DEUTSCHE POSTBANK AG | -3,87 | -14,61 |
| INFINEON TECHNOLOGIE | -0,44 | -13,68 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 4.544,31 | -7,01 |
| TecDax | 516,75 | -4,81 |
| DowJones | 8.451,19 | -1,49 |
| Nasdaq | 1.649,51 | +0,27 |
| STOXX 50 | 2.421,87 | -7,86 |
| Nikkei 225 | 8.276,43 | -9,62 |
| S&P 500 Zert. | 8,83 | -10,45 |
| Euro/Dollar | 1,34 | -1,14 |
| Bund Future | 114,67 | -1,44 |
| Gold | 847,40 | -7,74 |
| Öl | 76,65 | -7,49 |
Gestern sah ich AMERICAN DREAMZ mit Hugh Grant...
22:43Der Markt ist nicht gut und nicht böse
22:42