CAD-Software

Aktie von IGE+XAO hat Schnäppchencharakter

11. Juni 2009 Die Aktien kleinerer Softwareunternehmen profitierten in den vergangenen Wochen vom allgemein wiederbelebten Wirtschaftsoptimismus und dem Kursaufschwung an den Börsen. Sie entwickelten sich nicht selten deutlich besser als die Riesen der Branche.

Tatsächlich entwickeln sich viele dieser Unternehmen robust, während sie finanziell auf sehr gesunden Beinen stehen. Das gilt auch für das CAD-Softwareunternehmen IGE+XAO, dessen Aktien primär an der französischen Börse gehandelt werden. Das mit einer Marktkapitalisierung von 38 Millionen Euro vergleichweise kleine und im Jahr 1986 in Toulouse gegründete Unternehmen konnte in den vergangenen Jahren seine Erlöse und vor allem auch den Gewinn im Trend deutlich steigern.

Robuste Umsatz- und solide Gewinnentwicklung

Im vergangenen Geschäftsjahr, das jeweils Ende Juli endet, konnte der Umsatz im Vergleich mit dem Vorjahr um 5,2 Prozent auf 21,6 Millionen Euro gesteigert werden, während der Gewinn je Aktie um 36,2 Prozent auf 1,88 Euro zulegte. Auch das laufende Geschäftsjahr scheint trotz der allgemeinen Krise nicht schlecht zu laufen. IGE+XAO konnte die Erlöse in der ersten Jahreshälfte bis Ende Januar 2009 um 4,8 Prozent steigern, der operative Gewinn legte um 13,3 Prozent auf 1,845 Millionen Euro zu, während der Nettogewinn umknapp 17 Prozent auf 1,49 Millionen Euro zurückging. Dieser Rückgang war primär auf einen Basiseffekt zurückzuführen, da das Unternehmen in der Vorjahresperiode Sondererlöse verbuchte.

Die Profitabilität dagegen ist gut. Die operative Marge des Geschäfts liegt bei 16,8 Prozent, die Nettomarge bei 13,6 Prozent. IGE+XAO hatte zu diesem Zeitpunkt nicht nur so gut wie keine Schulden, sondern verfügte über eine Nettoliquidität von 13 Millionen Euro oder von 7,4 Euro je Aktie. Das Unternehmen blickte bei der Präsentation der Halbjahreszahlen vergleichsweise optimistisch nach vorne und bekundete die Absicht, seine strategischen Ziele unter sorgfältiger Wahrung der Profitabilität zu verfolgen.

IGE+XAO kann seit seiner Gründung im Jahr 1986 auf Erfahrung im Bereich der Software-Lösungen für die Elektrotechnik und das so genannte Elektro-Engineering verweisen. Die Unternehmensgruppe mit Stammsitz in Toulouse, Frankreich, beschäftigt zur Zeit rund 220 Mitarbeiter in insgesamt 17 Niederlassungen weltweit.

Günstige Bewertung bei solider Liquiditäslage und geringer Verschuldung

Das Unternehmen entwickelt sich robust. So konnte es im Oktober des vergangenen Jahres unter anderem einen Vertrag mit Airbus abschließen, der bis im Jahr 2011 einen Gesamtumfang von fünf Millionen Euro erreichen kann. Im Dezember konnte ein ähnlicher Vertrag mit dem chinesischen Hersteller von Eisenbahnwaggons CSR PuZhen an Land gezogen werden.

Das chinesische Unternehmen habe sich für den Einsatz von SEE Electrical Harness entschieden, heißt es. Es werde mit der Software von IGE+XAO Kabelbäume für die von ihm produzierten Personenwagen planen und warten. CSR PuZhen ist eine Tochtergesellschaft der China South Locomotive & Rolling Stock Coporation Limited. Der im besitz des Staates befindliche Betrieb entwickelt, produziert und wartet sowohl Personenwagen für den Schienenverkehr als auch Zubehör wie zum Beispiel Achsen.

SEE Electrical Harness ist ein CAD-System speziell für die Planung von Kabelbäumen. Es beinhaltet eine umfassende Verwaltung von Signalen, Adern, Kabeln und Abschirmungen. Zudem lassen sich automatisch unterschiedliche Listen wie Bauteil-, Adern-, oder Kabellisten generieren.

Solche Verträge zeigen, dass IGE+XAO als spezialisierter Anbieter in seinem Bereich anerkannt ist. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von etwas mehr als 13 auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr sind die Aktien schon vergleichsweise günstig bewertete. Rechnet man den Liquiditätsbestand ein, sinken die Bewertungskennzahlen unter neun. Damit haben die Aktien so etwas wie Schnäppchencharakter und bieten zumindest in einem positiven Umfeld noch Kursphantasie. Anleger werden allerdings berücksichtigen, dass oft nur wenige Stücke gehandelt werden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: FAZ.NET

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