Branchenrückblick

Rohstoffwerte dominierten das vergangene Quartal

01. Oktober 2003 Nach massiven Kursgewinnen in den vergangenen Monaten begannen die Börsen in jüngster Zeit etwas zu „husten“. Allerdings ist noch nicht klar, ob das der Beginn weiterer Kursverluste ist oder nur ein „Schluckauf“ auf dem weiteren Weg nach oben.

Blickt man auf die Entwicklung der verschiedenen Branchen, so wird klar, daß eine gewisse Rotation bei den bevorzugten Werten stattgefunden hat. Liegen im EuroStoxx seit Jahresbeginn bei der Performancebetrachtung die Industriegüter vor den Technologie- und zyklischen Werten, so rücken mit Blick auf das vergangene Quartal vor allem die Rohstoffe in den Mittelpunkt. Sie legten in diesem Zeitraum etwas mehr als 14 Prozent zu.

Rohstoffwerte zeigten sich stark

Kurzfristig betrachtet schnitten im vergangenen Monat die Einzelhandelswerte, aber auch die Aktien der Automobil- und Technologieunternehmen am schlechtesten ab. Rohstoffwerte konnten trotz der deutlichen Gewinnmitnahmen im September auf das Quartal gesehen am besten abschneiden.

Ein ähnliches Bild zeigt sich im S&P 500. Dort legten Metall- und Bergbauwerte im vergangenen Quartal satte 27 Prozent zu und schneiden damit in der Wertentwicklung am besten ab. Sie hatten zwar schon seit Jahresbeginn etwas mehr als 50 Prozent zugelegt, allerdings wurden die Kursgewinne deutlich übertroffen von Unternehmen im Bereich Internet- & Softwareservices, Computer & Elektronik und im Computerspeicherbau.

Verschiedene Erklärungen für den „Drang zu Rohstoffen“

Die Tatsache, daß in jüngster Zeit Rohstoffwerte so gut abschnitten, läßt zwei Erklärungen zu, die kaum gegensätzlicher sein könnten. Die erste ist die, die man von den Konjunkturoptimisten hört. Sie begründen die Beobachtung mit der normalen zyklischen Erholung der Wirtschaft. Nähmen die Aktivitäten der Unternehmen zu, so benötigten sie dafür mehr „Input“ und legten sich schon einmal entsprechende Vorräte an. Das ließe sich an der Preisentwicklung der Rohstoffe selbst aber auch der Minenwerte ablesen.

Es läßt sich allerdings auch anders interpretieren. Nämlich als Krisensymptom. Denn da die Regierungen und Notenbanken in Amerika und Japan mit allen Mitteln versuchen, die Konjunktur wieder in Gang zu bekommen, überschwemmen sie die Märkte förmlich mit Geld. Und das müsste früher oder später zu einer Entwertung des „Papiergeldes“ führen. Einer solchen Entwicklung können Anleger nur entgehen, indem sie in physische Werte investieren. Beispielsweise in Rohstoffe.

Noch ist nicht klar, welche Erklärung sich durchsetzen wird. So lange die Börsen nicht wieder deutlicher einbrechen, haben die Optimisten die Argumente auf ihrer Seite.




Text: @cri

 
NamePunkteProzent
Dax 6.256,20 -0,98
TecDax 802,53 +0,73
DowJones 11.417,43 +0,61
Nasdaq 2.389,08 +0,20
STOXX 50 3.259,83 -1,08
Nikkei 225 12.752,21 -0,77
S&P 500 Zert. 12,65 -0,55
Euro/Dollar 1,48 +0,54
Bund Future 114,28 -0,42
Gold 826,52 +1,75
Öl 114,78 +3,31
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