16. Juli 2008 Die Aktien des Chipausrüsters ASML brechen am Mittwoch zur Mittagszeit
um 17,21 Prozent auf 12,27 Euro ein. Auslöser dafür ist eine am Morgen von Europas größtem Ausrüster der Chipindustrie abgegebene Umsatzwarnung für das Gesamtjahr. ASML hatte erklärt, der Umsatz werde im Gesamtjahr vermutlich über 20 Prozent niedriger als im Vorjahr ausfallen. Bisher war der Konzern von einem Umsatzrückgang von zehn Prozent ausgegangen.
Zudem ist bei den Niederländern der Betriebsgewinn im zweiten Quartal deutlich gefallen. Beim operativen Ergebnis vor Steuern verbuchte ASML im Vergleich zum Vorjahr einen Einbruch von 27 Prozent auf 157,2 Millionen Euro. Der Umsatz schrumpfte 9,3 Prozent auf 844,2 Millionen Euro. Unternehmenschef Eric Meurice hatte am 16. April erklärt, der Umsatz werde im zweiten Quartal etwas niedriger als 900 Millionen Euro ausfallen, und von Bloomberg befragte Analysten hatten im Median einen Erlös in Höhe von 812 Millionen Euro erwartet.
Positiver Geschäftsausblick von Intel hilft ASML nicht
Das Unternehmen begründete den Umsatzrückgang damit, dass Chiphersteller ihre Investitionen aufschieben. So ging die Zahl ausgelieferter Anlagen im zurückliegenden Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 69 auf 39 zurück. Was den Gesamtmarkt angeht, schätzt das IT-Beratungsunternehmen Gartner Inc., dass die Investitionen in Halbleiterfertigungsanlagen im laufenden Jahr weltweit um 22 Prozent auf 49,2 Milliarden Dollar sinken werden.
Der Nettogewinn von ASML kletterte auf 191,88 Millionen Euro oder 44 Cent je Aktie, verglichen mit 159,5 Millionen Euro oder 33 Cent pro Aktie im Vorjahreszeitraum. Hier profitierte das Unternehmen von einem positiven steuerlichen Effekt in Höhe von rund 70 Millionen Euro. Analysten hatten mit 109 Millionen Euro gerechnet.
Aber obwohl somit Umsatz- und Ergebnis die Erwartungen geschlagen haben, ging die Aktie nach Bekanntgabe der Meldung in den Sturzflug über. Denn was natürlich schwerer wog als die Vergangenheit war die in die Zukunft gerichtete Umsatzwarnung. Selbst besser als erwartet ausgefallen Quartalszahlen vom weltgrößten Chiphersteller Intel verbunden mit einem optimistischen Geschäftsausblick konnten daran nichts ändern. Schließlich resultiert die offenbar gute Auftragslage bei Intel derzeit ganz offenbar nicht in einer ebenfalls regen Nachfrage nach den ASML-Produkten.
Intakter charttechnischer Abwärtstrend
Bei Rabo-Securities erkannte man aber auch positive Aspekte in der Zweitquartalsbilanz. Analyst Frits de Vries verwies auf den Trend bei Immersions-Aufträgen, die auf dem Niveau des zweiten Quartals verharren dürften. Zweitens sinke die Steuerquote auf 20 von 25,5 Prozent. Vermutlich auch deshalb behält er seine Kaufempfehlung bei und beziffert das Kursziel auf 22 Euro. Auf deutlich tiefere 17,50 Euro wird der faire Wert beim Broker SNS Securities veranschlagt. Doch auch hier heißt es, der Titel bewege sich nunmehr auf einem langfristig attraktiven Niveau.
Allerdings wird auch gleichzeitig eingeräumt, dass die bisherigen Gewinnschätzungen nach unten korrigiert werden müssen. Damit bleibt abzuwarten, wie sich das bisher auf dieser Basis ergebende niedrige Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10,2 anschließen nach oben hin verändern wird.
Solange sich keine Wende zum Besseren beim Auftragseingang einstellt, dürfte sich der Titel aber wahrscheinlich so oder so schwer tun, die erlittene Kursscharte wieder auszubügeln. Zumal auch charttechnisch gesehen viel Schaden angerichtet wurde. Durch den Kurssturz zur Wochenmitte wurden wichtige charttechnische Unterstützungen nach unten durchschlagen. Die Notiz bewegt sich nunmehr auf dem tiefsten Niveau seit rund drei Jahren und es muss ein völlig intakter charttechnischer Abwärtstrend konstatiert werden.
Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.
Text: @JüB
Bildmaterial: F.A.Z.
| Tops & Flops | +/- | Prozent |
|---|---|---|
| INFINEON TECHNOLOGIE | +0,21 | +5,71 |
| K+S AKTIENGESELLSCHA | +1,53 | +4,01 |
| DEUTSCHE BÖRSE AG NA | +2,15 | +3,49 |
| COMMERZBANK AG INHAB | -1,69 | -14,20 |
| DEUTSCHE BANK AG NAM | -4,28 | -8,94 |
| DEUTSCHE POSTBANK AG | -2,36 | -7,65 |
| Name | Punkte | Prozent |
|---|---|---|
| Dax | 5.326,63 | -1,12 |
| TecDax | 573,04 | -5,15 |
| DowJones | 9.500,71 | -4,57 |
| Nasdaq | 1.754,88 | -5,80 |
| STOXX 50 | 2.878,82 | +0,22 |
| Nikkei 225 | 10.155,90 | -3,03 |
| S&P 500 Zert. | 10,50 | -1,78 |
| Euro/Dollar | 1,36 | +0,68 |
| Bund Future | 117,36 | +0,32 |
| Gold | 888,30 | +3,09 |
| Öl | 85,76 | -1,06 |
Gier nach Geld ist eine Krankheit,die keine Grenzen kennt.Das neue Goldene Kalb?
20:44The Honorable Angela Merkel, Berlin, Sehr verehrte Frau Bundeskanzlerin:
20:41zu arrogant, zu langsam im Denken, beratungsresistent, zu teuer, ....