Börsengang

Erfolgreiches Börsendebüt für Hamburger Hafen

Containertransport im Hamburger Hafen

Containertransport im Hamburger Hafen

02. November 2007 Der Hamburger Hafenbetreiber HHLA hat am Freitag in einem schwachen Aktienumfeld ein erfolgreiches Börsendebüt hingelegt. Die Papiere des Logistikdienstleisters notierten auf dem Kurszettel des stark regulierten Börsensegments Prime Standard erstmals mit 59 Euro. Das entspricht einem Plus von gut elf Prozent im Vergleich zum Ausgabepreis.

HHLA hatte die angebotenen 22 Millionen Titel am oberen Ende der Angebotsspanne zu je 53 Euro zugeteilt. Das Volumen beläuft sich auf 1,17 Milliarden Euro. Damit ist diese Emission der wohl größte Börsengang des zweiten Halbjahres 2007. Der weitaus größte Teil des Erlöses fließt in die Kassen des Eigentümers, der Hansestadt Hamburg. Mit den Einnahmen soll die Infrastruktur des weltweit achtgrößten Containerhafens ausgebaut werden. Mit einer Marktkapitalisierung von 3,8 Milliarden Euro gilt HHLA als Kandidat für eine Aufnahme in den MDax, den Index der mittelgroßen Werte.

Schon am Graumarkt Kurse bis 59 Euro

Wohin geht der Kurs? Hafenchef Klaus-Dieter Peters am Freitag in der Frankfurter Börse

Wohin geht der Kurs? Hafenchef Klaus-Dieter Peters am Freitag in der Frankfurter Börse

Bereits vor der Erstnotiz hatte sich eine starke Nachfrage nach der Aktie abgezeichnet. Die Plazierung war mehr als zehnfach überzeichnet gewesen. Im Graumarkt lagen die Notierungen ähnlich hoch wie am Freitag morgen im offiziellen Handel. „Die Nachfrage hat noch einmal deutlich angezogen“, sagte Aktienhändler Thorsten Peiffer vom Wertpapierhandelshaus Lang & Schwarz. Dort standen die Aktien am Vortag in einer Spanne von 57,50 zu 59,00 Euro, beim Handelshaus Schnigge wurden mit 57,00 bis 59,00 Euro ähnliche Kurse erreicht.

Hafenbetreiber sind derzeit mit Blick auf steigende Frachtraten gefragt. Die boomenden Volkswirtschaften China und Indien treiben die Preise nach oben. Vor allem das habe Investoren angelockt, sagten Händler: “Die Story stimmt einfach.“

Regelmäßig zweistellige Wachstumsraten

Am Vortag hatte der Zentralverband der Deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) die Dynamik der Branche skizziert. Bund, Länder und Hafenwirtschaft wollen demnach bis zum Jahr 2012 zusammen 12,6 Milliarden Euro für den Ausbau der Häfen und ihrer Anbindungen ausgeben. Dem Verband zufolge wird im laufenden Jahr der Güterumschlag in den deutschen Seehäfen von 300 auf 318 Millionen Tonnen zunehmen.

Für die kommenden Jahre rechnet die Branche mit einem jährlichen Wachstum von rund fünf Prozent. Noch dynamischer entwickelt sich den Angaben zufolge der Containerverkehr, der in den ersten fünf Monaten um 13 Prozent auf 6,1 Millionen Standardcontainer (TEU) zulegte und regelmäßig zweistellige Wachstumsraten erreicht. Eine neue Seeverkehrsprognose des Bundes sagt für 2025 einen Anstieg des Güterumschlags in den Seehäfen um das Eineinhalbfache auf 759 Millionen Tonnen voraus.

Skeptische Stimmen im Vorfeld

Im Vorfeld hatten es noch einige skeptische Stimmen gegeben. Marktteilnehmer hatten darauf hingewiesen, dass die HHLA-Aktie sogar am unteren Ende der Preisspanne, also bei 43 Euro, ehrgeizig bewertet erscheint. Der Wert des Eigenkapitals beträgt bei diesem Kurs 3,12 Milliarden Euro. Analysten der gemeinsam mit J.P. Morgan das Bankenkonsortium anführenden Citigroup kommen für 2008 unter der Annahme eines Gewinnwachstums zwischen 15 und 21 Prozent auf einen „fairen“ Eigenkapitalwert von 3,2 bis 3,6 Milliarden Euro.

Verwiesen wurde zudem darauf, dass HHLA gegenüber dem Betreiber des Frankfurter Flughafens, Fraport, eine Prämie aufweist. Allerdings sind beide Logistik-Unternehmen nur schwer vergleichbar. Und am Freitag interessierte die Anleger dieser Vergleich offenbar nicht.

Zweiter Börsengang mit Zeichnungsgewinnen

Der Börsengang der HHLA ist nach Centrotherm der zweite große Börsengang im Herbst, der Zeichnungsgewinne beschert. Die Photovoltaikfirma hat zudem bis heute fast beständig im Börsenwert zugelegt. Das alles tue dem Markt gut - schließlich stünden in diesem Jahr noch einige Börsenkandidaten in den Startlöchern, sagten Börsianer.

Text: @tih
Bildmaterial: ddp, dpa

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