Blick auf die Märkte

Europäische Börsen starten leichter in die Woche

16. Februar 2009 Der deutsche Aktienmarkt ist Montag nach schwächeren Vorgaben der Übersee-Börsen mit Abschlägen in den Handel gestartet. Der Leitindex Dax sackte wenige Minuten nach Handelsstart 0,99 Prozent auf 4.368 Punkte ab. In der Vorwoche hatte der deutsche Leitindex fast fünf Prozent verloren. Der MDax verlor 0,59 Prozent 5.221,74 Zähler. Der TecDax fiel um 0,21 Prozent auf 487,66 Punkte. Händler rechnen wegen des Feiertags in den Vereinigten Staaten mit einem relativ dünnem Geschäft. Nachrichtlich gebe es keine entscheidenden Impulse, wobei Banken im Fokus blieben.

„Der späte Ausverkauf an der Wall Street am vergangenen Freitag sowie die schockierenden Zahlen zum Wirtschaftswachstum in Japan dürften die Märkte am Montag erst einmal belasten“, sagte Matt Buckland, Händler bei CMC Markets in London. Die japanische Regierung hatte vor Handelsbeginn mitgeteilt, dass Japans Wirtschaft zwischen Oktober und Dezember so stark geschrumpft ist wie seit rund 35 Jahren nicht. Japan stecke in der schlimmsten Wirtschaftskrise der Nachkriegszeit, hieß es. Wegen anhaltende Sorgen um die Stabilität des Bankensektors waren die amerikanische Börsen am Freitag wieder in die Verlustzone abgeglitten.

Die Aktien von Premiere fielen mit Abschlägen von 9,03 Prozent auf 2,52 Euro ans MDax-Ende. Der Bezahlsender ist bei Umsatz und Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Für das laufende Jahr sagte Premiere zudem einen „erheblichen“ Ebitda-Verlust voraus. „Die Zahlen sind durch die Bank weg schlechter als erwartet“, sagte ein Börsianer. Auch der Ausblick für 2009 sei schwach. Daher erwarte er Druck auf den Titeln. Die nächste technische Unterstützung liege bei 1,55 Euro.

An die MDax-Spitze setzten sich derweil die Papiere der Aareal Bank, die sich um 14,78 Prozent auf 4,35 Euro verteuerten. Trotz schwarzer Zahlen 2008 schlüpft der Immobilienfinanzierer vorsorglich unter den Bankenschirm der Bundesregierung. Der Finanzmarktstabilisierungsfonds (SoFFin) habe eine Stille Einlage in Höhe von 525 Millionen Euro sowie einen Garantierahmen für neue Emissionen im Volumen von bis zu vier Milliarden Euro gewährt, teilte die Aareal Bank am Sonntag mit. Ein Händler sagte, die Zahlen seien besser als erwartet ausgefallen. Auch die Vereinbarung mit dem SoFFin sei positiv zu bewerten, da es nicht aus einer Schwächeposition heraus geschehe.

Daimler fielen ans Dax-Ende und verbilligten sich um 3,31 Prozent auf 23,335 Euro. Laut „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ (FAS) sind erste Verträge zwischen den beiden Erzrivalen Daimler und BMW für eine Kooperation bereits unterschriftsreif. Ein Händler sagte: „Dass dies angestrebt wird, ist bekannt.“ Unterdessen werde in dem Artikel auch über schlechter als erwartete Zahlen berichtet, die aber die Anleger auch nicht auf dem falschen Fuß erwischen sollten. Zudem berichtet die „Stuttgarter Zeitung“ (Samstag) unter Berufung auf Unternehmenskreise, dass Daimler am kommenden Dienstag bei der Vorlage der Bilanz auch ein Sparpaket präsentieren wird. Das wäre dem Händler zufolge ebenfalls „keine Überraschung“, zumal bereits bei Mercedes-Benz Cars eine entsprechende Maßnahme eingeleitet worden sei. Belastend wirke aber neben der schwachen Vorgabe eine Abstufung durch UBS auf „Sell“. Die Analysten befürchten negative Überraschungen bei den kommenden Zahlen.

Zurückhaltende Äußerungen von BASF-Chef Jürgen Hambrecht drückten die Titel um 1,51 Prozent auf 24,21 Euro. Hambrecht will trotz der Krise in der Chemieindustrie auf betriebsbedingte Kündigungen im Stammwerk Ludwigshafen verzichten. Allerdings erwarte der Konzernlenker einen weiteren Nachfragerückgang, zitierte ein Händler den Bericht. „Die tendenziell negativen Äußerungen von Hambrecht helfen nicht wirklich, aber wenigstens ist er, im Vergleich zu einigen anderen Konzernlenkern, ehrlich“, sagte der Börsianer.

Die Papiere der Münchener Rück sind indes laut einem Bericht des amerikanische Anlegermagazins „Barron's“ kurzfristig die „bessere Wette“. Mit einem Minus von 0,80 Prozent auf 103,76 Euro bewegten sie sich mit dem Gesamtmarkt. Die beiden führenden europäischen Rückversicherer Münchener Rück und Swiss Re sollten nach dem Bericht von steigenden Preisen profitieren. Allerdings könnten dabei die Papiere der Münchener kurzfristig gesehen die bessere Wette sein, so das Magazin. Das sei zwar keine große Überraschung für europäische Anleger, könnte aber eine Neuigkeit für amerikanische Investoren sein, sagte der Händler.

Zusammen mit den übrigen deutschen Bankenwerten ging es auch für die Titel der Hypo Real Estate (HRE) mit 2,65 Prozent auf 1,10 Euro abwärts. Der Bund muss nach Aussage von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der angeschlagenen Immobilienbank mit einer „Kontrollmehrheit“ das Ruder übernehmen. Eine Enteignung sei nur die „ultima ratio“, sagte Merkel am Sonntagabend in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“ und fügte hinzu: „Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Maßnahmen.“ Papiere wie die der Deutschen Bank und Commerzbank gaben zwischen 3,73 und 3,29 Prozent nach.

Weitere Kursverluste am Rentenmarkt

Am deutschen Rentenmarkt rechnen Experten am Montag mit einer schwachen Tendenz. Der richtungweisende Terminkontrakt auf Bundesanleihen, Bund-Future, lag im frühen Geschäft 9 Basispunkte im Minus bei 124,43 Punkten. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen betrug 3,12 Prozent.

In den Vereinigten Staaten hatte zum Wochenausklang erneut die Sorge um die zur Finanzierung des gigantischen Konjunkturprogramms benötigte Anleiheflut die Kurse gedrückt. Wegen des Feiertags in den Vereinigten Staaten wird generell mit einem relativ dünnen Geschäft gerechnet. Entscheidende Konjunkturdaten aus der Eurozone oder den Vereinigten Staaten werden am Montag nicht erwartet. Am Freitag hatte sich der richtungsweisende Euro-Bund-Future mit Kursverlusten in das Wochenende verabschiedet.

Emissionen von 15 Milliarden Euro am Rentenmarkt

In der anlaufenden Woche stehen am Primärmarkt für europäische Staatsanleihen keine Kupon- und Rückzahlungen an. Dafür würden aber neue Anleihen über rund 15 Milliarden Euro begeben, hieß es in einem Ausblick von HSBC Trinkaus. Portugal lege zur Wochenmitte eine zehnjährige Anleihe im Umfang von 3 bis 4 Milliarden Euro auf.

Am Donnerstag folge Spanien mit zwei Aufstockungen über insgesamt knapp 3 Milliarden Euro. Frankreich werde insgesamt fünf Anleihen über rund 8 Milliarden Euro auktionieren. Am Geldmarkt werden laut HSBC Trinkaus hohe Volumina über insgesamt knapp 30 Milliarden Euro aufgenommen. Die Fälligkeiten liegen mit fast 50 Milliarden Euro jedoch deutlich darüber.

Euro und Dollar fallen nach japanischen BIP-Zahlen

Der Dollar hat am Montag im fernöstlichen Devisenhandel zum Yen nach der Veröffentlichung des japanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) nachgegeben. Japans Wirtschaft schrumpfte im vierten Quartal um 3,3 Prozent und damit so stark wie seit der ersten Ölkrise Anfang der 70er Jahre nicht mehr. Den Anstieg des Yen führten Händler darauf zurück, dass die BIP-Daten im Rahmen der Erwartungen lagen.

Der Dollar verlor zur japanischen Währung 0,4 Prozent auf 91,60 Yen. Der Euro fiel auf 1,2755 Dollar. Der Schweizer Franken lag bei 1,1663 Franken je Dollar und 1,4896 Franken je Euro.

Ölpreis pendelt sich über 37 Dollar ein

Der amerikanische Ölpreis hat sich am Montag nach dem kräftigen Kurssprung zum Wochenausklang deutlich über 37 Dollar eingependelt. Ein Barrel (159 Liter) der amerikanischen Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im März kostete im frühen Handel 37,47 Dollar. Am Freitag war der Ölpreis in der Spitze um 4 Dollar in die Höhe gesprungen. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent kletterte am Montag um 10 Cent auf 44,91 Dollar.

Entscheidenden Auftrieb erhielt der Ölpreis weiter von der Aussicht auf das gigantische Konjunkturprogramm in den Vereinigten Staaten. amerikanischen Präsident Barack Obama will das Programm einem Medienbericht zufolge an diesem Dienstag in Denver (amerikanischen Staat Colorado) mit seiner Unterschrift in Kraft setzen. Obama wolle das am Freitag vom Kongress gebilligte Paket in einer „von der Wirtschaftskrise hart getroffenen Gegend, abseits der Politik in Washington“ unterzeichnen, zitierte der amerikanischen Fernsehsender CNN am Wochenende Regierungsbeamte.

Börse Tokio zeigt sich schwächer

Die Asien-Börsen haben sich zu Wochenanfang bei dünnen Handelsumsätzen mehrheitlich schwächer präsentiert. Während die Kurse am Montag angesichts neuer Wirtschaftsdaten aus Japan und der Unsicherheit über die Zukunft der amerikanischen Autoindustrie vielerorts gedrückt wurden, sorgte gleichzeitig die am Freitag erfolgte Verabschiedung des 787 Milliarden Dollar schweren Konjunkturpakets im amerikanischen Senat für etwas Erleichterung.

In Tokio verlor der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,4 Prozent auf 7750 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index schloss dagegen 0,7 Prozent im Plus bei 770 Zählern. Die Aktienmärkte in Südkorea, Hongkong, Taiwan und Singapur verzeichneten Verluste, während der chinesische Leitindex fester notierte.

Die japanische Wirtschaft rutschte Ende 2008 noch tiefer in die Rezession. Sie schrumpfte von Oktober bis Dezember um 3,3 Prozent, der größte Rückgang seit 1974. Mit den schlechten BIP-Daten sei weitgehend gerechnet worden, erläuterten Händler.

„Die Daten waren zwar ein bisschen schlechter als erwartet, aber alle wussten, dass es schlimm wird“, sagte Nafayuki Yamagishi, Stratege bei Mitsubishi UFJ Securities. In Tokio schienen viele Anleger zudem die für Dienstag angesetzte Abgabe von Restrukturierungsplänen der angeschlagenen amerikanischen Autobauer General Motors und Chrysler abwarten zu wollen. Die Opel-Mutter GM und der Konkurrent Chrysler müssen dem amerikanischen Kongress ein Sanierungskonzept vorlegen, um Rechenschaft über die bislang erhaltenen staatlichen Milliardenkredite abzulegen.

Investoren griffen zu weniger konjunkturabhängigen Werten wie dem Pharmaunternehmen Daiichi Sankyo. Die Papiere legten 3,6 Prozent zu. Die Anteilscheine von Japans zweitgrößtem Papierhersteller Nippon Paper Group gewannen 1,2 Prozent, nachdem die Firma mitteilte, an dem australischen Konkurrenten Australian Paper interessiert zu sein. Die Papiere von Exportfirmen wie Canon belastete jedoch der steigende Yen. Die Anteilscheine des Kameraherstellers verloren 1,2 Prozent.

Aktien Hongkong am Mittag sehr schwach - Bankenwerte unter Druck

Kursverluste im Bankensektor belasten den Aktienmarkt in Hongkong am Montagmittag (Ortszeit). Zum Ende der ersten Sitzungshälfte verliert der Hang-Seng-Index (HSI) bei dünnen Umsätzen 1,7 Prozent auf 13.323 Punkte. Die Anleger trennten sich von Bankenaktien, weil sie befürchteten, dass die Bank of East Asia (BEA) am Dienstag schwache Geschäftszahlen vorlegen werde, sagen Händler. Bank of East Asia fallen um 4,9 Prozent auf 15,42 Hongkong-Dollar. Hang Seng Bank verlieren 3,2 Prozent auf 85,90 Hongkong-Dollar und HSBC 3,0 Prozent auf 59,15 Hongkong-Dollar. Sollten die BEA-Zahlen noch schlechter als befürchtet ausfallen, könnte der HSI in dieser Woche die Marke von 13.000 Punkten testen, sagt ein Marktteilnehmer. Analysten rechnen im Schnitt mit einem Gewinneinbruch um über 90 Prozent. Die BEA-Zahlen gelten als Indikator für den Rest der Branche.

Aktien Singapur am Mittag bei dünnen Umsätzen etwas leichter

Etwas leichter tendieren die Aktienkurse am Montagmittag (Ortszeit) in Singapur. Zum Ende der ersten Sitzungshälfte verliert der Straits-Times-Index (STI) 0,4 Prozent auf 1.699 Punkte. Während des Vormittags bewegte sich der Index in einer Spanne zwischen 1.696 und 1.708 Punkten. Händler berichten von dünnen Umsätzen. Die Anleger hielten sich wegen des Feiertags in den Vereinigten Staaten zurück, heißt es. Die amerikanische Börsen bleiben am Montag geschlossen. Viele Investoren wollten auch abwarten, welche Maßnahmen die amerikanische Regierung zur Unterstützung von Hausbesitzern ergreifen werde, die ihre Hypotheken nicht mehr bedienen können. Das amerikanische Konjunkturpaket im Volumen von 787 Milliarden Dollar habe den Markt noch nicht überzeugt. In Singapur stehen vor allem die Aktien der Banken unter Druck. Nachdem die DBS für das vierte Quartal einen Gewinneinbruch um 40 Prozent gemeldet hat, befürchten die Anleger, dass auch andere Unternehmen der Branche starke Einbußen verzeichnet haben. DBS fallen um 1,6 Prozent auf 8,26 Singapur-Dollar, OCBC um 0,2 Prozent auf 5,00 Singapur-Dollar und UOB um 0,9 Prozent auf 11,26 Singapur-Dollar.

Sorge um Banken zieht Wall Street ins Minus

Anhaltende Sorgen über den Bankensektor haben die amerikanischen Aktienmärkte die Woche mit roten Zahlen beenden lassen. Neben Zweifeln an den Rettungsversuchen der Regierung drückte auch ein Milliarden-Verlust bei der britischen Bank HBOS auf die Stimmung. Dadurch gerieten einige der in dieser Woche ohnehin arg gebeutelten Finanzwerte erneut ins Trudeln. Die Hoffnung auf positive Auswirkungen des Konjunkturpaketes und der von Präsident Barack Obama angekündigte Plan zur Bekämpfung der Immobilienkrise konnten die Verluste nicht eindämmen.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verabschiedete sich ein Prozent tiefer auf 7850 Punkten ins Wochenende und schloss damit auf seinem tiefsten Stand seit knapp drei Monaten. Im Verlauf pendelte er zwischen 7840 und 7970 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab ebenfalls ein Prozent auf 826 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,5 Prozent auf 1534 Stellen.

Im Wochenverlauf gab der Dow 5,2 Prozent nach, der S&P 4,8 Prozent und der Nasdaq 3,6 Prozent. Der S&P verzeichnete damit seine schlechteste Woche seit Ende November.

Obama gab während des Handelstags bekannt, er wolle am Mittwoch seinen Plan zur Bewältigung der Hypothekenkrise vorstellen. Sein Sprecher warnte allerdings vor „überzogenen Erwartungen“. Den Börsen gab die Nachricht nur kurzzeitig Auftrieb. Viele Anleger klagten nach wie vor, die Regierung lasse sie im Unklaren, wie den Banken toxische Wertpapiere abgenommen werden sollen und die Kreditvergabe wieder angekurbelt werden soll.

Die Lloyds-Sparte HBOS wies 2008 ein Minus von etwa 8,5 Milliarden Pfund aus. In New York trennten sich daraufhin die Anleger auf breiter Front von Finanztiteln. Die Papiere der Citigroup verbilligten sich um 3,3 Prozent, die der Bank of America gaben 5,1 Prozent nach. JPMorgan-Anteilsscheine verloren 5,7 Prozent.

„Die Banken bereiten noch immer Sorgen, hinzu kommt, dass wir ein langes Wochenende vor uns haben“, sagte Peter Jankovskis von Oak Brook Investments. „Da haben einige entschieden, sich für einige Tage aus dem Markt zurückzuziehen.“ Hoffnungen auf das 787 Milliarden schwere Konjunkturprogramm sorgten für Linderung. Einige Industrieriesen, die nach Ansicht der Anleger von dem Paket profitieren dürften, gewannen hinzu, so unter anderem Boeing-Titel mit einem Plus von 1,6 Prozent. Auf den Kauflisten der Anleger standen auch langfristig als krisensicher geltende Technologiewerte. So legten Qualcomm-Aktien 0,4 Prozent zu.

Im Blickpunkt stand ferner der Getränkekonzern Pepsi Co, der im abgelaufenen Quartal zwar deutlich weniger verdient, die Erwartungen von Analysten aber erfüllt hat. Die Aktien legten nach schwachem Start 1,1 Prozent zu.

Kursverluste setzen sich nachbörslich fort

Im nachbörslichen Aktienhandel in New York haben die Kurse am Freitag überwiegend weiter nachgegeben. Der Nasdaq-100 After Hours Indicator verlor 0,28 Prozent auf 1233 Punkte.

Die Aktien des Speditionsunternehmens YRC Worldwide sind am Freitag im nachbörslichen Handel unter Druck geraten. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, dass es gewerkschaftlich organisierten Mitarbeitern Aktienoptionen gegen Gehaltskürzungen gewährt hatte. Die YRC-Aktien fielen um 4,6 Prozent auf 3,91 Dollar. Eine geplante Kapitalerhöhung belastete dagegen die Aktien des IT-Unternehmens Ciber. Diese sanken um 2,2 Prozent auf 4,07 Dollar. Ciber will Aktien im Volumen von 25 Millionen Dollar ausgeben. Der Erlös soll zur Rückzahlung von Schulden verwendet werden.

Amerikanische Anleihen geraten unter Druck

Die amerikanischen Staatsanleihen haben am Freitag im späten Handel Verluste verbucht. Während Langläufer bereits am Morgen unter Druck gestanden hatten, drehten dann im Handelsverlauf auch die Anleihen mit kurzer und mittlerer Laufzeit ins Minus. Börsianer begründeten dies mit anhaltenden Angebotssorgen. „Bei dem aktuell zur Abstimmung stehenden Konjunkturpaket der amerikanischen Regierung fragen sich die Anleger, wie die Ausgaben finanziert werden sollen“, sagte Doug Roberts, Leitender Anlagestratege bei Channel Capital Research. Seit einigen Tagen bereits werden die amerikanischen Anleihenmärkte von Sorgen belastet, dass die Regierung zur Finanzierung des Konjunkturpaketes eine Vielzahl von Anleihen ausgeben könnte, wodurch die Kurse der festverzinslichen Papiere sinken würden.

Zweijährige Anleihen fielen um 2/32 Punkte auf 99 27/32 Punkten. Sie rentierten mit 0,952 Prozent. Fünfjährige Anleihen verloren 16/32 Punkte auf 99 13/32 Punkte. Ihre Rendite betrug 1,874 Prozent. Richtungweisende zehnjährige Anleihen gaben um 30/32 Punkte auf 98 23/32 Punkte nach. Sie rentierten mit 2,899 Prozent. Schatzanweisungen mit einer Laufzeit von dreißig Jahren sanken besonders deutlich und gaben um 3 Punkte auf 96 23/32 Punkte nach. Ihre Rendite betrug 3,681 Prozent.

Quellen: FAZ.NET, dpa-AFX, Reuters, dpa, AP, AFP, Dow Jones, Bloomberg, F.A.Z.

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Bildmaterial: FAZ.NET-Jan Bazing

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