Spanien

Massive Kursverluste bei Inmobiliaria Colonial

03. Januar 2008 Mit massiven Kursverlusten macht schon seit Tagen die Aktie des spanischen Immobilienunternehmens Inmobiliaria Colonial auf sich aufmerksam. Das Papier hat alleine in den vergangenen 14 Tagen 45 Prozent seines Wertes verloren. Ausgehend vom Kurshoch bei 5,85 Euro im Dezember des Jahres 2006 beträgt das Minus inzwischen knapp 72 Prozent auf zuletzt 1,68 Euro.

Solche Kursverluste sprechen für sich. Auch andere europäische Immobilienwerte mussten in den vergangenen Monaten deutliche Kursverluste hinnehmen. Das zeigt, dass es nicht nur in den Vereinigten Staaten eine Immobilienkrise gibt, sondern auch in Europa. Das dürfte kaum verwundern, waren die Immobilienpreise in Staaten wie Irland, Großbritannien und vor allem auch in Spanien in den vergangenen Jahren doch viel zu stark gestiegen, um im normalen operativen Mietgeschäft noch vernünftige Renditen abwerfen zu können.

Auch an europäischen Immobilienmärkten dreht sich das Rad zurück

Inzwischen dreht sich jedoch auch hier das Rad rückwärts. Einerseits kam es in manchen Märkten zu hohen Leerständen - zum Beispiel in Spanien -, andererseits stagnieren die Preise oder gehen gar zurück. Dazu kommen die schwieriger gewordenen Bedingungen auf der Refinanzierungsseite, die unter anderem von der amerikanischen Subprime-Krise ausgehen. In diesem Umfeld geraten stark verschuldete Unternehmen wie die Inmobiliaria Colonial in die Defensive.

Die massiven Kursverluste der vergangenen Tage wurden ausgelöst durch Gerüchte, wonach die Großaktionäre ihre Papiere auf den Markt warfen. Die spanische Finanzmarktaufsicht sorgte zwischenzeitlich für eine Suspendierung der Aktie vom Handel und zwang Anleger zur Offenlegung ihrer Anteile. Sie zeigte, dass die Sociedad Nozar, die zuvor bis zu 12,3 Prozent der Anteile an der Inmobiliaria Colonial gehalten hatte, nach neuesten Daten ihren Anteil inzwischen von etwas mehr als 200 Millionen Aktien auf inzwischen 108 Millionen Papiere knapp halbiert hat.

Inmobiliaria Colonial war in den vergangenen Jahren nach einer Übernahme durch die Grupo Inmocaral für 3,76 Milliarden Euro entstanden. Unternehmensvorstand Luis Portillo hatte daneben auch den Immobilienentwickler Riofisa für zwei Milliarden Euro und 15 Prozent des Bauunternehmens Fomento de Construcciones & Contratas für 1,5 Milliarden Dollar übernommen. Aufgrund der Kursverluste der vergangenen Tage ist er allerdings Ende des vergangenen Jahres zurückgetreten.

Inmobiliaria Colonial: Schulden übersteigen den Marktwert bei weitem

Diese dürften kaum verwundern. Denn Inmobiliaria Colonial sitzt inzwischen auf Schulden von etwas mehr als neun Milliarden Euro, während der Marktwert des Unternehmens gerade noch bei 2,7 Milliarden Euro liegt. Diese Diskrepanz spricht für sich und gegen den anhaltenden Wirtschaftsoptimismus in Regionen mit inflationierten Immobilienmärkten. Denn dort dürfte es zu ähnlichen Anpassungen kommen können, wie sie derzeit in den Vereinigten Staaten zu beobachten sind, wenn auch in einer etwas weniger ausgeprägten Form. Allerdings hat beispielsweise Spanien in den vergangenen Jahren vor allem vom Immobilienboom gelebt. Fragt sich, was das Land wirtschaftlich sonst noch zu bieten hat.

Aber nicht nur in Spanien ist die Immobilieneuphorie inzwischen längst verflogen, sondern auch im restlichen Europa. Spätestens nachdem Börsengänge von Immobilienwerten und die Diskussion um die Einführung von REITs die Schlagzeilen für Wochen und Monate bestimmten, dürfte man sich selbst in Deutschland gefragt haben müssen, wie weit die Entwicklung nach tragen wird. Viele der damals „hochgejubelten“ Titel fuhren inzwischen massive Kursverluste ein. Zum Beispiel die Papiere von Patrizia Immobilien.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @cri
Bildmaterial: FAZ.NET

 
NamePunkteProzent
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TecDax 722,09 +0,07
DowJones 11.349,28 -2,43
Nasdaq 2.291,50 +0,50
STOXX 50 3.329,07 -0,76
Nikkei 225 13.334,76 -1,97
S&P 500 Zert. 12,50 -2,34
Euro/Dollar 1,57 +0,03
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Gold 922,93 -0,51
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