Öldienstleister

SBO-Aktie auf neuem Rekordhoch

23. Januar 2007 Die Baisse am Ölmarkt mag manchen Ölmanagern nicht gefallen: Mit dem Rohölpreis sinkt schließlich auch der Gewinn ihrer Unternehmen. Ihre Kollegen von den Öldienstleistern können dagegen nach wie vor optimistisch in die Zukunft blicken. Ihre Auftragsbücher sind gut gefüllt. Dass die Welt weiterhin nach Öl suchen wird, ist klar - ganz egal, ob das Fass Öl 80 Dollar kostet oder „nur“ 50.

So erklärt sich auch der Kursverlauf der Aktie von Schoeller-Bleckmann Oilfield Equipment (SBO). 2003 waren die Aktien des österreichischen Lieferanten von Hochpräzisionsteilen für die Ölförderindustrie noch für weniger als zehn Euro zu haben. Am Dienstag sprang der Kurs in Wien auf ein neues Rekordhoch und notierte am Vormittag ein Prozent im Plus bei 35,95 Euro (Isin AT0000946652).

„Das beste Jahr der Unternehmensgeschichte“

Das dürfte an den sehr erfreulichen Geschäftszahlen und dem Ausblick liegen, die das Unternehmen wenige Minuten vor Börseneröffnung vorgelegt hatte. Der Umsatz kletterte auf Basis vorläufiger Zahlen um 39 Prozent auf 239,5 Millionen Euro. Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit legte auf rund 46 (Vorjahr: 24,4) Millionen Euro zu. Nach vorläufigen Zahlen verbesserte sich auch der Auftragseingang auf 349 (269) Millionen Euro. Der Auftragsstand (31. Dezember) erhöhte sich auf 241 (134) Millionen Euro.

„2006 war das mit Abstand beste Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte. Dafür war einerseits der Boom in der Oilfield-Service-Industrie verantwortlich. Andererseits haben wir durch den rechtzeitigen Ausbau unserer Produktionskapazitäten diesen Boom für unser Unternehmen auch optimal nutzen können“, sagte Vorstandsvorsitzender Gerald Grohmann zur vorläufigen Jahresbilanz des Unternehmens. Die endgültigen Ergebnisse will die Gesellschaft am 15. März veröffentlichen.

Aktie hat noch Potential

Die Analysten trauen dem Unternehmen weitere Gewinnsteigerungen zu: Das Ebit soll in diesem Jahr auf 56 Millionen Euro steigen, der Umsatz auf 287 Millionen Euro. Im Schnitt berechnen sie ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 14,9 für das laufende und 13,9 für das kommende Geschäftsjahr. Auf Basis der 2007er-Schätzung ist für die Aktie knapp das Doppelte des Umsatzes oder das Dreifache des Buchwertes zu zahlen. Die erwartete Dividendenrendite beträgt 2,9 Prozent.

Mit dieser Bewertung ist die Aktie kein Schnäppchen mehr, hat aber noch Luft nach oben. Das Umfeld für Öldienstleister und -ausrüster dürfte auf absehbare Zeit freundlich bleiben. Schließlich steht außer Frage, dass die Ölkonzerne alles dafür tun müssen, neue Quellen zu erschließen oder vorhandene besser auszunutzen.

Auch die Charttechnik spricht für ein Investment: Der langfristige Aufwärtstrend ist intakt, das neue Rekordhoch - wenn es denn über den Tag gehalten werden kann - wäre aus charttechnischer Sicht als Kaufsignal zu interpretieren. Die volatile Kursentwicklung im vergangenen Jahr zeigt aber, dass die SBO-Aktie nichts für nervöse Anleger ist. Absicherungsstrategien können ohnehin nicht schaden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.



Text: @bemi
Bildmaterial: dpa, FAZ.NET, picture-alliance / dpa/dpaweb, Unternehmen

 
NamePunkteProzent
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TecDax 573,04 -5,15
DowJones 9.447,11 -5,11
Nasdaq 1.754,88 -5,80
STOXX 50 2.878,82 +0,22
Nikkei 225 10.155,90 -3,03
S&P 500 Zert. 10,50 -1,78
Euro/Dollar 1,36 +0,67
Bund Future 117,28 +0,26
Gold 888,80 +3,14
Öl 85,76 -1,06
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