Konsumgüter

Bei Kimberly-Clark schlagen steigende Kosten durch

15. Juli 2008 Am Beispiel des amerikanischen Konsumgüterkonzerns Kimberly-Clarks zeigen sich die Probleme, die mit hohen Energie- und Rohstoffkosten auf viele Unternehmen zukommen, die diese für ihre Produktion zukaufen müssen: Sinkende Margen.

Wie der Hersteller von Kleenex-Taschentüchern am Montagabend mitteilte, sank das Nettoergebnis im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres nach vorläufigen Berechnungen auf 99 Cent je Aktie von einem Dollar vor einem Jahr. Zugleich schraubte das Unternehmen seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr nach unten und schloss weitere Preiserhöhungen nicht aus. Der Umsatz stieg indes im Berichtszeitraum um elf Prozent auf fünf Milliarden Dollar.

Gewinnerwartungen des Marktes sind zu hoch

Die Aktien des Unternehmens mussten im nachbörslichen Handel in den Vereinigten Staaten am Montag Kursverluste von bis zu acht Prozent hinnehmen, nachdem sie seit Mitte April im regulären Handel schon knapp 19 Prozent ihres Wertes verloren hatten. Mit Kurs-Gewinnverhältnissen von 13 und knapp zwölf auf Basis der Konsens-Gewinnschätzungen für das laufende und das kommende Geschäftsjahr und mit einer für amerikanische Verhältnisse hohen Dividendenrendite von knapp vier Prozent auf Basis der jüngsten Ausschüttungen mögen die Papier optisch günstig aussehen.

Allerdings liegen die Gewinnerwartungen deutlich über dem, was das Unternehmen noch erwartet und was sich angesichts der konjunkturellen Flaute in den Vereinigten Staaten in den kommenden Monaten wahrscheinlich realisieren lässt. Immerhin erzielte Kimberly-Clark im vergangenen Geschäftsjahr knapp 54 Prozent der in den vergangenen Jahren im Trend deutlich gewachsenen Umsätze in Nordamerika, knapp 28 Prozent in Asien und 18,4 Prozent in Europa.

Die Konsumgüterhersteller in den Vereinigten Staaten haben generell nicht nur mit höheren Kosten im Zuge des gestiegenen Ölpreise zu kämpfen. Sondern aufgrund der schwindenden Kaufkraft schränken die Verbraucher zugleich ihre Ausgaben wegen des Wirtschaftsabschwungs und der damit Verbundenen Unsicherheit auf dem Arbeitsmark, sowie der höheren Kreditkosten, der gestiegenen Lebensmittel- und Benzinpreise sowie des schwachen Häusermarktes immer weiter ein.

Zwickmühle: Steigende Kosten - stagnierende Nachfrage

So geraten selbst Hersteller von beinahe unverzichtbaren Basisgütern für den täglichen Bedarf in die Zwickmühle zwischen steigenden Kosten und einer sich nur noch verhalten entwickelnden Nachfrage. Haben sie den Vorteil, dass die Nachfrageelastizität in Bezug auf Preiserhöhungen relativ gering ist, so stellt sich die Frage, wie das bei anderen Unternehmen aussehen mag, bei welchen das anders ist. So dürften in den kommenden Monaten viele Unternehmen in die Defensive geraten, deren Produkte nicht unbedingt zu den absoluten Notwendigkeiten gehören und auf die die Verbraucher in schwierigen Zeiten am ehesten verzichten können und werden.

Aus diesem Grund dürfte es kaum überraschen, dass in den vergangenen Wochen die Papiere von Luxusgüterherstellern, aber auch von Unternehmen wie Circuit City Stores, Crocs, Chico's Fashion oder auch Ruby Tuesday unter die Räder kamen. Sie spüren längst die Zurückhaltung der Konsumenten in Form stagnierender Umsätze und problematischer Erträge.

Trotz der robusten Entwicklung in der Vergangenheit dürfte es ratsam sein, die Papiere von Kimberly-Clark vorerst mit der notwendigen Zurückhaltung zu betrachten.



Text: @cri
Bildmaterial: AP, F.A.Z., FAZ.NET, M.M.WARBURG INVESTMENT RESEARCH

 
Tops & Flops+/-Prozent
VOLKSWAGEN AG STAMMA +38,83 +11,03
FRESENIUS MEDICAL CA +0,31 +0,91
HENKEL AG & CO. KGAA +0,07 +0,30
SIEMENS AG NAMENS - -7,56 -14,04
INFINEON TECHNOLOGIE -0,35 -12,59
DEUTSCHE BANK AG NAM -4,84 -12,48
NamePunkteProzent
Dax 4.861,63 -6,49
TecDax 553,00 -5,63
DowJones 8.742,78 -6,10
Nasdaq 1.628,33 -8,47
STOXX 50 2.578,06 -6,48
Nikkei 225 9.547,47 +1,06
S&P 500 Zert. 9,83 -2,58
Euro/Dollar 1,35 -0,58
Bund Future 113,85 -0,05
Gold 844,40 +0,28
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