27. Dezember 2007 Die Aktienmarkt-Experten an der Wall Street stellen für das kommende Jahr überwiegend weitere Kursgewinne an den amerikanischen Aktienmärkten in Aussicht. Damit würde sich die trotz der starken Kursschwankungen in der zweiten Hälfte dieses Jahres insgesamt positive Tendenz an der New Yorker Börse fortsetzen. Aktuell verzeichnet der Dow-Jones-Index im Vergleich zum Jahresanfang ein Plus von knapp 9 Prozent. Der breiter gefasste Aktienmarktindex S&P 500 ist in diesem Jahr um fast 6 Prozent gestiegen.
Für 2008 prognostizieren vom Wirtschaftsmagazin Business Week befragte Analysten für den Dow Jones und den S&P 500 im Durchschnitt einen Kursgewinn von rund 8 Prozent. Nur zwei der insgesamt 13 ausgewählten Fachleute erwarten einen Kursrückgang der beiden Leitindizes. Eine Umfrage der Anlagegesellschaft Russell Investments unter fast 300 Vermögensverwaltern kommt zu einem ähnlichen Ergebnis. Mehr als drei Viertel der Geldverwalter versprechen Kursgewinne für amerikanische Aktien im kommenden Jahr. Fast ein Drittel der Befragten glaubt zudem an einen Kursanstieg um mehr als 10 Prozent.
Dunkle Wolken sollen sich im nächsten Jahr aufhellen
Zu den optimistischen Fondsmanagern zählt Art Nunes vom Fonds IMS Strategic Allocation. Er hofft auf Kursaufschläge um 20 Prozent. Ich bin noch optimistischer als zu Beginn dieses Jahres, weil sich die über unseren Köpfen hängenden dunklen Wolken aufzuhellen beginnen, meint Nunes. Mit dunklen Wolken bezeichnet Nunes den Rückgang der Häuserpreise und die Krise am Kreditmarkt, die von steigenden Kreditausfällen bei zweitklassigen, sogenannten Subprime-Hypotheken ausgelöst wurde und die wiederum die starken Kursschwankungen der vergangenen Monate bewirkt hatte.
Ob diese Belastungsfaktoren tatsächlich bald verschwinden, ist die entscheidende Frage für die Anleger. Es wird die Antwort darauf gesucht, ob es in den Vereinigten Staaten eine Rezession gibt, wie stark die Notenbank Fed die Zinsen weiter senken wird und wie sich die Gewinne der Unternehmen entwickeln werden. Noch rechnen Analysten für die im S&P 500 abgebildeten Unternehmen für 2008 mit einem durchschnittlichen Gewinnwachstum von knapp 15 Prozent. Unternehmensgewinne gelten als der langfristig wichtigste Faktor für die Entwicklung am Aktienmarkt.
Angst vor Wirschaftsabschwung
Bisher belasten die fallenden Häuserpreise zusammen mit gestiegenen Benzinpreisen die privaten Haushalte. Das schürt an den Finanzmärkten die Angst vor einem Wirtschaftsabschwung, da die amerikanische Konjunktur stark von den Verbrauchern abhängt. Anleger sind zudem verunsichert, weil die Hypothekenkrise zu hohen Verlusten bei Banken geführt hatte. Konjunkturabhängige Konsumtitel sowie die im S&P 500 stark gewichteten Finanzwerte sind in diesem Jahr deswegen die beiden einzigen Segmente des Marktbarometers, die unter dem Strich Kursverluste aufweisen.
Der Aktienmarktstratege der Citigroup, Tobias Levkovich, empfiehlt daher, unter Druck geratene Finanz- und Konsumtitel zu kaufen und Aktien zu meiden, deren Kurse schon stark gestiegen seien. Levkovich glaubt, dass die Gewinnentwicklung der Banken im kommenden Jahr die stark reduzierten Prognosen übertreffen wird. Seine Begründung: Zinssenkungen der amerikanischen Notenbank Fed.
Wirkt sich Präsidentschaftswahlkampf positiv auf Aktienmarkt aus?
Levkovich erwartet trotz der Schwäche des Immobilienmarktes zudem robustes Kaufverhalten von Verbrauchern, da die Beschäftigung in den Vereinigten Staaten steigt. Er prognostiziert für Dow und S&P 500 bis Ende 2008 ein Plus von rund 12 Prozent. In der zweiten Jahreshälfte dürften Aktien zunächst noch stärkere Gewinne aber teilweise wieder abgeben. Unsicherheit wegen der im November anstehenden Präsidentschaftswahlen könnte die Börse belasten. Zudem würden steigende Löhne die Gewinnmargen der Unternehmen verringern, meint Levkovich.
Genau umgekehrt sieht es William Greiner, der Chefanleger des Wertpapierhauses UMB Financial. Greiner rechnet aufgrund einer Konjunkturschwäche mit nachgebenden Aktienkursen in der ersten Jahreshälfte. Danach werde eine Kombination von niedrigen Aktienbewertungen und niedrigeren Zinsen den Dow Jones auf ein Jahresplus von rund 6 Prozent treiben. Für den S&P 500 erwartet Greiner nur 2 Prozent Gewinn. Die Präsidentschaftswahlen dürften sich nach Ansicht von Greiner positiv auf den Aktienmarkt auswirken. Die Börse steigt traditionell in der zweiten Hälfte eines Prasidentschaftswahljahres ziemlich stark an, sagt Greiner. Insgesamt setzt Greiner aber auf defensive Titel wie Nahrungsmittelhersteller und Pharmawerte - also Unternehmen, deren Gewinnentwicklung nicht von der Konjunktur abhängt.
Text: F.A.Z.
Bildmaterial: AP
| Tops & Flops | Kurs | in % |
| FMC | 35,67 € | +2,21% |
| Henkel Vz | 32,40 € | +1,92% |
| Fresenius Vz | 44,38 € | +1,77% |
| MAN | 58,71 € | +1,33% |
| Beiersdorf | 42,26 € | +1,25% |
| Infineon | 3,17 € | −1,71% |
| Salzgitter | 63,11 € | −2,22% |
| BMW | 32,70 € | −2,24% |
| Commerzbank | 7,17 € | −2,45% |
| Volkswagen | 102,00 € | −8,04% |
| Name | Kurs | in % |
| DAX | 5.613,20 | −0,12% |
| TecDAX | 752,81 | −1,05% |
| MDAX | 7.186,45 | −0,56% |
| SDAX | 3.484,70 | −0,34% |
| REX | 373,64 | +0,18% |
| Eurostoxx 50 | 2.856,44 | −0,13% |
| Dow Jones | 10.247,00 | +0,20% |
| Nasdaq 100 | 1.773,17 | +0,27% |
| S&P500 | 1.093,01 | −0,01% |
| Nikkei225 | 9.870,73 | +0,63% |
| EUR/USD | 1,4985 | +0,01% |
| Rohöl Brent Crude | 77,27 $ | −0,49% |
| Gold | 1.101,50 $ | −0,63% |
| Bund Future | 121,50 € | +0,22% |
| Gesamt- Index |
Durchschnitt 90 Tage |
Durchschnitt 200 Tage |
|
|---|---|---|---|
Aktien-Index10.11.2009 13:00 |
1348,03 | 1324,81 | 1261,80 |
Performance-Index10.11.2009 17:35 |
296,14 | 292,84 | 274,43 |
Euro-Aktien-Index10.11.2009 17:35 |
142,02 | 136,71 | 125,07 |
Die Hoffnung stirbt manchmal früher als zuletzt
23:11 23:07 23:01Die Trauerzeilen von Marius ... dem Psychiater
22:41